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10.000-Meter-Olympiasiegerin Almaz Ayana

Almaz Ayana gewann in Rio de Janeiro in Weltrekordzeit Olympisches Gold über 10.000 Meter.

Welt-Leichtathletin des Jahres 2016 Almaz Ayana +
Foto: race-news-service.com

Almaz Ayana knackte in Rio de Janeiro den 10.000-Meter-Weltrekord.

Almaz Ayana Eba ist eine am 21. November 1991 in der Benishangul-Region geborene äthiopische Langstreckenläuferin. Ihren größten Erfolg feierte sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als sie den 23 Jahre alten Weltrekord der Chinesin Wang Junxia um über 14 Sekunden auf 29:17,45 Minuten verbesserte. Über 5.000 Meter gewann sie Bronze.

Die 1,66 Meter große Ayana feierte ihre ersten Erfolge auf internationaler Bühne über die 3.000- sowie die 5.000-Meter-Distanz. Auch über 3.000 Meter Hindernis konnte sie bereits überzeugen, so beispielsweise bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 in Moncton, bei denen sie in 9:48,08 Minuten auf den fünften Rang kam. In Brüssel lief sie zudem nur fünf Wochen später ganze 26 Sekunden schneller, womit sie den Juniorenweltrekord auf 9:22,51 Minuten verbesserte. Zudem startete sie mehrfach bei Straßenläufen, bei denen sie unter anderem durch einen starken zweiten Gesamtplatz (32:19 Minuten) bei der São Silvestre de Luanda auf sich aufmerksam machen konnte. Es folgte zwei Jahre, in denen sie sich auf die 3.000 Meter sowie die 5.000 Meter konzentrierte. Ebenfalls im Brüsseler Boudewijnstadion lief sie so in 14:57,97 Minuten die 5.000 Meter 2012 erstmals unter 15 Minuten. 2013 konnte sie dann ihre erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft im Senioren-Bereich gewinnen. In der russischen Hauptstadt Moskau lief sie über 5.000 Meter in 14:51,33 Minuten zu Weltmeisterschafts-Bronze.

2014 wurde die inzwischen 23-jährige Almaz Ayana bei den kontinentalen Meisterschaften in Marrakesch zu Gold über 5.000 Meter (15:33,32 Minuten). Mit ihrer Zeit von 14:29,19 Minuten, die sie im Juli 2014 in Monaco lief konnte sie erstmals wieder an ihre deutliche Bestzeit aus dem Sommer 2013 anknüpfen, bei der sie im Norden von Paris im Stade de France 14:25,84 Minuten gelaufen war. Die wohl stärkste Leistung zeigte sie jedoch in Doha, wo sie über 3.000 Meter ihre Bestzeit um fast 20 Sekunden auf 8:24,58 Minuten verbesserte. 2015 ging sie erneut bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die dieses Mal in Peking in China stattfanden, an den Start. Nach Platz drei zwei Jahre zuvor war sie dieses Mal fest entschlossen sich erstmals zur Weltmeisterin machen zu wollen. Dies gelang ihr, indem sie dominant wie selten eine Siegerin des 5.000-Meter-WM-Rennens zuvor zu Gold sowie zum neunen Meisterschaftsrekord lief. In 14:26,83 Minuten gewann Ayana deutlich vor ihren Landsfrauen Senbere Teferi (14:44,07 Minuten) und Genzebe Dibaba (14:44,14 Minuten). Den drei Äthiopierinnen folgten auf den weiteren Plätzen vier Kenianerinnen. Noch schneller lief sie beim Diamond League Meeting in Shanghai, als sie bereits nach 14:14,32 Minuten die zwölfeinhalb Runden beendet und eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt hatte. Ebenfalls eine neue Bestzeit erlief sie in Rabat, wo sie für die 3.000 Meter 8:22,22 Minuten brauchte.

Als amtierende Weltmeisterin wurde sie wie erwartet auch für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro berufen. Vom Doppel-Olympiasieg träumend, ging sie am 12. August 2016 erstmals in einem Olympischen Rennen an den Start. Während die Kenianerin Alice Nawowuna, die am Ende in 29:53,51 Minuten auf Rang vier landete, die erste Rennhälfte das Feld anführte, schlug die Stunde Ayanas auf den zweiten 5.000 Metern. Mit einem fulminanten Rennen unterbot sie den 1993 von der Chinesin Wang aufgestellte Weltrekord um 14,33 Sekunden und kürte sich so nach 29:17,45 Minuten zur Olympiasiegerin. Rund 15 Sekunden später folgte ihr Vivian Cheruiyot, die den alten Weltrekord nur um wenige Zehntel verpasste. Dritte wurde Ayanas Landsfrau und gleichzeitig 5.000-Meter-Weltrekordhalterin Tirunesh Dibaba (29:43,56 Minuten). Auch Dibabas Rekord hatte Ayana kurz vor ihrer Reise nach Rio de Janeiro zu knacken versucht. Sie scheiterte in 14:12,59 Minuten allerdings knapp an Dibabas Weltrekord-Zeit von 14:11,15 Minuten. Mit der ersten Goldmedaille sowie einem neuen Weltrekord in der Tasche ging sie vier Tage später beim 5.000-Meter-Vorlauf an den Start. Diesen gewann sie in 15:04,35 Minuten deutlich. Die erwartete Steigerung folgte im Finale. Ihre Zeit von 14:33,59 Minuten reichte letzten Endes jedoch nur zu Bronze, da die Kenianerinnen Vivian Cheruiyot und Hellen Obiri Ayana um sieben bzw. vier Sekunden distanziert hatten. Gerade aufgrund ihres überragenden 10.000-Meter-Rennens kamen in der Folge zahlreiche kritische Stimmen auf, die an der Sauberkeit Ayanas zweifelten. Schließlich hatte das Anti-Doping-System Äthiopiens erst wenige Tage zuvor für massive Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Zu den Skeptikern zählte beispielsweise Marathon-Weltrekordhalterin Paula Radcliffe.
Autor: Jonas Müller 26.07.2017
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