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Fast-Weltrekord über die Halbmarathon-Distanz Carsten Eich

Carsten Eich ist als einer der erfolgreichsten deutschen Straßenläufer aller Zeiten bekannt und hält seit 1993 die deutschen Rekord über die Halbmarathon- als auch die Zehn-Kilometer-Distanz.

Carsten Eich: Europarekord +
Foto: www.photorun.net

Nur 24 Stunden fehlten Eich 1992 zum Weltrekord

Carsten Eich wurde am 9. Januar 1970 in Leipzig geboren und ist ehemaliger deutscher Langstreckenläufer, der besonders durch seinen Halbmarathon-Europarekord auch auf internationaler Ebene Bekanntheit erlangte. Bei einer Körpergröße von 1,90 Metern wog er in seinen sportlich besten Jahren 65 Kilogramm. Besonders in den 1990er Jahren machte er durch Straßenlauf-Leistungen auf höchstem Niveau von sich reden.

Als Elfjähriger begann er bei der SG Dynamo Leipzig mit dem Mittelstreckenlauf, bevor ab 1984 für den SC DHfK Leipzig startete, wo er fortan unter Wolfgang Heinig trainierte. Nach einem einjährigen Gastspiel beim SG MoGoNo zog es ihn 1993 wieder zurück zum SC DHfK Leipzig, wo er bis 1996 blieb. In den Folgejahren wechselte er weiter drei Mal den Verein, 1997 zum LAC Quelle, 2002 zur LG Braunschweig und 2004 zum rheinmarathon düsseldorf e.V. Ab 1995 wurde er von Axel Krippschock trainiert.

Eichs internationale Karriere begann mit seinem Junioren-Europameister-Titel, den er 1989 über 5.000 Meter errang. Ein Jahr später startete er als Deutscher Meister über 10.000 Meter bei den in Split stattfindenden Europameisterschaften der Erwachsenen über eben jene 10.000 Meter, wo er 22. wurde. Bereits 1992 nahm er erstmals an den Olympischen Spielen teil. In Barcelona verpasste er jedoch den Endlauf. Ein famoser Lauf gelang ihm jedoch am 04.04.1993 als er beim Berliner Halbmarathon nicht nur den bestehenden Europarekord knackte, sondern in 60:34 Minuten auch zwölf Sekunden unter der bis zum 03.04.1993 bestehenden Weltrekordzeit von Dionisio Cerón blieb. Dass er sich am Ende doch nicht Weltrekordhalter nennen durfte, lag einzig an Moses Tanui, der am Vortag des Berliner Halbmarathons in Mailand als erster Mensch unter einer Stunde geblieben war und so den Weltrekord um ganze 59 Sekunden auf 59:47 Minuten verbessert hatte. Es dauerte bis 1998 bis Tanuis Weltrekord durch Paul Tergat unterboten werden konnte. Dieser lief ebenfalls in Mailand exakt fünf Jahre nach Eichs Europarekord 59:17 Minuten. Auch dieser Weltrekord wurde in der Folge noch weitere fünf Mal verbessert, dreimal davon durch den inzwischen verstorbenen Samuel Wanjiru.

Nur wenige Tage später knackte Carsten Eich auch den Zehn-Kilometer-Streckenrekord des prestigeträchtigen Paderborner Osterlaufs in 27:47 Minuten, was gleichzeitig noch heute bestehender deutscher Rekord über zehn Kilometer ist. Nach einem dritten Platz beim Hamburg-Marathon im selben Jahr, entschied er sich bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1994 in Helsinki ebenfalls über die Distanz von 42,195 Kilometern starten zu wollen. Dort erreichte er in 2:17:54 Stunden den 35. Platz. Bei den Halbmarathon-Europameisterschaften erlief er den 15. Rang, zwei Jahre später den 60. Rang. Sein letztes großes Rennen als Bahnläufer machte er bei den Weltmeisterschaften in Athen 1997 als er über 10.000 Meter den Endlauf erreichte. Seine Bestzeit über 10.000 Meter steht bei 27:41,94 Minuten, die er ebenfalls 1997 in Barakaldo lief.

Nach seinem Wechsel zum Straßenlauf 1998 siegte er beim Köln-Marathon und wurde im Frühjahr 1999 beim Hamburg-Marathon Gesamtzweiter sowie Deutscher Marathon-Meister. Seine Zeit von 2:10:22 Stunden war die schnellste Zeit, die er jemals über die Marathon-Distanz lief. Folglich qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele 2000 in Sydney, wo er den Marathon als 54. Läufer finishte. Bevor er seine Karriere Ende 2017 ausklingen ließ, gewann er 2002 den Leipzig-Marathon und 2004 den Düsseldorf-Marathon.

Seine 15 gesammelten deutschen Meistertitel reichen vom Jahr 1989, als er DDR-Meister über 5.000 und 10.000 Meter wurde, bis ins Jahr 2006, als er über zehn Kilometer sowie die Halbmarathon-Distanz am schnellsten war. So konnte er sich über die Jahre auf allen Distanzen zwischen 5.000 Meter und Marathon mindestens einmal, teilweise sogar acht Mal, zum Deutschen Meister machen.

Inzwischen arbeitet Eich im Sport- und Gesundheitsmanagement und wurde 2012 Trainer von Sabrina Mockenhaupt. Inzwischen hat er so auch sein eigenes Unternehmen gegründet, mit dem er Workshops, Seminare und Laufreisen anbietet. Nebenbei ist er in der Organisation diverser Laufveranstaltungen in Deutschland und Österreich tätig.


Homepage: www.carsten-eich.de
Autor: Jonas Müller 28.05.2017
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