Top Themen: Laufschuh-Datenbank | Laufschuh-Test | Laufuhren-Datenbank | Sport-BHs | Trailschuhe | Alle Tests | Laufen

GPS-Uhr für Läufer Polar V800 im Doppel-Dauertest

Die RUNNER'S-WORLD-Redakteure Claus Dahms und Daniel Eilers haben die Polar V800 einem Langzeittest unterzogen - und anschließend ihre Erfahrungen ausgetauscht.

Die beiden RUNNER'S WORLD-Redakteure Daniel Eilers (links) und Claus Dahms. +
Foto: RUNNER'S WORLD

Die RUNNER'S-WORLD-Redakteure Daniel Eilers (links) und Claus Dahms mit ihrer Polar V800.

Claus: Schick sieht die Uhr aus, die viele Technik, die im Gehäuse enthalten ist, ist geschickt versteckt. Positiv ist auch das kontraststarke Display mit großer Anzeige, was für den Läuferalltag eine hohe Praxistauglichkeit bedeutet.

Daniel: Schick finde ich die Uhr nicht wirklich, allerdings wirkt die V800 sehr hochwertig. Wenn ich die RCX5 von Polar daneben lege, ist die V800 beinahe doppelt so dick. Zugegeben, dafür hat die RCX5 kein integriertes GPS. In einem muss ich Dir aber ausdrücklich Recht geben: Das konstraststarke und äußerst gut ablesbare Display ist super gelungen!

Claus: Wer die Menüführung bei Polar von älteren Modellen her kennt, der fühlt sich beim Testen der Uhr sofort wie zuhause. Die Anwendung ist einfach und leicht verständlich. Nach der Polar-Logik sind alle Funktionen auf die Herzfrequenz und das pulsgesteuerte Training ausgelegt. Überrascht hat mich das superschnelle GPS der V800. Sehr exakt war schon das Polar-GPS bei der RC3 GPS. Aber jetzt poppt das Signal „GPS gefunden“ schon nach nur wenige Sekunden auf, wenn ich von meinen üblichen Startpunkten aus den Lauf beginne. Klasse! Ein echter Fortschritt.

Daniel: Ich bin auch total überrascht, wie schnell die Polar V800 den Kontakt zu den GPS-Satelliten herstellt. Binnen weniger Sekunden ist die Uhr startklar. Und auch meine Bedenken, was schnell geht, muss ungenau sein, räumt die V800 aus dem Weg. Maßstab ist unsere mittlerweile mit unzähligen GPS-Uhren, Smartphone-Apps und Laufschuh-Sensoren vermesse Redaktionsrunde und die zeigt: die Werte der V800 sind absolut im Normbereich. Zusammen mit der TomTom Runner Cardio ist für mich das GPS der V800 das beste auf dem Markt.

Claus: Die größten Veränderungen gegenüber dem Modell RC3 GPS für Läufer ist die Höhenmessung. Das macht natürlich in Zeiten, in denen Trail-Running „in“ ist, viel Sinn und bringt dem Läufer viel Spaß und einigen Erkenntnisgewinn.

Daniel: Da stimme ich Dir voll und ganz zu! Wer im profilierten Gelände unterwegs ist, will es ganz genau wissen. Und wer keine Berge vor der Tür hat, unter Umständen auch. Ich bin so einer: Sind es auch nur 100 Höhenmeter auf einer 10-km-Runde, interessiert mich der Höhenunterschied. Und die Messung ist mit einem barometrischen Höhenmesser genauer als mit GPS. Durchdacht ist, dass man vor dem Start jeder Sporteinheit die Höhe kalibrieren kann und nicht den umständlichen Weg durchs Menü gehen muss.
V800_Blue_Topleft_Zonepoint.jpg +
Foto: Hersteller

Die GPS-Uhr V800 von Polar gibt es in zwei Farbvarianten: mit schwarzem und blauem Armband.

Claus: Interessant ist der Erholungsstatus, der anzeigt, wie sehr mich die vorangegangenen Trainingseinheiten belastet haben, mit welcher Voraussetzung ich also in die nächste Belastung hineingehe. Sicher können solche Hinweise nicht den Trainer oder das eigene Analysieren der Trainingsdaten ersetzen, logischerweise kann die Uhr auch keine zusätzlich wirksamen psychischen Belastungen auf der Arbeit oder im sozialen Umfeld erfassen. Aber die Übersicht gibt deutliche Hinweise. Wenn die V800 über mehrere Tage anzeigt, dass mich die vorangegangen Trainingseinheiten extrem belastet haben, ist das eben ein klarer Hinweis auf einen Ruhetag, den ich sonst lieber verdrängt hätte. Die Ermüdungsbewertung entspricht dabei recht exakt meinem subjektiven Empfinden.

Daniel: Das mit dem Erholungsstatus ist so eine Sache! Einerseits ist es schon super, wenn die Uhr anhand von verschiedenen Parametern wie Trainingsbelastung, Aktivität im Alltag (die misst die Uhr auch) und Regenerationsfähigkeit den Grad der Belastung ermittelt und damit Auskunft über den Erholungsstatus gibt. Laut Hersteller soll das sogar dynamisch erfolgen. Andererseits kann die Uhr beruflichen Druck oder private Probleme nicht abbilden, aber auch das nimmt Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Mein Eindruck: Als Richtwert macht dieser Erholungsstatus durchaus Sinn, trotzdem sollte Läufer ihm nicht blind vertrauen.

Claus: Der Akku wird am Computer oder Lap aufgeladen, die Trainingsleistungen soll laut Hersteller bis zu 14 Stunden aufgezeichnet werden, bei einem Lauf über sieben Stunden zeigte die Uhr keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die Uhr lässt sich über Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Die Daten lassen sich über die Onlineplattform Polar Flow vielfältig und genau auswerten und grafisch darstellen.

Daniel: Komme ich vom Training, synchronisiere ich die Uhr mit meinem Smartphone - das geht einfach und sehr schnell. Während Claus noch nach dem Kabel kramt, habe ich die Einheit schon in Flow eingespeist: Einfach die Back-Taste bei der V800 gedrückt halten, einmal wischen auf dem Smartphone und schon ist die App bei der Plattform Flow einsehbar. Wenn Claus dann auch soweit ist, habe ich die Einheiten über die „Nacherleben“-Funktion schon an meine Freunde verschickt. Das macht Spaß! Was hier fehlt, ist die Möglichkeit, das Nacherleben bei Facebook zu posten.

Claus: Keinerlei Erkenntnisgewinn, dafür aber viel Spaß und Anerkennung im Familien- oder Freundeskreis bietet die von Dir angesprochene Funktion „Nacherleben“. Hier wird jeweils eine Trainingseinheit komplett präsentiert mit ein paar Fotos aus dem Google-Streetview-Reservoir und dem Höhenprofil der Trainingseinheit. Als Zugabe auf die ernsthaften Trainingsfunktionen ist das wirklich spaßig und gut.
Auswertung einer Trainingseinheit über Polar Flow +
Foto: RUNNER'S WORLD

Die Auswertung einer Trainingseinheit mit dem Polar V800 über Polar Flow: https://flow.polar.com.

Die V800 von Polar im Überblick:

• Herzfrequenz-Messung und Herzfrequenz-Aufzeichnung
• GPS-Messung der Trainingsstrecke und Aufzeichnung
• Höhenmessung plus aufsteigende und absteigende Höhenmeter
• Programmierung von Intervallen
• Messung des Kalorienverbrauchs
• Aufzeichnung von Trainingseinheit und der täglichen Aktivität 24/7
• Erkennung von Trainingsbelastung und benötigter Regeneration
• individuell einstellbare Sportprofile und Sportarten
• Planung und Analyse des Trainings mit der kostenlosen Flow App und dem kostenlosen Flow Webservice
• Analyse der Trainingsdaten auf der Uhr, über Internet-Plattform oder App
• kompatibel mit Polar Bluetooth Smart Herfrequenz-, Lauf- und Radsensoren
• Schnittstelle Daten-Download: USB-Kabel und Bluetooth
• Speicherkapazität: 99h Training mit GPS und Herzfrequenz
• Gewicht ca. 79 g
• Durchmesser 12,7 mm
• Gehäuse Aluminium/Edelstahl.
• Inklusive USB-Kabel.
• Materialien: ABS + GF, PC/ABS-Kunststoff, Aluminiumlegierung, Edelstahl, Gorilla-Glas
• Farbvarianten: Schwarz, Blau
• Wasserdicht, Schwimmen möglich
• Preis ohne Brustgurt: UVP 399,95 €
• Preis mit Herzfrequenzsensor: UVP 449,95
Jetzt noch besser laufen: aktuelle Lauftipps, News und Tests >>

Autor: Claus Dahms, Daniel Eilers 23.09.2014
Lesen Sie auch: Nicht (nur) für Walker: Trekkingstöcke
Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
Mehr zu Ausrüstung
Nicht (nur) für Walker: Trekkingstöcke
20062016 Salomon Zugspitz Ultratrail Grainau 2016

Foto: Salomon Zugspitz Ultratrail/Kelvin Trautman

Beim Trailrunning können Stöcke eine echte Hilfe sein. Das sollten Sie beachten, bevor Sie... ...mehr

Der Hoka One One Speedgoat im Test
Hoka One One Speedgoat Bild 1

Foto: Kirsten Althoff

Ob mit diesem Schuh mehr geht beziehungsweise läuft als ultra-lang und ultra-gemütlich, ha... ...mehr

Laufschuhe wählen und 167 Preise gewinnen
18112016 Leserwahl Laufschuhwahl 2016

Foto: Hersteller

Es ist Zeit für die Laufschuh-Wahl 2016. Stimmen Sie für Ihre Favoriten ab und gewinnen Si... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>Polar V800 im Doppel-Dauertest
(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG