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Läuferinnen-Portraits Diese Frauen laufen Marathon

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Zum Artikel: Vier Frauen vorm ersten Marathon - "Es ist ein Gefühl, als könne man alles schaffen"

1 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Bettina Mollus
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Bettina Mollus

"Ich bin gerade in der finalen Vorbereitung für meinen dritten Berlin-Marathon! Ich freue mich riesig, denn die Atmosphäre ist einfach der Hammer. Da läuft es sich von ganz alleine."


2 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Silvia Schröder
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Silvia Schröder

"Ich bin begeistert, wie ihr den Frauen Mut macht und sie bei Ihrem ersten Marathon begleitet. Gemeinsam sind wir stark! Mein Name ist Silvia Schröder und ich bin 46 Jahre alt. Im letzten Jahr, ganz genau am 24.04.2016 bin ich in Düsseldorf meinen ersten Marathon gelaufen und es war unglaublich!

Hintergrund hierzu war, dass ich im Außendienst (mit Übernachtungen) arbeite und unter der Woche keine Zeit finde, um einem regelmäßigen Sport nachzugehen. Laufen, dachte ich, kann ich überall und bin vor ca. 10 Jahren als "Gelegenheitsläuferin" gestartet. Angefangen bin ich mit 5 km, 8 km, 10 km, 15 Km... Dabei dachte ich manchmal, ich könnte ja einfach mal weiterlaufen, schauen, was mir noch Freude macht und so bin ich im letzten Jahr bei der Marathondistanz von 42,195 Km angekommen. Das ich das jemals überhaupt schaffen würde, hätte ich selbst vor 3 Jahren noch nicht gedacht. Auslöser für die tatsächliche Teilnahme am Marathon war u.a. mein Vorgesetzter, der auch seinen ersten Marathon lief. Ich versuchte nach diversen Trainingsplänen zu trainieren und achtete auf lange Ausdauerläufe, die in der Tat das Fundament einer Langstrecke bilden. Ich lief bei Sonnenschein, Regen, starken Wind, im Dunkeln, in den Morgenstunden und im Schnee – das allein war in der Vorbereitung schon eine besondere Erfahrung.

Am Marathontag ging es morgens um 07:00 Uhr los. Alle Läufer kamen zusammen, motivierten sich und besonders uns Neulinge mit bestärkten Worten. Die ersten 20 km bin ich im 6:30 Schnitt gelaufen und fühlte mich fantastisch, genoss die Welt und Eindrücke um mich herum, es war wunderbar. Selbst bei KM 30, holte ich mein Handy raus und fotografierte den Streckenpunkt, weil ich es kaum glauben konnte bis dahin so gut durchgekommen zu sein. Ab km 36 schoss es mir unglücklicherweise ins linke Knie, dass ich nicht mehr laufen oder gehen konnte- ein stechender Schmerz aus dem nichts. Im Training hatte ich das zwei mal aber eher am Anfang der Vorbereitung. Ich dachte, was mach ich nun? Die letzten Kilometer so kurz vor dem Ziel aufgeben? Niemals! Ich humpelte, ging und lief mit Schmerz langsam weiter. Als ich das Ziel sah, nahm ich all meine letzten Kräfte zusammen und "überlief den Schmerz". Über die Ziellinie zu laufen war ein unbeschreibliches Gefühl aus Endorphinen-Cocktail und tanzende Brausestäbchen. Überwältigt, glücklich und erstaunt was ich alles ganz allein mit Ehrgeiz, Disziplin und Kraft geschafft habe. Mit 4:53 Stunden bin ich ins Ziel laufen.

Ich kann nur jeder Läuferin Mut machen sagen – es lohnt sich. Die Zeit ist völlig sekundär, durchkommen und den Lauf erleben, darauf kommt es an. Trau dich! Der Schmerz vergeht, doch der Stolz bleibt für immer. Allen Frauen, die ihren ersten Marathon finishen wollen, halte ich feste die Daumen und sende Energie, wenn sie benötigt wird. Ihr schafft das!"



3 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Romy Schwaiger
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Romy Schwaiger

"Ich werde genauso wie die vier "Who Said Girls Can't Race"-Mädels am Sonntag in Berlin meinen ersten Marathon laufen. Ich bin 29 Jahre alt, wohne in München und bereite mich mittlerweile seit genau 12 Wochen auf die ersten 42,195 Kilometer meines Lebens vor. Ich habe bis Ende 2014 selbst aktiv Fußball bis zur 2. Bundesliga gespielt und musste dann aufhören, da ich aufgrund meines Jobs keine Zeit mehr für das regelmäßige Training und die Spiele am Wochenende hatte. Bereits Ende 2013 hatte ich schon mit dem Laufen angefangen, damals habe ich in Berlin gewohnt und habe 10 Kilogramm mehr gewogen. Am Anfang bin ich also sehr, sehr langsam gelaufen und habe immer meine Runde um das Tempelhofer Feld gezogen. Mit der Zeit ist es dann natürlich besser geworden, ich konnte schneller laufen und habe vor allem auch längere Distanzen geschafft.

So richtig viel laufen tue ich jetzt seit dem Frühjahr 2016 wieder, als ich über eine Arbeitskollegin auf die Adidas Runners in München aufmerksam gemacht wurde und dort zum ersten Mal ins wöchentliche Lauftraining gegangen bin. Ich bin davor immer alleine laufen gegangen, da ich selten jemanden gefunden habe, der die gleiche Strecke im gleichen Tempo gelaufen ist. Bei den Adidas Runners habe ich dann aber sofort Anschluss gefunden und konnte mir immer aussuchen, welches Tempo ich laufen möchte - je nach Tagesform. Im Juni 2016 hat Adidas dann das "Who Said Girls Can't Race"-Programm das erste Mal ins Leben gerufen, damals konnte ich mir jedoch absolut nicht vorstellen, jemals einen Marathon in meinem Leben zu laufen. Stattdessen bin ich dann aber im Herbst 2016 meinen erst zweiten Halbmarathon beim Tegernseelauf gelaufen und dabei auch das erste Mal unter zwei Stunden (Zielzeit: 1:54:22 Stunden). Als dann im November 2016 die Anmeldung für die Lotterie um einen Startplatz beim Berlin Marathon 2017 offen war, habe ich mich spontan einfach mal angemeldet - ein wenig jedoch auch mit der Hoffnung, dass ich kein Losglück haben werde. Als ich dann Anfang Dezember 2016 die E-Mail-Benachrichtigung bekommen habe, dass ich bei der Lotterie einen Startplatz "gewonnen" habe, wusste ich erstmal nicht, ob ich es wirklich durchziehen würde.

Über den Sommer hinweg standen viele Long Runs an, vor zwei Wochen bin ich dann das erste Mal 35 Kilometer gelaufen. Und nun ist es fast soweit, in vier Tagen steht der große Lauf in Berlin an und ich muss sagen, mir geht aktuell schon dermaßen die Sause, dass ich vermutlich die Nacht vor dem Berlin Marathon kein Auge zu tun werde. Ich freue mich jetzt allerdings darauf, die zwölf Wochen Marathon-Training hinter mich gebracht zu haben, denn genau heute Abend stand mein allerletzter Vorbereitungslauf auf dem Trainingsplan! Und ich bin mir sicher, dass der Tag schneller vorbei gehen wird, als ich schauen kann.

Das Laufen an sich und natürlich die Adidas Runners sind mittlerweile ein sehr großer Teil meines Lebens, den ich niemals missen wollen würde."

4 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Evelyn Bochmann
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Evelyn Bochmann

"Ich bin im September 2016 meinen ersten Marathon gelaufen – mit 58 Jahren. Auf dem Foto bin ich (im blauen Laufshirt) mit meiner Lauffreundin Antje zu sehen, die an diesem Tag einen Halbmarathon gefinisht hat. Ich war überglücklich und überwältigt, dass ich das geschafft habe. Wie habe ich mich vorbereitet? Meist allein, aber nach Plan von April bis September mit dem neuen großen RUNNER'S WORLD-Buch vom Laufen.

Die Motivation ist für mich kein Problem gewesen. Ich laufe als Ausgleich zu meinem Job als Lehrerin und es macht mir Spaß. Erst mit 52 Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen weil ich vor der Entscheidung stand: fit oder fett? Ich habe mich für fit entschieden, auch um noch lange mit meinen sieben Enkeln spielen und herumtoben zu können. Ich habe Unterstützung von meinem Mann, er fährt Rennrad und trainiert auch, in der Marathonvorbereitung hat mich oft ein leckeres Essen erwartet, er hat mit mir schöne Strecken für die langen Läufe ausgesucht. Ich habe anderen Läufern von meinem Plan erzählt und deren Ansporn hat mir Mut gegeben.

Am Wettkampftag war so eine tolle Stimmung an der Strecke, mein Mann war dabei, was bei Kilometer 32 durchaus geholfen hat, Antje hat bei km 21 gejubelt und mich noch mal so richtig gepusht und ich habe in 4:35 h gefinisht, aber die Zeit war für mich wirklich zweitrangig, ich war und bin stolz auf diesen Lauf und er wird nicht der letzte Marathon sein, es gibt schon wieder Pläne. Who said girls can't race? Even grandma can!"

5 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Carina Fenk
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Carina Fenk

"Ich werde am 8. Oktober in München meinen ersten Marathon laufen. Den Plan einen Marathon zu laufen gibt es schon länger, aber nach dem bisher größten Ziel dem Dreiviertelmarathon in Regensburg ging alles ganz schnell. Aus einem Scherz heraus wurde Ernst und ich habe mich zusammen mit meinem Laufpartner zum Marathon angemeldet. Jetzt gibt es kein zurück mehr, selbst wenn es bei meinem 12-Wochen-Trainingsplan Höhen und Tiefen gab. Es war eine tolle Zeit, die Testwettkämpfe pushen einen zusätzlich und ich freue mich schon auf meinen großen Tag!"

6 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Diana Mayer-Bartholmess
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Diana Mayer-Bartholmess

"Ich laufe am 08.10.17 meinen ersten Marathon in Bräunlingen/Schwarzwald. Überhaupt begonnen mit dem Laufen habe ich erst im Januar 2016 und "renne" seither mit steigender Freude und Kilometeranzahl. Für die 42 Kilometer habe ich mich nicht an einen Plan gehalten, sondern in den letzten drei Monaten "nur" die Entfernungen bei den Longrun aufgestockt. So bin ich jetzt fünf mal zwischen 30 und 45 km gelaufen und fühle mich gewappnet. Die Pace ist egal, gesund ankommen ist vorrangiger."

7 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Maike Niehs
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Maike Niehs

"Am 30.04.2017 habe ich mir meinen lang ersehnten Traum des Marathonlaufens erfüllt. In meiner Heimatstadt Düsseldorf bin ich mit der Startnummer 1989 (mein Geburtsjahr) um 09:00 in der Früh an den Start gegangen und habe nach 04:51:55 erschöpft aber überglücklich das Ziel erreicht.

Die Idee, mal einen Marathon zu laufen hatte ich bereits vor Jahren mal im Kopf, doch erst 2016 (genau ein Jahr vor dem Marathon in diesem Jahr) habe ich den Entschluss gefasst, mich einfach anzumelden. Mit der Anmeldung begann mein Trainingsplan – In 365 Tagen auf 42 Kilometer! Es war ein hartes Training, doch am Ende wurde ich belohnt dafür!

Ich kann es nur jedem Läufer / jeder Läuferin ans Herz legen, einmal im Leben einen Marathon zu laufen. Dieses Gefühl und die Emotionen die einen vor, während und nach dem Lauf überkommen sind einfach der Wahnsinn und mit nichts anderem vergleichbar. Ich werde es sicher ein zweites Mal tun – vielleicht im nächsten Jahr!“


8 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Anita Pappenscheller
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Anita Pappenscheller

"Einmal im Leben Marathon laufen – das war schon immer mein Traum! Doch immer dachte ich, dass wäre etwas für später. Meinem vorlauten Mundwerk ("Wenn du läufst, laufe ich auch!") habe ich es zu verdanken, dass ich dieses Ziel schon viel früher als gedacht erreicht habe. Für jede Frau ist es machbar, einen Marathon zu laufen. Ja, man muss dafür hart trainieren und ja, es ist nicht immer leicht, aber der Moment, wenn du die Ziellinie überquerst und es geschafft hast, ist einfach unbeschreiblich!"

9 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Birgit Kuss
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Birgit Kuss

„Seit mittlerweile sechs Jahren, seit mein Mann und ich mit dem Rauchen aufgehört haben, laufen wir meistens drei Mal in der Woche. Angefangen haben wir mit 10-Kilometer-Wettkämpfen, hier konnte ich mich von 59:50 Minuten im Jahr 2012 auf aktuell 50:55 Minuten steigern. Bei meinem dritten Halbmarathon habe ich in diesem Jahr meine persönliche Bestzeit auf 01:57:03 Stunden verbessern können.

Durch einen professionellen Laufkurs ermutigt, habe ich mich nun für meinen ersten Marathon im nächsten Jahr am 29.04. in Hamburg angemeldet. Die Stimmung der Zuschauer an der Strecke soll bombastisch sein und der ebene Streckenverlauf wurde mir von Laufkollegen wärmstens empfohlen. Mit der noch langen Vorbereitungszeit und den kompetenten Lauftrainern gehe ich relativ entspannt an die neue sportliche Herausforderung heran.

Ich denke, dass der zeitliche Aufwand, den man für einen Marathon benötigt, viele Frauen abschreckt, die Königsdisziplin zu laufen. Diese Distanz läuft man nicht einfach so, hier sollte eine gute Vorbereitungsphase vorausgegangen sein. Da viele Frauen mit Beruf und/oder Familie schon gut ausgelastet sind, scheuen die meisten wahrscheinlich das zeitaufwändige Training. Auch ich habe Respekt vor dem Zeitaufwand, aber fühle mich jetzt fit genug und bin total motiviert den Marathon im nächsten Jahr gut zu laufen.“

10 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Gabi
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Gabi aus Nürnberg

„Ich bin 51 Jahre alt (und bereits dreifache Oma) und werde am 02.12.17 in Negril, Jamaika, meinen ersten Marathon laufen. Bisher waren meine Sportarten eher Klettern und Bergsteigen. Zum Laufen ging ich um dafür die Ausdauer zu steigern. Aber dann hat mich das Läufervirus erwischt und jetzt hoffe ich sehr, den Lauf in einer einigermaßen guten Zeit zu laufen. Wobei das bei mir ca. 4:10 Stunden wären.

Ich bin selbstständig, dann gibt es noch meine Familie und trotzdem versuche ich mindestens dreimal pro Woche zu laufen. Was leider nicht immer klappt und mir dann fehlt.Wenn ich es am 02.12. gut hinbekomme, wäre es ein weiterer Meilenstein in meinen Leben. Ich habe eine defekte Aortenklappe und zusammen mit meinem Arzt beschlossen mich davon nicht aufhalten zu lassen. Durch den Sport liegt meine Leistungsfähigkeit weit über dem Schnitt von Frauen in meinem Alter.“


11 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Wiebke Burkard
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Wiebke Burkard

„Ich laufe leidenschaftlich gerne. Im Frühjahr bin ich in Bonn meinen ersten Halbmarathon in einer Zeit von 1:48 Stunden mitgelaufen. Am 01.10.2017 laufe ich in Köln den Halbmarathon mit und nächstes Jahr möchte ich den kompletten Marathon laufen.“


12 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Ute Saalasti
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Ute Saalasti

„Um es direkt vorwegzunehmen: Ich habe meinen ersten Marathon noch vor mir. Zwischen August und Dezember 2015 beschloss ich, damals 52, dass es mit meinem Gewicht (86,7 kg bei 1,78 m) nicht weiter aufwärts gehen dürfte und begann eine Formula-Diät, im Verlaufe derer ich innerhalb von 6 Monaten bis auf gut 63 kg abspeckte. Mein Fettanteil sank von 23% in dieser Zeit auf 8%, nicht zuletzt dadurch, dass ich als Couchpotatoe zunächst viel (!) Coretraining zuhause und Zirkeltraining im Fitnessstudio absolvierte, und auch im Januar 2016 anfing zu laufen. Was ich bis dahin immer ganz schrecklich gefunden hatte.

Anfangs kippte ich nach 400 m Laufen fast aus den Schuhen, aber schon Anfang März nahm ich an meinem ersten Wettkampf über 10 km Teil, den ich in gut 58 Minuten absolvierte. Ein 9-Meilen-Lauf (14,4 km) folgte am 1. Mai mit einer Pace von 5:35 und, trotz eines Muskelfaserrissverdachts im hinteren rechten Oberschenkel am 19. Juni 2016 mein erster Halbmarathon mit 2:24 h. Das Coretraining behielt ich bis dahin dauerhaft bei. Ermutigt durch die schnellen Erfolge und die nie vermutete Freude am Laufen und an der FB-Community, nahm ich an einem Gewinnspiel bei Laufhelden teil und gewann tatsächlich einen Startplatz mit Übernachtung beim Münster Marathon, der Stadt meines Herzens. Ich war außer mir vor Glück und Freude.

Leider macht das Leben mit einem, was es will. Ich habe den Job gewechselt und musste über ein Dreivierteljahr gleichzeitig vier Kolleginnen in Mutterschutz/Elternzeit vertreten und kam so kaum zum Trainieren. Außerdem litt ich bei täglich 10 Stunden Dauersitzen vor dem PC unter extremen Schmerzen beim Sitzen (im Februar endlich per MRT diagnostiziert als Tendinose Tuber Ischiadicum mit Knochenmarködem). So musste ich diesen Gewinn mangels Training und durch die Schmerzen blutenden Herzens im August 2016 zurückgeben.

Zumindest lief ich noch im Oktober in Köln den Halbmarathon (2:11), aber das war sicherlich kein Ersatz für den verlorenen Traum vom Marathon. Ich meldete mich für September 2017 erneut für Münster an. Seitdem kam ich buchstäblich nicht mehr auf die Beine. Depressionen, 12 kg Gewichtszunahme, permanente Schmerzen, weder Zeit noch Kraft zum Laufen oder fürs Coretraining. Im März 2017 entschloss ich mich dennoch kurzfristig, zumindest am gebuchten Venloop HM teilzunehmen, den ich auch in 2:13 absolvierte. Nach nur einem Langstreckentraining über 17 km fünf Tage vorher. Es war ein tolles Event.

Die Zeit zum Trainieren wurde seit März nicht mehr, die Läufe nicht länger, die Pace nicht besser, die Stimmung auch nicht. Dennoch im Mai wieder Teilnahme am völlig verregneten 9-Meilen-Lauf, Pace zwar langsamer als im Vorjahr, aber dennoch um die 5:55. Schon wieder ein Lauf fast ohne vorheriges Training, aus reiner Verzweiflung, aus dem Nichts heraus.

Im Juni 2017 wollte ich wieder durchstarten für den geplanten MüMa - im Urlaub auf Mallorca. Nach drei Tagen, in denen "es" ganz gut lief, der erste Schlussstrich: Bootsunfall, dicke Zehenprellung, vier Wochen kam ich in keinen Schuh.Dann ging ich Ende Juni zum Arzt, dachte, ich hole mir vorsichtshalber ein Attest, um Münster auch dieses Jahr wieder abzusagen. Dabei gerade mal nachhaken, wieso der linke Fuß sich so wattig anfühlt. Überweisung zum Orthopäden. Direkte Einweisung ins Krankenhaus: Bandscheibenvorfall L5 mit Fußheberlähmung, Nervenschädigung. Also das endgültige Aus für dieses Jahr. 11 Tage Krankenhaus unter Beobachtung, ob man den Vorfall operieren muss, nach leichter Besserung Entscheidung für die konservative Behandlung, 4 Wochen ambulante Reha.

Seit Mitte August ist die Fußheberparese so weit gebessert, dass ich ganz langsam wieder kurze Stecken laufe. Die Pace ist noch jenseits von Gut und Böse, maximal 7:00 im Schnitt auf mittlerweile zumindest wieder 10 km Distanz. Einmal die Woche gehe ich zum Rückenfit, einmal die Woche zum Pilates. Ich warte zudem auf das Freiwerden eines Platzes im Rehasport (Aquajogging, 50 Einheiten).

Nach wie vor arbeite und sitze ich zu viel, aber ich habe bei der DRV zumindest einen höhenverstellbaren Schreibtisch durchgesetzt. Und meinen Traum vom Marathon in Münster, der Stadt meines Herzens, habe ich noch nicht aufgegeben. Es sind noch 51 Wochen Zeit bis zum nächsten. Ich bin dann ja erst 55 Jahre alt und in der nächsthöheren Altersgruppe!“


13 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Nora Limberg
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Nora Limberg

„Ich bin 23 Jahre alt und bin vor zwei Jahren einen Marathon in Bonn gelaufen, wo ich nun auch studiere. Es waren vier harte Monate voller Training, aber auch einer der besten Zeiten, die ich hier hatte. Vier Mal die Woche laufen. Meine ganze Wochenplanung richtete sich danach. Wann ist das Wetter gut? Wann kann ich feiern gehen? Wann treffe ich mich mit meinen Freunden... Bei jedem Telefonat mit meinen Eltern berichtete ich ihnen aufgeregt von meinen Fortschritten, oder auch von Durchhängern. Viel verstanden sie nicht von Intervalltraining, Schwellentraining oder dem Unterschied zwischen einem Dauerlauf und einem mittleren Dauerlauf. Meine Freunde auch nicht. Aber was sie alle verstanden war, dass es mir so viel Spaß macht und Freude bereitet laufen zu gehen, und dass alles andere hinten anstand und nichts zwischen mir und dem Marathon kommen konnte. Auch nicht, als es aufgrund von Prüfungen in der Uni sehr stressig wurde und ich akzeptieren musste, dass mein Körper in der Zeit die volle Leistung nicht abrufen kann. Aber es half mir zu lernen, den Kopf nicht hängen zu lassen und zu merken: es geht trotzdem weiter. Der krönende Abschluss des Trainings war natürlich der Marathon selbst und dass meine Eltern und Freunde mich besuchen kamen, um mich anzufeuern und mir zuzuschauen. Diese Erinnerungen motivieren mich jetzt noch bei meinen Läufen.“


14 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Haide Neubauer
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Haide Neubauer

„Am 30.10.16 habe ich meinen ersten Marathon in Frankfurt gefinisht – Hand in Hand mit meiner Schwester. Noch 3,5 Jahre vorher war ich nach mehreren Versuchen mit Laufanfänger-Programmen davon überzeugt, dass ich nicht länger als eine Minute am Stück laufen könnte und bin stattdessen gewalkt. Bei einem Wellnesswochenende im April 2013 in Bad Doberan war mir beim Nordic Walking dann so kalt, dass ich die Stöcker unter den Arm geklemmt habe und losgelaufen bin - ganze 3 Kilometer. Von da an bin ich regelmäßig gelaufen und – gepusht von meiner Schwester Svenja – im September meinen ersten Wettkampf über 5 Kilometer gelaufen. Im Januar 2014 habe ich – mit meiner Schwester und meiner Mutter – an einem Laufseminar auf Fuerteventura teilgenommen und Ende März meinen ersten Halbmarathon in Berlin locker gefinisht. Dazu sind wir mit einer ganzen Gruppe von Hamburg nach Berlin gefahren und hatten viel Spaß. Auch meine Familie war an der Laufstrecke bzw. ist mitgelaufen. Danach folgten noch einige Halbmarathons.

Meine Schwester, meine Eltern und mein Schwager wollen am 05.11.2017 nach genau 25 Jahren das zweite Mal den New York Marathon laufen. Es kommen noch einige befreundete Läufer mit und auch ich habe mich nach einigem Hin und Her dafür entschieden. Als "Übung" sollte der Frankfurt Marathon dienen. Also habe ich mit meiner Schwester und einigen anderen Lauffreundinnen ordentlich trainiert und wir sind mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Herbert Steffny hat uns auf der Marathon-Messe noch persönlich Glück gewünscht und die Kinder und meine Eltern standen an der Strecke. Der Mann mit dem Hammer hat mich nicht getroffen, nur die Beine wurden am Ende doch etwas schwer. Aber der Einlauf in die Festhalle nach ca. 5:19 Stunden zusammen mit meiner Schwester war toll! Am 02.11. fliegen wir nun nach New York zu meinem 2. und nach momentaner Planung letzten Marathon. Mal sehen, ob es bei der Planung bleibt ;-).“


15 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: iStockphoto
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Diese Frauen laufen Marathon

Karin Schultz

„Ich gehöre auch zur Minderheit von 25%, die das Marathonfeld auf Läuferinnenseite füllt. Letztes Jahr Frankfurt war mein erstes Mal, bei dem ich mich auf der zweiten Hälfte ziemlich gequält habe, weil ich auf der ersten Hälfte deutlich zu schnell unterwegs war. Im Frühjahr Hamburg, durch den mich meine Schwester gezogen hat, die mit der Bahn mitgefahren ist und immer wieder an der Strecke stand. Jetzt läuft gerade wieder das Training für Frankfurt auf Hochtouren. Irgendwie macht es doch Spaß und die Befriedigung es geschafft zu haben, übersteigt den Schmerz, den man währenddessen und in den Tagen danach erfährt. Und das, obwohl das Laufen im Triathlon definitiv nicht meine Paradedisziplin ist.“


16 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Svenja Humbert
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Svenja Humbert

„Ich starte meinen ersten Marathon zwar nicht in Berlin aber am 1.10.17 In Köln, mit größter Hoffnung auch zu finishen.“


17 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Tanja Scholz
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Tanja Scholz

„Mein Name ist Tanja und ich bin Trainerin. Ich unterrichte verschiedene Kursprofile wie Deepwork, Cross, Cycling und Tae Bo. Mit dem Laufen habe ich erst im Oktober letzten Jahres angefangen. Und es macht Riesenspaß. In 2017 habe ich vier Halbmarathons und vier 10-Kilometer-Läufe absolviert. Mein Ziel ist es den ersten Marathon im April 2018 in Wien zu laufen und darauf trainiere ich derzeit eifrig.“

18 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Marlena Teitge
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Marlena Teitge

„Ich bin dieses Jahr meinen vierten Marathon gelaufen und bin süchtig danach! Ich trainiere gerade für einen Trail-Marathon im Dezember in Dorset, Großbritannien – eine neue Herausforderung, weil ich bisher nur City-Läufe gelaufen bin.

Meinen ersten Marathon bin ich 2012 in Lissabon gelaufen und renne seitdem jedes Jahr einen. Für Lissabon habe ich drei Monate trainiert. Zu der Zeit lebte ich in Südfrankreich, und da es dort sehr warm war, habe ich meistens früh morgens oder spät abends trainiert. Ich habe versucht vier Mal die Woche zu laufen: drei kurze bis mittellange Läufe und am Wochenende einen langen Lauf. Man sollte es mit dem Training nicht übertreiben, die Ruhetage zwischen den Trainingseinheiten sind enorm wichtig für die Regeneration der Muskeln. Ich habe meine Trainingseinheiten um meinen Vollzeit-Job als Lektorin an der Uni herumgebaut, Abstriche musste ich nur am Wochenende machen, weil ein langer Lauf schon mal drei Stunden vom Tag verschluckt und ich so nicht wegfahren oder andere Pläne machen konnte.

Aber das Gefühl, wenn man nach 42,195 Kilometern und drei Monaten Training endlich ins Ziel läuft, macht die ganze Anstrengung wett! Es ist eine Mischung aus Stolz, purer Freude und Unbegreiflichkeit, dass man es wirklich geschafft hat! Ende dieses Jahres laufe ich meinen fünften Marathon und ich hoffe, ich werde auch noch als Großmutter laufen!

Seit August organisiere ich Läufe für Touristen in Brno, die die Sehenswürdigkeiten laufend entdecken möchten. Schaut doch mal auf meiner Webseite www.runningtoursbrno.com vorbei!"


19 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Sarah Zimmermann
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Sarah Zimmermann von "Laufzeit für mich"

„‘Herzlichen Glückwunsch, du bist im ‚Laufzeit für mich-Team‘!‘ Auf diese Antwort hatte ich gewartet. Nun war ich meinem Ziel ein gutes Stück näher. Hatte ich mir Ende 2016 zum Vorsatz genommen, im neuen Jahr meinen ersten Halbmarathon zu laufen, so hatte ich keine Ahnung, wie ich dies bewerkstelligen sollte. Immerhin war ich bis dato noch nie über acht Kilometer hinausgekommen. Von meiner Geschwindigkeit mal ganz zu schweigen. So kam mir der Aufruf des WLV (Württembergischer Leichtathletik-Verband e.V.) gerade recht. Gesucht wurden zehn bis zwölf volljährige Frauen aus dem Raum Stuttgart, welche sich gemeinsam der Herausforderung Halbmarathon stellen wollten. Vorerfahrungen waren nicht notwendig, aber wir sollten bereit sein, ein halbes Jahr zu investieren, um uns für den Stuttgart-Lauf vorzubereiten. Voraussetzungen waren Spaß am Laufen, uns medial begleiten zu lassen und in sozialen Netzwerken unsere persönlichen Erfahrungen festzuhalten.

Als Auftaktveranstaltung diente Mitte Januar die Pressekonferenz für den 24. Stuttgart-Lauf. Wir lernten unsere durch den WLV zur Verfügung gestellte Trainerin kennen und Arne Gabius, den Stuttgart-Lauf Botschafter, deutscher Marathon-Rekordläufer und Mit-Initiator von Laufzeit für mich. Beide sollten für uns in den kommenden Monaten zu wichtigen Begleitern auf dem Weg zum Halbmarathon werden. Außerdem begegnete sich das ‚Laufzeit für mich-Team‘ zum ersten Mal: Ein buntgemischter Haufen bestehend aus zwölf Frauen, jede mit einer ganz persönlichen Laufbiographie, ihren eigenen Vorerfahrungen und den verschiedensten Ambitionen! Der einen ging es um das bloße Ankommen, der anderen um neue Bestzeiten. Doch wie man es auch drehte und wendete: die 21,1 Kilometer bewältigen wollten wir alle.

Nachdem uns dank einer sportmedizinischen Untersuchung allen bestätigt wurde, dass wir lauftauglich sind, konnten wir endlich mit dem Training loslegen. Jede Woche stand ein gemeinsames zweistündiges Training auf der Cannstatter Festwiese an. Des Weiteren wurden uns individuelle und auf unsere persönlichen Fähigkeiten abgestimmte Trainingspläne entworfen, welche wir an zwei bis drei weiteren Wochentagen einhalten sollten. Zusätzlich zum Laufen standen Stabilisations- und Koordinationseinheiten auf dem Programm. Außerdem brauchte ich dringend eine Pulsuhr, um in der richtigen Herzfrequenz zu laufen und um meine Ergebnisse bei Intervallläufen festhalten zu können. Mir schwirrte der Kopf.
Wie sollte ich das alles mit Job und drei Kleinkindern unter einen Hut bringen? Es klang alles so verwirrend und anstrengend, dass ich mir kurz überlegte, das Handtuch zu werfen. Ich sehnte mich zurück in meinen Wald, in dem ich laufen konnte wie ich wollte und vor allem auch wieder aufhören konnte wann ich wollte. Die anderen sprachen vom „Verlassen der Komfortzone“ und „Grenzen überwinden“. Ich muss zugeben, da hatte mich der Ehrgeiz längst gepackt. Aufgeben ist sowieso keine gute Option. Und außerdem hatten wir eine Mission zu erfüllen: andere Frauen zu motivieren! „Schaut her, was wir können, das könnt ihr auch! Wenn wir uns einen Halbmarathon zutrauen, solltet ihr das auch tun. Gönnt euch Laufzeit mit uns!“

Und das Konzept ging auf. Unser Teamgeist wuchs stetig. Wir fieberten jedem anstehenden Training entgegen, teilten uns gegenseitig neueste Ergebnisse und Laufzeiten mit, bejubelten uns gegenseitig, unterstützen uns in Phasen des Durchhängens, litten mit, wenn sich eine verletzte und begrüßten uns Woche um Woche mit wachsender Begeisterung. Es schmerzten die Schienbeine, die Kniescheiben und das Kreuz. Und trotzdem eilten wir zurück auf die Tartanbahn und trieben uns gegenseitig an. Und bei all der Plackerei und Schinderei blieb eins nie aus – der absolute Spaßfaktor. Und die Bestätigung, dass wir Frauen auf jeden Fall mithalten können, aus uns herauswachsen und ungeahnte Kräfte mobilisieren können.
Im Juni blickten alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem Halbmarathon entgegen. Einerseits waren wir alle froh, nun endlich unter Beweis stellen zu können, was wir uns in den letzten Monaten antrainiert und erarbeitet hatten, andererseits war da diese traurige Stimmung, wissend dass ‚Laufzeit für mich‘ danach zu Ende sein würde. Trotzdem wurde der Stuttgart-Lauf zu einem unvergesslichen Höhepunkt unserer gemeinsamen Laufzeit. Und in all der Freude und Euphorie beschlossen wir, „nach dem Lauf ist vor dem Lauf“ – ‚Laufzeit für mich‘ muss weitergehen. Weil wir ein tolles Team sind, dass sich immer wieder selbst überrascht hat und weil es gemeinsam viel leichter ist, Grenzen zu überwinden. Ich selbst lief meinen ersten Halbmarathon bei brütender Hitze in einer Zeit von 2:04:54. Sechs Wochen später konnte ich mich in meinem zweiten Halbmarathon um über drei Minuten verbessern, woraufhin ich mich direkt für den Berlin-Halbmarathon 2018 angemeldet habe. Gerne würde ich diesen in zwei Stunden schaffen.

Als Team trainieren wir weiterhin gemeinsam im 2-Wochen-Rhythmus und haben uns für diverse weitere Läufe angemeldet (als nächstes treten wir in zwei Gruppen den Staffelmarathon in Frankfurt an). Und auch wenn es im Moment unklar ist, ob wir einen Sponsor finden, der uns in unserem Vorhaben, mehr Frauen in die deutschen Läufe zu bringen und damit die Frauenquote zu erhöhen, unterstützt, so wissen wir für uns, „never stop a running team“ - ‚Laufzeit für mich‘ läuft weiter. Und läuft. Und läuft.“

20 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Steffi Baier
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Steffi Baier

„Auch ich laufe in diesem Jahr meinen ersten Marathon. Ende Oktober ist es in Frankfurt soweit. Die Frage, ob ich das als Frau schaffe stellt sich für mich nicht. Klar schaffe ich das, denn ich will es schaffen. Heutzutage gibt es doch kein Männer- und Frauending mehr. Ob im Job oder im Alltag, wir Frauen müssen uns nicht hinter den Männern verstecken. Erhobenen Hauptes treten wir nach vorne! Denn wir können alles schaffen, was wir wollen!“


21 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Kerstin Mellinghoff
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Kerstin Mellinghoff

„2015 habe ich meinen ersten Marathon absolviert, den Drei-Länder-Lauf am Bodensee. Mein Mann Markus hat mich begleitet (für ihn war es auch Prämiere). Wir haben 4:30 Stunden gebraucht, aber das Ziel war erstmal nur durchkommen. Mein Fazit: die Distanz fordert einem alles ab, man erlebt Höhen und Tiefen, lernt sich selbst und seine Grenzen kennen – und ist am Ende einfach nur stolz, stolz, stolz! Es gibt nichts Besseres für das Selbstbewusstsein (und für die Figur)!

2016 wurden wir bereits beim Vienna City Marathon Wiederholungstäter – die Suchtgefahr ist groß! Und ich freue mich schon auf den nächsten Lauf!“

22 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Julia Kitta
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Julia Kitta

„Ich habe – wie durch ein Wunder – einen Startplatz in NYC bei der jährlichen Lotterie gewonnen und trainiere jetzt voller Vorfreude und großem Respekt.

Danke, dass ihr dem Thema Frauen im Laufsport so viel Aufmerksam schenkt. Gerade am Anfang, wenn man mit dem Laufen beginnt und an Wettkämpfen teilnimmt, ist man (zumindest war ich es) oft von der überwiegenden Teilnahme der Männer eingeschüchtert. Auch bei der Berichterstattung des Berlin Marathons war es in diesem Jahr wieder schade, dass der Zieleinlauf der Frauen im Vergleich zu den Männern nur so kurz gezeigt wurde. Bei euch sehe ich das nicht und das gefällt mir sehr. Danke! Auch "Runner‘s World" ist eine große Laufmotivation!“

23 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Tanja Führer
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Tanja Führer

„Ich bin im April 2016 meinen ersten Marathon in Düsseldorf gelaufen. Großartiges Erlebnis, nächstes Jahr im April wage ich es nochmal."


24 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Isabell Aragon
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Isabell Aragon

„Ich bin 29 Jahre alt, arbeite als Rechtsanwaltsfachangestellte in München und lebe im wunderschönen Landsberg am Lech! 2013 bin ich durch meinen älteren Bruder zum Laufen gekommen, weitere Gründe waren eine Beziehung, die zu Ende ging und mein damaliges sehr hohes Gewicht! Ich beschloss ich muss raus aus meiner Unzufriedenheit und es musste sich etwas ändern! Angefangen mit einem 10 km Stadtlauf bis zu meinem ersten Halbmarathon 2014 und folgend mit meinem ersten Marathon! Danach hatte ich eine längere Laufpause aufgrund einer OP! Seit ca. einem halben Jahr trainiere ich wieder regelmäßig und bin vor einer Woche am Tegernsee meinen ersten Halbmarathon seit zwei Jahren gelaufen. Mein Ziel für 2018 ist nochmal einen Marathon zu schaffen! Das Laufen und vor allem der Marathonlauf hat mein Leben verändert! Ich bin mental sowie physisch viel stärker und kann mit Stress besser umgehen.“

25 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Patricia Carstens
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Patricia Carstens

„Meinen ersten Marathon bin ich dieses Jahr in Berlin gelaufen. Geschafft habe ich ihn in 4:39:12 – darauf war bzw. bin ich super stolz. Ich laufe seit etwa März 2016. Eine Freundin hat mich begeistert und nach einem halben Jahr bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Anschließend haben wir uns im Oktober für Berlin beworben und dachten wir bekommen eh keine Karten. Und siehe da – am Tag der Auslosung im November habe ich eine Karte bekommen. Das Projekt sind wir dann mit Trainingsplan und Wintertraining anständig angegangen. Im Frühjahr stand dann ein Spaß-Halbmarathon in Bonn an und den ganzen Sommer hindurch wurde vier Mal pro Woche trainiert – Neben zwei Kindern, dem Haushalt und einem 28-Stunden-Job gar nicht immer einfach.“

26 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Jacqueline Fausik
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Jacqueline Fausik

„Auch ich gehöre zu den „Who Said Girls Can´t Race“-Girls aus Wien. Ich hatte mein Marathon-Debüt beim Berlin-Marathon am 24. September. Niemals hätte ich mir erträumen lassen, dass ich jemals in meinem Leben einen Marathon laufen und vor allem finishen werde. Bis vor 1,5 Jahren konnte ich keine 5 km durchlaufen und Laufen machte mir absolut keinen Spaß. Aber wie heißt es so schön: In der Gruppe fällt alles leichter. So auch das Training und die Vorbereitungen auf meinen ersten Marathon. Die letzten 6 Monate waren hart, sehr hart, jede Menge Sporteinheiten, wenig Freizeit, keine ausgelassenen Partynächte am Samstag, denn am Sonntag steht ein Long Jog an und da überlegt man sich dreimal ob man ein Gläschen zu viel trinkt oder nicht. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen und obwohl ich unmittelbar nach dem Marathon gesagt habe „so einen Blödsinn mache ich nie wieder“ hat mich das Marathon-Fieber gepackt und ich plane schon mein Wettkampfjahr 2018. Ich kann nur jeder Frau mitgeben: „Yes, you can race. Trau dir etwas zu!“

27 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Nicole Hennrich
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Nicole Hennrich

„Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet, Mama von 3 Kindern (21,17,12), Hundemama, Schneiderin in Teilzeit und Läuferin/Trailrunnerin aus dem Saarland. Ich laufe seit 2 Jahren. Als Nebeneffekt habe ich 12 Kilogramm abgenommen, das war aber nicht der Hauptgrund. Mein Leben hat sich so positiv verändert. Ich bin schon etliche Wettkämpfe gelaufen und habe im September meine beiden ersten Halbmarathons gefinisht. Das macht mich sehr stolz. Ohne Laufen hätte ich nicht diese Energie und diesen positiven Willen. Es ist auch ein idealer Stresskiller. Ich laufe einfach... Mein Mann hat mich da „angesteckt". Ich will im kommenden Jahr einige Halbmarathons laufen, meine Pace verbessern und dann irgendwann einen Marathon laufen, am liebsten in New York! Mein Instagram-Account ist nicole_und_das_leben."

28 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Katja Stock
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Katja Stock

"Bei mir begann alles mit einer Silvesterwette. Ich bin ein recht sportlicher Typ. Schwimmen, Rad fahren, Inline-Skaten und Functional Training habe ich immer mit Leidenschaft betrieben. Doch Laufen... ne das war eigentlich nie mein Ding. Doch da kommen wir zu dem Punkt: „Sag niemals NIE“. Mein bester Freund (damals noch gut übergewichtig), hat einen 10 km Lauf absolviert und hat es tatsächlich ins Ziel geschafft. Da sagte ich zu ihm: „Das schaffe ich auch“. Und schon hatten wir eine Wette am Laufen. Mit packendem Ehrgeiz bin ich also ins neue Jahr gestartet und habe fleißig für meinen ersten 10 km Stadtlauf trainiert. Die ersten Kilometer sind mir total schwer gefallen. Nach zwei Kilometern hätte ich schon ein Sauerstoffzelt benötigt. Doch innerhalb von zwei Monaten konnte ich schon die 10 km ohne größere Anstrengung bewältigen, sodass ich nach ca. vier Monaten meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin. Ab da habe ich Blut geleckt. Die Jahre vergingen (ich glaube mindestens drei) wo ich mich hin und wieder für diverse Laufveranstaltungen angemeldet habe und diese auch bestritten habe. Mein Unterbewusstsein wollte jedoch mehr. Einmal im Leben einen Marathon laufen, ja das wäre mein großes Ziel. Doch irgendwie habe ich den Gedanken oft wieder weggeschoben bis zum Tag X. Wenn nicht jetzt wann dann habe ich mich gefragt. Um nun auch wirklich meinen Traum in die Tat umzusetzen, habe ich mich kurzerhand an meinen Rechner gesetzt und mich für den Haspa Marathon angemeldet. Ab da nahm mein Marathonvorhaben seinen Lauf.

Die Vorbereitung für den Marathon begann letztes Jahr November. Eine 1000 km Challenge bis zum Marathon-Tag (26. April 2015) mit meinem Cousin Dirk konnte mich in der Anfangszeit jeden Tag motivieren, trotz schlechtem Wetter rauszugehen um zu trainieren. Das Trainingspensum gab mir meine Lauf-App vor. Doch auch die sofortige Anmeldung beim Haspa Marathon (was nicht gerade günstig war) hat mich vorangetrieben, mein Vorhaben auch durchzuziehen. Auch habe ich jeder Person, die ich kannte von meinem Vorhaben erzählt, sodass ich nicht mehr kneifen konnte. Alle wussten Bescheid und haben mich fast täglich gefragt, was das Training macht. Das war super und hat mich bestärkt weiter zu machen.Jedem, der ein Ziel verwirklichen will, rate ich: Erzähle es Gott und der Welt. Das motiviert unheimlich. Ein Zurück gibt es dann nicht mehr.

Je näher der Marathon rückte, desto härter wurde das Training. Doch es war mittlerweile Routine vor oder nach der Arbeit rauszugehen, um seine Runden zu drehen. Aber ich gebe zu, so einige Male hat auch mein innerer Schweinehund gesiegt und ich hab es mir auf dem Sofa gemütlich gemacht. Zwei Monate vor dem großen Tag bin ich leider auch nicht von der Grippewelle verschont geblieben und lag eine Woche flach, was hieß: zwei Wochen kein Training und dann langsam wieder starten. Und das genau in den Wochen, wo die langen Läufe anfangen. Distanzen die über einen Halbmarathon hinausgehen. Warum gerade jetzt? Ich bin doch schon jeder verschnupften Person aus dem Weg gegangen. Ich hatte echt Angst, dass ich meinem Ziel, den Marathon in Hamburg zu laufen, nicht mehr schaffe.

Die ersten Tage nach der Krankheit waren der Horror. Meine Fitness = Zero. Keine 4 km konnte ich am Stück mehr laufen. Ich war am Boden zerstört. Das wird nie was…Doch schon in der nächsten Woche war ich fast wieder auf dem Level von vor der Krankheit. Meine Motivation war wieder da. Juhu. Zwei Wochen darauf bin ich meine ersten 30 km gelaufen. Es lief mega. Viel besser als gedacht. 3,5 Stunden. Was hab ich mich auf den Marathon gefreut. Die Woche drauf stand die längste Distanz im Trainingsplan an. 35 km. Ich bin sehr optimistisch rangegangen, weil die 30 km ja schon so super liefen. Mein Dad hat mich bei den langen Läufen immer mit dem Rad begleitet und neue schöne Strecken rausgesucht, die ich ablaufen kann. Jeden Tag am Deich von der Grimmershörnbucht bis Sahlenburg bringt auf Dauer auch keinen Spaß. Und da mir leider das Orientierungs-Gen fehlt, bin ich lieber Strecken gelaufen, die ich kannte. Auf jeden Fall bin ich an dem Tag voller Optimismus viel zu schnell das Training angegagen, sodass ich schon ab Kilometer 25 meine Beine gemerkt habe. Ich habe die 35 km mit ach und krach gerade eben so geschafft. Gar nicht gut, dachte ich.

Ab jetzt beginnen die Tapering-Wochen. Das heißt das Trainingspensum wird drastisch runtergeschraubt, damit sich der Körper für den Marathon ausruhen kann. Je näher der Marathon rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ich glaube, ich habe mein gesamtes Umfeld damit total verrückt gemacht. Alles drehte sich nur noch um ein Thema. Schaffe ich es? Ich hatte kein gutes Gefühl mehr, weil der 35-Kilometer-Lauf so schwierig war. Noch mal 7 km mehr laufen. Das wird hart. An diesem Tag hab ich auch zum ersten Mal Kontakt mit dem gefürchteten „Mann mit dem Hammer*“ gemacht. Jeder der schon mal eine längere Strecke gelaufen über 30 km ist, kann ein Lied davon singen. Er knockt dich förmlich aus den Laufschuhen. Dein Körper ist ein einziges Wrack. Jetzt zählt nur noch Willenskraft, damit man weiter durchhält.

* plötzlicher Leistungseinbruch infolge Kohlenhydrat¬mangels, drastischen Ermüdungsschub etwa ab dem dreißigsten Kilometer, der sich durch zunehmendes Schweregefühl in den Beinen, Gelenkschmerzen, Ansteigen der Körpertemperatur und allgemeines Unwohlsein äußere (Quelle Wikipedia)

Auf jeden Fall haben mich alle darin bestärkt, dass ich es schaffen werde. Einige haben mich gefragt, was meine geplante Zielzeit wird. Doch meine Antwort war immer „das Ziel ist mein Ziel“. Insgeheim habe ich aber schon gehofft, dass es unter 5 Stunden wird. Das wäre mein Ziel hoch 2. Die letzten Tage vor dem Marathon waren Aufregung pur. Hat man an alles gedacht? War das Training ausreichend? Energiegels, Laufschuhe, Laufsocken, lange oder kurze Klamotten, Sonnenbrille, Vorbeugungssalbe gegen Blasen, Vaseline gegen Scheuerstellen, Fußnägel geschnitten, Pflaster für Brustwarzen, Lieblingssongs auf dem Handy geladen, die für die Distanz ausreichen, und und und….

Am Samstag ging es dann nach Hamburg. Von meiner Unterkunft waren es knapp 40 min zum Messeplatz (Start) entfernt. Ich habe meine Startunterlagen abgeholt und festgestellt, dass ich im Bereich „L“ starte. Dieser Bereich wird nach geplanter Ziellaufzeit festgelegt. Da ich noch keine Ahnung hatte was ich für eine Zeit laufen werde, habe ich einfach mal 5 ½ Stunden angegeben. Die Startbereiche fanden an zwei unterschiedlichen Straßenecken statt, sodass kein Stau entsteht und die Läufer einigermaßen fließend den Startbereich verlassen können. Nach einem einigermaßen groben Überblick ging es dann zurück. Nudeln essen und früh ins Bett.

Der Start erfolgt um 9 Uhr. Oh man so früh?! Ob da mein Biorhythmus schon fit für so eine Leistung ist?! Und so früh schon Frühstück essen. Mit ach und krach habe ich mir eine Banane und etwas Haferflocken reingewürgt und bin dann mit der S-Bahn zum Messeplatz gefahren. 8.15 Uhr stand ich dann voller Herzrasen vor der Messehalle. Tausende Menschen. Ich habe mich schnell von meinen Eltern verabschiedet und bin dem Menschenstrom gefolgt. Nur noch 30 Minuten bis zum Start. Oh man…ich glaub ich muss noch mal auf Klo. Und wo gebe ich meinen privaten Klamottenbeutel ab? Und lauf ich den richtigen Leuten hinterher? Ich starte ja nicht in der ersten Reihe mit den Kenianern, oder?! Irgendwie dann aber doch alles geschafft und ab zum Start. Dort standen schon Tausende von Läufern die teils ebenfalls so aufgeregt waren wie ich. Man kommt sofort ins Gespräch.

Dann der Countdown. 3-2-1... doch nix passiert. Zumindest nicht auf meiner Startposition. Es war der erste Start der schnellen Läufer. Meine Startposition muss immer noch warten. Ich hab vor lauter Aufregung schon meine Laufuhr und meine Handy-App gestartet….Viel zu früh…also alles wieder zurücksetzen…Es fängt an zu regnen. Mitterweise schon 9.10 Uhr. Wann dürfen wir endlich starten? Ich werde so langsam ungeduldig und es wird kalt. Viele um mich herum haben Mülltüten oder Regenparka ausgepackt…Shit…das hab ich natürlich vergessen. Und Hunger habe ich langsam auch. Doch zu wenig gefrühstückt. Auf einmal die Durchsage: Noch 10 Min bis zum Start. Na endlich. Doch die zehn Minuten vergingen wie eine Ewigkeit. Aber dann….Endlich. Der Startschuss und die Menschenmasse setzte sich langsam in Bewegung. Dann die Startlinie überquert. Ab jetzt gilt die Zeit. Los geht’s. Doch durch die ganzen Menschen muss erst mal Slalom gelaufen werden. Da ich mich für 5 ½ Stunden angemeldet habe, hatte ich nur Leute vor mir, die wesentlich langsamer laufen als ich. Auch an den Läufern vorbei zu kommen, stellte sich als Schwierig dar, weil kaum Platz fürs überholen gibt. Einfach zu viele Läufer im Weg. Egal, dachte ich. Erst mal los und irgendwie in sein Laufrhythmus reinkommen. Auf keinen Fall zu schnell los. Die Strecke wird lang. Puls von 160. Alles gut dachte ich.

Die ersten 20 km habe ich nur gegrinst und von links nach rechts, nach oben und nach unten geguckt. Es war ein geiles Gefühl. An jeder Ecke Tausende von Zuschauer die einen angefeuert haben. Alle Balkons waren geschmückt, die Kids standen überall und wollten mit den Läufern Shake Hands machen. Also bin ich nur im Zickzack gelaufen um überall einzuschlagen. Ich fühlte mich wie ein Star. Plötzlich eine große Menschenmasse die meinen Namen schrie und komplett ausgeflippt ist. Ich hab Gänsehaut bekommen. Woher kennen die mich? Und warum freuen sie sich so, mich zu sehen. Egal, dachte ich. Genieße es. Kurz darauf wurde mir jedoch klar, dass nicht ich sondern meine Laufnachbarin gemeint war. Sie hieß auch Katja.

Die Strecke war einmalig. Es gab immer was zu sehen. Entweder die Landschaft. Vom Rotlichtviertel über den Hafen, zur Alster … man ist Hamburg schön. Die ersten 20 km vergingen wie im Flug. Ich habe jede Bananenstation mitgenommen um mein Hungerloch zu stopfen. Und dann Seitenstiche und das bei km 15…Fuck…Doch zu viel Banane gegessen. Hoffentlich geht’s gleich weg. Etwas langsamer gelaufen, intensiv geatmet. Juhu, die Stiche sind wieder weg. Es kann weiter gehen.

Die Halbmarathonmarke war erreicht. Als wir die Alster wieder verlassen haben und der Kurs gen Wald ging, habe ich langsam meine Beine gemerkt. Aber alles hielt sich noch in Grenzen. Die Halbmarathonmarke war erreicht. Der Moderator gab gerade durch, dass der erste Kenianer ins Ziel gekommen ist. Mein Vordermann schrie ihn an: Das interessiert uns nicht. Motiviere uns lieber. Wir haben noch die Hälfte vor uns. Ich musste richtig lachen. Wo er Recht hat, hat er Recht. Die Beine wurden immer schwerer. An vielen Ecken sah ich schon die ersten Marathonis, die mit Krämpfen auf Liegen lagen und sich massieren lassen. Die Armen dachte ich. Gleichzeitig motivierte es, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Auch meine Eltern fuhren immer mit der Bahn voraus, um mich oft an verschiedenen Streckenabschnitten anzufeuern. Auch das motivierte ungemein. Je näher ich an die 30 km Marke rückte, desto größer wurden die Schmerzen in den Beinen. Ob ich das echt packe? Ich war mir total unsicher. Noch schnell wieder ein Energie-Gel zu mir genommen, damit meine Energie nicht aufgebraucht wird. Die Dinger schmecken scheußlich. Habe glaub ich alle Geschmacksrichtung durch .Aber mit ordentlich Wasser hinterher, bekommt man das Zeug schon runter. Die Ausfallquote der Läufer wurde immer größer. Und auch ich überlegte zum ersten Mal abzubrechen. In meinem Kopf ging es nur doch darum wie viel Kilometer es noch sind und das die Strecke noch verdammt lang ist. Und dann fing es noch richtig an zu schütten. Doch das war nun auch egal.

Ich lief auf Zahnfleisch. Kilometer 35. Das war mein weitester Lauf im Training. Und ich fühlte mich noch erschöpfter als damals im Training. Ich schaffe es nicht mehr. Nein. Warum tu ich mir das nur an. So ein Scheiß. Ich möchte sitzen oder liegen und einfach nix mehr tun. Ja ich breche ab. An der nächsten Massagestation werde ich abbrechen. Ich war mir sicher. Doch dann kam wieder eine große Publikumsmasse, die mein schmerzverzerrtes Gesicht gesehen hat. Sie haben mich mit Namen angesprochen, mir gut zugeredet „Es ist nicht mehr weit. Umdrehen macht doch auch kein Sinn. Du schaffst es Katja“. Das gab mir neuen Mut. Ein Junge hat ein Schild hochgehalten wo drauf stand: „Bitte lächeln. Du hast dafür freiwillig gezahlt.“ Da musste ich lachen. Er hat Recht. Ich wollte es so. Und jetzt abbrechen? Nein. Ich hab so lange für diesen Augenblick trainiert. Und wenn ich ins Ziel krieche. Ich werde es durchziehen. Ja, ich schaffe es. Es war nur noch Kopfsache. Versuchen die Schmerzen zu vergessen. Doch ich wurde immer langsamer. Mittlerweise haben mich viele überholt. Vor allem auch ältere Läufer um die 70. Das war deprimierend, vor allem wie ich gesehen habe, wie fit sie noch aussahen. Ich humpelte mittlerweile. Das Publikum war aber auf meiner Seite. In einer Tour feuerten sie uns an. Die letzten Kilometer zogen sich in die Endlosigkeit hin. Jeder Meter war eine Qual. Mittlerweile habe ich meine Umwelt nicht mehr wahrgenommen. Immer habe ich gehofft und gebetet, dass gleich das Trance-Laufen einsetzt. Dann, wo man keine Schmerzen mehr spürt. Doch dieses Gefühl kam einfach nicht. Ganz im Gegenteil. Es wurde immer schwerer.

Dann die ersten Rufe des Publikums. Du kannst das Ziel schon sehen. Nur noch einen Kilometer. Das schaffe ich. Ja, gleich hab ich es geschafft. Jetzt noch mal Zähne zusammenbeißen. Und da passierte es. Ich war in Trance. Ich bin gerannt, als wäre ich gerade erst losgelaufen. Ich raste an allen Läufern vorbei. Die Umwelt flog nur so an mir vorbei. Ich hatte keine Schmerzen mehr. Ich hatte nichts mehr unter Kontrolle. So als wenn ich selbst gar nicht laufen würde, sondern nur Zuschauer war. Es war ein irres Gefühl. Kaum zu beschreiben. Die Zielmarke, ich sehe die Zielmarke. Ich riss die Arme hoch und glaube es selbst noch nicht. Ich habe es tatsächlich geschafft. Als ich im Ziel war, habe ich jeden Knochen gemerkt. Ich kam nicht mehr von der Stelle und robbte mich cm für cm vorwärts zum nächsten Trinkstand. Voller Erschöpfung will ich mir einen Wasserbecher greifen, doch ich hatte nix mehr unter Kontrolle und habe den ganzen Stand mit meinem Arm abgeräumt. Oje, war mir das unangenehm. Doch die freiwilligen Helfer waren mehr als freundlich und haben es mir nicht krumm genommen. Jetzt Medaille abholen und Siegerfoto machen und dann ab zu meinen Eltern, mich feiern lassen. Ich bin gelaufen wie meine Oma zu ihrer schlechtesten Zeit. Meine Mutter musste mich den ganzen Weg zur S-Bahn stützen. In der S-Bahn hat mir dann eine 90-jährige Frau ihren Sitzplatz angeboten. Ich muss wohl echt fertig ausgesehen haben.

Alles in allem: Es war ein Hammer-Lauf. Und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr. Hamburg – ich werde wieder an den Start gehen. Nächstes Jahr dann hoffentlich mit weiteren Marathonis, die sich davon begeistern lassen und auch dieses Erlebnis erleben wollen.

Meinen Weg zum Marathon habe ich auch in einem Lied zusammengefasst: Auf dem Weg (zum Marathon)."


29 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Maren Hoberg
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Diese Frauen laufen Marathon

Maren Hoberg

"Ich bin 22, Studentin aus Hannover und stehe gerade drei Wochen vor meinem ersten Marathon, den ich in Braunschweig laufen werde. Die Bilder sind von meinem letzten Halbmarathon, dem Airport Run in Hannover, bei dem ich zusammen mit meinen Freunden mitgelaufen bin. Ich laufe seit meinem Abitur relativ regelmäßig, habe aber erst vor zwei Jahren so richtig damit angefangen, auch Wettkämpfe zu laufen und intensiver zu trainieren. Das Laufen ist mit Sicherheit mein größtes Hobby und schon seit ich damit begonnen habe, fand ich toll, wie individuell man sich damit fordern kann und wie viel Kraft und (Stress-)Ausgleich es einem gibt. In meinem Umfeld höre ich im Bezug aufs Marathon-Training gerade von Frauen manchmal Sätze wie: "So lange laufen könnte ich nie!" Und natürlich dauert es, bis man lange Distanzen laufen kann, aber ich würde sagen, mit genügend Zeit kann das jede(r) schaffen! Zudem habe ich den persönlichen Eindruck, dass Frauen beim Laufen geduldiger sind und eine gute Selbsteinschätzung haben - eigentlich ja ideal für lange Distanzen. Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf meinen ersten Marathon und hoffe, dort viele Mitläuferinnen zu sehen!"



30 / 30 | Echte Marathonläuferinnen berichten vom Training, vom Moment des Startschusses und dem Glücksgefühl, das hinter der Ziellinie wartet. Foto: Nicole Niederhofer
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Diese Frauen laufen Marathon

Nicole Niederhofer

„Alles ist lebendig, bewusst und gibt Antwort.“
„Umgib mich mit der Farbe orange der Harmonie, Gesundheit, Kraft und Freude.“
„Harmonisiere die Energie auf den Straßen, auf denen ich laufe.“
„Bring mich zufrieden an mein Ziel“
„Harmonisiere!“
„So sei es“ – DANKE“

Zack….ein lauter Schuss fiel und der Startschuss war gelegt loszulaufen. 5000 Marathon Läufer, Schulter an Schulter, fingen an einen Fuß vor den anderen zu bewegen. Ein helles Beep durchzog meinen Körper und schon wurde auch die Zeit gemessen. Voller Euphorie, Adrenalin und Leichtigkeit lief ich vorwärts, die Halbmarathon – Distanz bewältigte ich mit einer Leichtigkeit, die mich selbst überraschte. Top in Form, jeder einzelne Muskel trainiert und das unbeschreibliche Gefühl, Bäume ausreißen zu können. Sieben Monate hartes, intensives Training, die sich jetzt bezahlt machen.
Nichts konnte mich abhalten, das jetzt durch zu ziehen, sechs Grad Außentemperatur, Windböen und leichter Regen, der sich wie Nadelstiche anfühlte. Ich sah meine Füße, den Asphalt, die bunten Blätter, das farbige, nasse Herbstlaub, wie es den Boden zierte. Das pinkfarbene Schild mit der Aufschrift Kilometer 22 zog an mir vorbei, die Menge an Läufern war augenscheinlich nicht mehr so groß und ich suchte mir einen passenden Pacemaker, um meine Geschwindigkeit zu halten, natürlich noch besser im Windschatten zu laufen. Mein Kopf, meine Gedanken waren mehr als fokussiert, die Menge an zujubelnden Menschen beeindruckte mich sehr wenig und zog an mir vorbei wie eine verschwommene Pastellmalerei. Volle Konzentration und das Gespür für mich und meinen Körper automatisierte sich zunehmend. Ich liebte dieses Gefühl, eine unbeschreibliche Antriebskraft, die mich immer und immer wieder weiter vorwärts bringt. Kilometer 30 war erreicht, ich fragte mich, ob wohl jetzt mentale Stärke ein großes Thema wird? Gedanken, die mich schon lange vorher, während meines Trainings beschäftigten, was passiert ab Kilometer 30. Ist jetzt körperliche Stärke noch wichtig? Ja, sie ist wichtig, obwohl jetzt die Gedanken und Emotionen empfindlicher reagieren und manchmal schon Schindluder mit dir treiben. Das anfängliche Adrenalin verschwand zunehmend, war eigentlich kaum noch zu spüren. Ich begann noch tiefer in mir zu versinken und meinen Körper und Geist wahrzunehmen, ein Rausch, ein Automatismus und ein Trance-Zustand breiteten sich aus. Meine Beine bewegten sich wie von selbst. Ein kontrollierter Rhythmus, der anscheinend nicht mehr lange anhalten sollte.

Kilometer 37 war erreicht. Es trat das ein, womit niemand, am allerwenigsten ich, rechnete. Mein Magen schmerzte, ein leichtes Gefühl von Übelkeit breitete sich aus, das von Meter zu Meter schlimmer wurde. Ich spürte einen dumpfen Druck in meiner Brust, der ein leichtes Stechen mit sich brachte. Nun war mir bewusst, der Kampf begann. Jede 100-Meter-Distanz fühlte sich wie in Zeitlupe an, ein Kraftakt, der endlos schien, noch dazu die Übelkeit, die immer stärker wurde. Mein Atem wurde flacher und ich versuchte durch tiefe Atemzüge den Druck auszugleichen. Kilometer 39,5 war erreicht und ich spielte für eine hundertstel Sekunde mit dem Gedanken, ob ich denn aufgeben sollte. Es war keine Option. Es war NIE eine Option. Die vorerst letzte Versorgungsstation war erreicht, die Übelkeit war mittlerweile unerträglich, ich versuchte mich weiterhin zu konzentrieren, ich hörte meinen Herzschlag, der das Jubeln der Menschenmenge übertönte, ich spürte dass mein Herz nahezu aus der Brust springen wollte. Das perfide Gefühl, jeden einzelnen schmerzenden Muskel, jeden einzelnen Körperteil, jede Zuckung, jedes Ziehen, hundertfach wahrzunehmen, war unbeschreiblich.
Begleitet mit dem Gefühl, mich sofort übergeben zu müssen, fing ich an durch die Versorgungsstation zu gehen, ich schloss meine Augen und ging weiter, ein süßes Cola in der rechten Hand, meine Gedanken bei mir, eine Stimme, die mir zuflüsterte „Du hast versagt, das was du erreichen wolltest, rückt gerade in weite Ferne“. Ein leichter Anflug von Melancholie breitete sich während der sechsminütigen Geh-Pause aus. Ich versuchte mich schnellstmöglich zu sortieren, meine Gedanken zu ordnen, die dunklen, schwarzen, teufelsähnlichen Gestalten aus meinem Kopf zu vertreiben, ich dachte an viele Worte meines Trainers, an meine Familie, plötzlich hörte ich ein lautes „NICOLE“ aus der Menschenmenge am Straßenrand, die aus Leibeskräften schrie: „Du schaffst das, nur noch drei Kilometer“. Ich fing an wieder an zu laufen, Füße aus Stein mit scharfen Kanten, so fühlte es sich an. Ich versuchte mit aller Kraft meinen Rhythmus wieder zu finden und beizubehalten. Das pinkfarbene Schild wiederholte sich, dieses Mal mit der Zahl 41. Ich hörte leise Musik und Mikrofonstimmen aus der Ferne. Irgendwo ist ein Ende in Sicht. Gezeichnet von der Übelkeit und dem stechenden Schmerz, versuchte ich mit aller Kraft nochmals mein Tempo zu steigern. Meine Füße schlugen förmlich auf dem Asphalt auf und ich spürte die Vibrationen durch meinen ganzen Körper. Die Musik wurde immer lauter, mittlerweile konnte ich das Olympiastadion sehen, doch es fiel mir schwer, meine Euphorie und Freude nochmals zu schüren. Vollkommen zeitlos lief ich in das Olympiastadion ein. Ein dunkler Gang, wie eine Unterführung einer Brücke, laute Musik, der Rauch einer Nebelmaschine und bunte Lichter. Nun überkam mich eine wohlige Wärme, ein vor Aufregung durch und durch zittriges Gefühl, das mich von der kleinen Zehenspitze bis zu meinem Kopf durchzog, ich lächelte. Eine Träne lief über meine Wange. Ich wusste, das Ziel ist nur noch eine Armlänge entfernt. „G´schafft“ stand auf einem pinkfarbenen Banner, ein letztes Mal „BEEP“ und schon war ich im Ziel. Langsam ging ich weiter, besser gesagt, meine Beine gingen weiter. Ich habe es tatsächlich durchgezogen, ich bin überwältigt und kann es kaum glauben.

Abschließend kann ich sagen, dass ich noch ein paar Tage brauchen werde, um mich zu regenerieren und das Passierte tatsächlich wahrzunehmen.

„Der Marathon ist für mich eine kurze Fassung des Lebens. Mit all seinen Höhen und Tiefen, mit Freude, Glück, Erschöpfung und Schmerz. Jeder noch so kleine Schritt zählt. Und wenn du schließlich über die Ziellinie läufst, dann ergibt alles einen Sinn.“

Ja, ich würde es wieder tun und ich werde es wieder tun."



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Diese Frauen laufen Marathon

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