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Laufen mit der Fernseh- und Radio-Moderatorin Ein Lauf mit Bettina Tietjen

Nachdem Bettina Tietjen im Training oft 12 bis 15 km unterwegs war, merkte sie, dass sie an längeren Distanzen Gefallen fand. Der Ehrgeiz packte sie und sie war bereit für die große Herausforderung Marathon.

Konnten Sie denn gleich auf Anhieb eine halbe Stunde laufen?
Sofort! Langsam natürlich. Aber es klappte, es hat mir Spaß gemacht, und mir tat nichts weh. Das ist toi, toi, toi bis heute noch so. Ich laufe nicht besonders schnell, aber konstant, ich stretche immer nach dem Laufen und hab keine Probleme.

Was ist Ihr Geheimnis dabei?
Man darf sich nicht zu viel zumuten. Ich bin ja kein Leistungssportler. Immer schön so machen, dass man sich noch wohl fühlt. Ich hab mal meinen Puls gemessen, genau bei 120 hab ich die Geschwindigkeit, bei der ich mich wohl fühle, bei der ich noch reden kann. Wenn ich schneller werde, geht der Puls hoch, ich gerate außer Atem. Das ist mir unangenehm.

Wie kam es denn zum Marathon?
Ich lief damals schon sechs Jahre, wir waren mit Freunden in einer Laufgruppe und sind sonntags immer 12 bis 15 Kilometer gelaufen. Da merkte ich, dass ich auch längere Strecken laufen konnte. Ein paar Mitläufer waren auch schon mehrere Marathons gelaufen, und einer forderte mich auf, mal mitzumachen, ich könne das auch.

Haben Sie sich mit einem Trainingsplan vorbereitet?
Ja, der Trainer hat mir einen Trainingsplan erstellt, für den Berlin-Marathon. Erschwerend kam für mich hinzu, dass man ja im Sommer trainieren musste, und ich war vier Wochen auf Korsika, es war extrem warm und auch noch bergig. Und es wurde dann ja richtig lang während der Vorbereitung. Da bin ich morgens um sieben aufgestanden – nützt ja nichts.

Also haben Sie sich genau an die Vorgaben gehalten?
Ja. Der längste Lauf waren 35 Kilometer, den sind wir einmal gelaufen, die anderen Läufe waren etwas kürzer. Neben dem Training haben wir auch geübt, zwischendurch Nahrung aufzunehmen und Getränke. Ich hatte immer einen Gurt für Getränke dabei. Auf Korsika hatte ich bei dem ersten Lauf im Urlaub kein Wasser dabei, ich dachte, ich bräuchte es nicht, morgens um sieben, für nur zwölf Kilometer. Und ich fühlte mich, als würde ich verdursten. Ich kam zurück zum Campingplatz und konnte nicht mehr. Ich war kurz vorm Kreislaufkollaps. Seitdem bin ich im Sommer und im Süden nie wieder ohne Wasser gelaufen.

Ist Ihnen denn die Hitze lieber beim Laufen oder Hamburger Nieselregen?
Ne, im Regen lauf ich nicht so gern. Mach ich natürlich auch, wenn’s sein muss. Am liebsten hab ich es um die 20 Grad, wenn man nichts überziehen muss und in kurzer Hose laufen kann. Heute ist es mir eigentlich schon zu warm.

Sind Sie vor dem Berlin-Marathon überhaupt schon einen anderen Wettkampf gelaufen?
Das war für mich total neu und dann gleich einen Marathon, auch noch Berlin, das war sehr aufregend. Aber es war toll, es war eine Superstimmung. Wir sind zu dritt gelaufen. Diese Stimmung, als es losging, war so irre. Dieses Geräusch von den zigtausend Schuhen auf dem Asphalt, das werde ich nie vergessen. Die Stadt sah auch ganz anders aus, wenn man über die Straßen läuft und wenn alles abgesperrt ist, obwohl ich mal sieben Jahre in Berlin gewohnt hatte. Die ersten 36, 37 Kilometer waren überhaupt kein Problem. Mein Mann und meine Kinder haben mich an der Strecke angefeuert und mich mit Wasser und Gel versorgt. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel hatte ich einen Durchhänger. Da sagte der Freund, mit dem wir liefen, komm, wir sind ja gleich da, jetzt ziehen wir noch ein bisschen an. Und ich sagte, wenn er noch ein Wort sagt, ein einziges Wort, bleib ich auf der Stelle stehen und laufe keinen Meter mehr. Man ist ja emotional empfindlich dann. Danach bin ich noch ein paar Mal eine Staffel gelaufen.
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Autor: Britta Ost 12.08.2015
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