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Laufschuhsymposium von RUNNER'S WORLD Abrollen und glücklich sein

Auf der ISPO, der größten Sportartikelmesse der Welt, fand das RUNNER'S WORLD Laufschuhsymposium statt.

Laufschuhsymposium von RUNNER’S WORLD +
Foto: RUNNER'S WORLD

Das Laufschuhsymposium 2016 von RUNNER’S WORLD auf der ISPO in München.

Auf der größten Sportartikelmesse der Welt, der ISPO in München, fand Ende Januar das RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium statt. Renommierte Wissenschaftler, Biomechaniker, Laufsport-Händler, Blogger und Laufverrückte trafen sich hier, um über das Laufen und den Liebling aller Läufer zu diskutieren: Den Laufschuh.

Vor allem ging es den über 200 von RUNNER’S WORLD eingeladenen Experten um die richtige Auswahl und die richtige Beratung im Fachgeschäft. Was für einen Läufer zunächst ganz simpel erscheint – maßgeblich ist schließlich vor allem der gute Sitz des Laufschuhs, also die Passform – darüber zerbrechen sich die Experten aus Handel und Industrie den Kopf. Zumal einige der bekanntesten und erfahrensten Wissenschaftler, die sich mit Laufschuhen beschäftigen, bereits auf dem vorigen Laufschuhsymposium verkündet hatten, dass sie sich in der Vergangenheit in einigen Punkten schlicht geirrt haben.
Laufschuhsymposium 2016 +
Foto: RUNNER'S WORLD

Nach den Vorträgen fand eine angeregte Podiumsdiskussion statt. Auf dem Podium von links: RUNNER'S WORLD Test-Redakteur Urs Weber, Dr. Simon Bartold, Björn Gustafsson, Guido Geilenkirchen (Saucony), Jörg Seifert (Dein Laufprofi) und RUNNER'S WORLD-Chefredakteur Martin Grüning.

Laufschuh-Dämpfung neu bewertet

Das betrifft vor allem die in der Laufschuhberatung oft genannten Aspekte „Dämpfung“ und „Pronation“. So dachte man lange Zeit, dass die übermäßige Pronation „gefährlich“ sei und die Ursache von Verletzungen. „Stimmt nicht“, so trug es Dr. Simon Bartold jetzt in München vor, die so genannten Überpronierer sind nämlich auch nicht häufiger verletzt als die anderen Läufer.

Zum Thema Überpronation sagt er: „Das 40 Jahre alte Paradigma der Laufschuhindustrie ist ein Irrtum.“ Der Biomechaniker aus Australien forscht für Laufschuhhersteller Salomon an neuen Konzepten. Er betonte in seinem hochaktuellen Vortrag, dass das immer gleiche Bewegungsmuster, das viele Läufer automatisch beim Laufen auf der Straße haben, die Hauptursache für die Entstehung von Verletzungen sei: „Es ist nicht das Laufen selbst, sondern dass die Läufer immer eintöniger laufen. Wenn man Abwechslung reinbringt, also zum Beispiel auf unterschiedlichem Untergrund läuft, dann sinkt das Verletzungsrisiko sofort.“

Auch Spencer White, Entwicklungschef bei Laufschuhhersteller Saucony, bekennt auf dem RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium: „Wir haben in der Vergangenheit nicht das Beste getan!“ Seine Konsequenz: „Wir müssen uns viel mehr auf die „Stride Dynamics“ konzentrieren“ – also bei der Analyse des Laufstils eines Läufers nicht nur den Blick auf die Fußbewegung richten, sondern den ganzen Bewegungsablauf.

Dazu gehören etwa die Rotation von Hüft- und Schulterachse, die gesamte Beinachse und der Aufsatzpunkt des Fußes in Relation zum Schwerpunkt des Körpers. Einen ganz konkreten Tipp hielt Spencer White für Laufgeschäfte parat: Statt die Videokamera bei der Laufanalyse von hinten auf den Läufer zu richten, sollte sie besser den Läufer von der Seite aufnehmen. Und auch er hatte einen wichtigen Tipp für Läufer: „Jeder Läufer profitiert am meisten, wenn er unterschiedliche Schuhe einsetzt“, so White. „Wer mindestens zwei verschiedene Modelle zum Laufen einsetzt, verringert seine Verletzungsanfälligkeit um 38%.“ Und zum Thema Pronation brachte er beim RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium den Stand der Wissenschaft auf die Formel: „Es ist nicht die Frage, wie stark ein Läufer proniert, sondern, wie der Körper mit dem Maß an Pronation umgehen kann.“
Laufschuhsymposium 2016 +
Foto: RUNNER'S WORLD

Björn Gustafsson bei seinem Vortrag.

Knie sticht Fuß

In einem weiteren Vortrag auf dem RUNNER’S WORLD-Laufschuhsymposium trug Björn Gustafsson seine Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Analyse und Beratung von Läufern vor. Der Gründer von Currrex (Hamburg) zitierte eine in der Forschung vielbeachtete Studie, nach der „Pronierer“ weniger Verletzungen erleideten als „Normalfußläufer“. Gustafsson stellte klar: „Der Fuß ist ein Reaktor“, bei der biomechanischen Analyse sei nur der gemeinsame Blick auf Fuß und Knie erkenntnisreich. Wobei für die Currex-Analyse gilt: „Knie sticht Fuß.“ Bedeutet: Bei der Auswahl des Schuhs und etwaiger Einlegesohlen ist vor allem die Analyse der Kniebewegung entscheidend. Auch Björn Gustafsson brachte es auf eine Formel: „Wenn wir den Komfort im Schuh erhöhen, reduzieren wir die Verletzungsanfälligkeit.“
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Autor: Urs Weber 29.01.2016
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