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Barfuß oder mit Laufschuhen? Kraft sparen durch Laufschuh-Dämpfung

Ob ein Laufschuh stark gedämpft sein soll, ist eine heiß diskutierte Frage, gerade in Zeiten von "natural running". Eine Studie belegt allerdings, dass die Dämpfung Kraft spart.

Verliert man beim Barfußlaufen mehr Kraft als beim Laufen in gedämpften Laufschuhen? +

Ohne gedämpfte Laufschuhe müssen die Beinmuskeln alle Erschütterungen abfedern. Das kostet Energie.

Bringt die Dämpfung in Laufschuhen überhaupt etwas? Das ist zurzeit ein kontrovers diskutiertes Thema, denn Leute wie Chris McDougall behaupten, dass gedämpfte Laufschuhe Schwindel sind, die einem nicht helfen, sondern sogar schädigen. Im Februar veröffentlichten Rodger Kram und seine Kollegen von der University of Colorado eine eindeutige Studie, die belegt, dass man durch Dämpfungsschuhe Kraft beim Laufen spart. Ohne Dämpfung, so heißt es in der Studie, müssen die Beinmuskeln die Erschütterung beim Auftreten abfangen und das kostet Energie.

Diese erste Untersuchung verglich das Laufen mit Schuhen und ohne. Es wurden dabei zum Ausgleich kleine Gewichte an den Füßen angebracht. Pro 100 g an Schuhgewicht braucht man ungefähr 1 Prozent zusätzliche Energie beim Laufen. Das ließ allerdings die Frage offen, ob die kleinen angebrachten Gewichte an dem Fuß des Läufers die Ergebnisse verfälschen würden. Die neue Studie von Kryztopher Tung, Jason Frank und Kram geht mit einem ganz anderen Ansatz an das Thema: „unsichtbare Schuhe.“ Anstatt die Schuhe zu dämpfen, dämpfen sie den Untergrund! Wirklich.

Sie benutzten ein altmodisches Laufband mit einem engen, unelastischen Gurt. Sie testeten den Energieverbrauch mit einer Gruppe von 10 erfahrenen Barfußläufern, die barfuß und in 211 Gramm schweren Nike Frees liefen. Erwartungsgemäß war der Laufaufwand ziemlich gleich jeweils. Die zusätzliche verbrannte Energie durch das Gewicht der Schuhe wurde beinah genau ausgeglichen durch die gesparte Energie der Dämpfung.

Dann legten sie das komplette Laufband mit einem 10 Millimeter dicken Schaumstoff aus - dem gleichen Material, das für die Dämpfung von Laufschuhen verwendet wird und ungefähr auch dieselbe Dicke hat. Als die Läufer auf dem gedämpften Laufband liefen, verbrannten sie 1,91 Prozent weniger Energie als sie es vorher barfuß auf dem harten Laufband getan haben.

Sie versuchten außerdem die Dicke des Schaumstoffs auf 20 Millimeter zu verdoppeln, was allerdings keinen großen Unterschied machte. Das beweist, dass es nicht viel bringt, sehr weich und stark gedämpfte Schuhe zu tragen. Aber die Erkenntnisse sind nun schwer abzustreiten, denn ein bisschen Dämpfung scheint wirklich Energie beim Laufen zu sparen. Das erklärt auch warum diese Schuhe so beliebt sind – allen Zweifeln zum Trotz, dass sie unnütz und schädlich wären; denn wenn etwas weniger Energie verbraucht, fühlt es sich leichter an.

Allerdings hat der geringere Energieverbrauch natürlich nichts mit dem Verletzungsrisiko zu tun. Es ist immer noch vollkommen möglich, dass gedämpfte Schuhe Läufer zu einem Laufstil bringen, der sie empfindlicher für Verletzungen macht. Das ist aber eine Frage für eine andere Untersuchung (oder eher eine ganze Reihe an Untersuchungen).

Ein letzter Gedanke: Wenn Dämpfung Energie spart, aber das Gewicht der Schuhe wiederum Energie kostet, wäre es dann nicht das schnellste, barfuß auf einem gedämpften Untergrund zu laufen? Das fragte ich Dr. Kram. Wenn so etwas möglich wäre, und er erwähnte dabei die berühmten Harvard Hallenbahn, die 1979 erbaut wurde um optimale Bedingungen zu schaffen. Designed von Dr. Krams Mentor Tom McMahon und seinem Studenten Peter Greene.
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Autor: Alex Hutchinson 02.11.2012
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