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"Hey Bubel" sorgte für Verwirrung

Dieter Baumann löste mit dem Gruß "Hey Bubel" Verwirrung in einer jungen Berliner Lauftruppe aus.

Playlist Niels Bubel +
Foto: Privat

Niels Bubel

Lauf der Woche
Mittwoch 17.01.2013
Ort: Berlin / Grunewald
1:25 Stunden Dauerlauf mit Bubelblick


Ich melde mich vom Dauerlaufen und in aller Bescheidenheit muss ich feststellen: meine Formkurve steigt. Ich rolle nur so durch den Wald, seit Wochen!

Erst Anfang Januar war es. Ich weilte in Berlin, um meinen alten Kumpel Moses Kiptanui zu treffen. Er war wegen eines großes Hilfsprojektes in der Hauptstadt und ich nutzte die Gelegenheit ihn zu sehen. Klar sprachen wir auch über den einzigen deutschen Läufer mit Weltformat, Arne Gabius. „Er ist gerade in Kenia“, sagte ich zu Kiptanui, „wenn Du zurück fliegst, dann sag ihm mal schöne Grüße“, meinte ich noch lachend zur Verabschiedung. Leider konnte ich nicht mit Kiptanui laufen gehen, er hatte zu wenig Zeit (Geschäfte, Geschäfte).

So ging ich in Berlin allein raus. Ja, in Berlin kann man schon sehr gut laufen. Ich war im Grunewald unterwegs. Wunderschön. Mit Kiptanui lästerte ich noch über die verweichlichte Jugend - in Kenia soll es noch schlimmer sein, als in Deutschland! – da kam mir eine Truppe junger Läufer entgegen. Junge Typen, Knackarsch, enge Hosen und so.

Ich sah sofort, das muss eine Profitruppe sein. Dann erkannte ich einen: Niels Bubel! Nein, liebe Freunde der Laufkunst, den müssen Sie (noch!) nicht kennen. Niels Bubel läuft Marathon. Also gar nicht so schlecht, aber auch noch nicht so gut. Auf jeden Fall sagt der Bubel auf seiner Homepage, dass er Deutscher Meister werden will. Das sagen ja viele, werden sie einwenden, doch dieser Bubel will das über 100 Kilometer werden. Der Mann ist doch verrückt! Und jetzt läuft er mir hier im Grunewald mit seinen Kumpels über den Weg.

Die schwatzen, lachten und hatten ihren Spaß. Da wollte ich doch dabei sein, zog meine Pudelmütze tief ins Gesicht und beim Vorbeilaufen rief ich: „Hey Bubel“. Die ganze Truppe war verwundert, schaute links und rechts – aber mit meinem raumgreifenden, immer noch lockeren Schritt, war ich schon vorbei. Gelächter in meinem Rücken. So trabte ich weiter und spekulierte, dass die Jungs doch sicher die Runde um Saukuhle nehmen würden – ca. 2,5 Kilometer - und tatsächlich, nach genau 2,5 Kilometer, die ich locker leicht hinter mich gebracht hatte, kamen sie um die Ecke gebogen.

Ich wieder: „Hey Bubel“. Die Gruppe war ruhiger geworden. Ernste Gesichter. Sie schreckten hoch, doch bis sie wussten woher der Ruf kam, war ich schon weitergelaufen. Später sah ich die Truppe nochmals. Sie sahen müde aus. Ausgezehrte Gesichter, tiefe, dunkle Augenhöhlen, Rotz um Mund und Nase. Also nix mehr jung und so, allenfalls noch Knackarsch. Kurz bevor ich links in einen kleinen Weg abbog, kam der müde Trupp auf mich zu, ich rief: „Hey Bubel“ bog ab und war außer Sicht. Soweit aus Berlin.

Gestern las ich folgenden Eintrag auf mrunner.wordpress.com :
„Gestern um 12 Uhr mittags am Mommsenstadion, Berlin, Deutschland. 10 junge…… ……machen sich auf den Weg zu ihrem sonntägigen Long-Run. ……unsere 28km-Runde führte uns durch den Grunewald und plötzlich: Hey, Bubel !!! Von wo kam das? 7 Minuten und 43 Sekunden später wieder: Hey, Bubel !!! Dann vorbei an der Wildschweinkuhle"

SIEBEN MINUTEN UND DREIUNDVIERZIG SEKUNDEN! Für 2,5 Kilometer! Gut, dass Kiptanui nicht mitgelaufen ist. Ich sage doch, die Formkurve steigt so was von an.

Kiptanui schickte mir gestern eine Mail: Er habe Gabius in Iten getroffen und sei enttäuscht. Dreimal habe er ihn zugerufen, gegrüßt, doch nie hätte Gabius seinen Gruß erwidert. Heute Morgen habe ich Kiptanui geschrieben, er müsse Verständnis haben, schrieb etwas von Tunnelblick und Konzentration.
Dieter Baumann – Brot und Spiele +

Dieter Baumann spielt Theater:

Kabarett-Termine
Fr. 18.01.2012 - Pfullingen - Schloss Schule / 20:00 Uhr
Mi. 06.02.2013 - Frankfurt - in der KäS / 20:00 Uhr

www.dieterbaumann.de
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