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Äthiopischer Marathon-Olympiasieger Abebe Bikila

Der Äthiopier Abebe Bikila hat 1960 und 1964 Olympiagold im Marathon gewonnen.

Der äthiopische Marathonläufer Abebe Bikila, am 7. August 1932 in Mout geboren, ist mit seinen zwei Marathon-Olympiasiegen 1960 und 1964 in die Geschichte des Laufsports eingegangen. Begonnen hatte alles am 10. September 1960 in Rom:

Das antike Rom gab den Olympischen Spielen 1960 sein Gepräge. Es war eine gespenstische Szenerie an diesem Abend, am Abend des Marathons, als im fahlen Licht der Begleitfahrzeuge Abebe Bikila, der hagere Soldat aus der Leibgarde Haile Selassies, dem Ziel als erster afrikanischer Olympiasieger entgegenlief, barfuß wohlgemerkt. Nicht nur die Römer waren hingerissen. Abebe Bikilas Sieg in Rom bildete den eigentlichen Auftakt zum ostafrikanischen Vorstoß in die Welt der Leichtathletik. Es war der Anfang einer Überlegenheit, die vor allem in den letzten 20 Jahren immer ausgeprägter wurde. Bis dahin hatten Europäer die Laufszene beherrscht, ab und zu unterbrochen von Amerikanern, Neuseeländern oder Australiern.

Abebe Bikilas Trainer war Onni Niskanen, ein Finne, der 1947 in Äthiopien eine Regierungsstelle als Verantwortlicher für die Organisation des Leichtathletikprogramms annahm. Er kombinierte sein Wissen über das Mittel- und Langstreckentraining mit dem natürlichen Talent der Äthiopier und den Vorteilen der Höhenlage des ostafrikanischen Landes. Viele Läufe fanden im hügeligen Gelände außerhalb von Addis Abeba statt, doch daneben gab es auch Bahntrainings und lange Läufe von über 30 Kilometern. So lief Abebe Bikila in der Vorbereitung auf seinen ersten Marathon, der nur einen Monat vor den Olympischen Spielen stattfand, in einer Woche zweimal 32 km.

Diesen ersten Marathon beendete Abebe Bikila in 2:21:23 Stunden - auf 2400 m über dem Meer! Bei seinem Sieg in Rom realisierte er mit 2:15:16 eine Weltbestzeit. Vier Jahre später in Tokio wiederholte er seinen Olympiatriumph, diesmal mit Schuhen, obwohl er sich nur sechs Wochen zuvor einer Blinddarmoperation hatte unterziehen müssen. Seine 2:12:11 bedeuteten erneut Weltbestzeit. Unvergesslich, wie er sich nach seinem Sieg gemütlich auf dem Rasen des Stadionovals niederließ und geschmeidige Lockerungsübungen vollführte.

In Mexico City hoffte er auf das dritte Olympiagold. Er war aber schon mit einer Knochenhautentzündung angetreten und musste nach 15 Kilometern aufgeben. Im gleichen Jahr, 1968, hatte er einen schweren Autounfall, bei dem er nur knapp überlebte, querschnittsgelähmt. In der Nacht auf den 15. Oktober 1973 starb Abebe Bikila mit nur 41 Jahren. Von diesem Tag an begann sein Mythos erst richtig zu leben.
07.08.2015
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