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Laufen mit dem Radio-Moderator Ein Lauf mit John Ment

Seit über 25 Jahren ist John Ment Radio-Moderator. Erst seit diesem Jahr läuft er regelmäßig und hat in diesem Zeitraum schon 33 Kilo abgenommen.

Ein Lauf mit John Ment +
Foto: Jörg Modrow

Radiomoderator John Ment hat erst spät zum Laufen gefunden. Jetzt ist er 33 Kilo leichter und hat mehr Energie als jemals zuvor.

Trainingstagebuch
Strecke: Duvenstedter Brook
Ort: Hamburg
Wetter: bedeckt, 11 Grad
Distanz: 11 Kilometer
Zeit: 62:21 Minuten
Tempo: 5:37 min/km

Wie bist du zum Laufen gekommen?

Im Januar 2015 hatten mein Kollege Horst und ich ein Diät-Battle für die Morning Show. Das Thema war „Winterspeck“. Es ging darum, drei Wochen lang Gewicht zu verlieren. Ich bin von 107 Kilo ziemlich schnell auf 100 Kilo runter. Davon war ich angefixt, also sagte ich mir: Ich muss noch mehr tun, ich muss mich noch gesünder ernähren. Und was kann noch helfen? Laufen natürlich. Dagegen habe ich mich zwar zuerst sehr gesträubt, doch ziemlich schnell feierte ich erste Erfolge. Erst lief ich ein paar hundert Meter, dann wurden es immer mehr – bis zum Halbmarathon. Das fiel mir im Duvenstedter Brook besonders leicht, weil man von einem Postkartenmotiv zum nächsten Postkartenmotiv rennt.

Wie viel Kilo sind seitdem auf der Strecke geblieben?

Ich habe jetzt 33 Kilo in einem Dreivierteljahr verloren. Erst durch eine Ernährungsumstellung, später kam noch das Laufen als Beschleuniger hinzu.

Was hast du bei deiner Ernährung geändert?

Ich ließ das halbe Schwein auf Toast am Morgen weg. Stattdessen gibt’s jetzt Müsli mit Milch und magerem Joghurt auf dem Frühstückstisch. Mittags esse ich gerne und oft Shushi und zwischendurch vielleicht mal einen Apfel. Früher hasste ich Äpfel, mittlerweile liebe ich sie. Und abends gibt’s dann vor dem Einschlafen noch eine Stulle Brot, aber kein warmes Essen mehr.

Hat sich deine Lebensqualität dadurch verbessert?

Man muss sich das ja nur mal vergegenwärtigen: 33 Kilo entsprechen 66 Pakete Butter. Wenn man sich die umhängt, wird einem der Wahnsinn erst bewusst. Ich kriege jetzt natürlich auch mal zu hören, dass ich ein Klappergerüst geworden bin und krank aussehe. Aber dann antworte ich immer: „Nein, ich bin nicht krank, sondern nur schlank!“ Ich fühle mich total wohl und so fit wie noch nie in meinem Leben.

Was hat dich mehr angetrieben: Das Wettstreit gegen Horst oder die optische Veränderung?

Das Problem bei mir ist, dass ich zur Sorte „Marines“ gehöre. Das heißt: Wenn ich mir was vornehme, dann ziehe ich das auch gnadenlos durch. Dann gibt es nur Schwarz oder Weiß, aber kein Grau. Ich hatte im Grunde zwei Ziele: Zum einen wollte ich Gewicht verlieren. Zum anderen wollte ich mich auch sportlich erweitern. Und so wurden durchs Laufen aus drei schnell fünf, acht, zehn und schlussendlich mehr als 20 Kilometer am Stück. Mein Motor ist der Wille, mich zu verbessern.

Warum hat sich dein Lauf-Ehrgeiz erst so spät entwickelt?

Lacht: Das frage ich mich mittlerweile auch! Wenn ich früher schon gewusst hätte, was das für ein Spaß macht und wie gut man dabei abschalten – kein gutes Wort für einen Radio-Moderator – kann, dann hätte ich schon viel früher mit dem Laufen angefangen.

Läufst du alleine oder in der Gruppe?

Mein Nachbar Marcus und mich verbindet eine Lauffreundschaft. Er war der Initiator, der gesagt hat: So, jetzt laufen wir zusammen! Und zusammen schafft man bekanntlich mehr, weil man sich gegenseitig unterstützen kann. Das ist großartig! Auch aus diesem Grund wurden die Strecken immer länger und länger. Und plötzlich stellte sich bei mir eine unglaubliche Lauf-Lust ein.

Wie sieht so ein (Lauf-)Alltag eines Radio-Moderators aus?

Vorweg: Ich gehe an die Geschichte ziemlich unprofessionell an. Ich wärme mich nicht auf und meine Schuhe würden andere im Alltag tragen. Aber ich bin mit viel Freude und Einsatz bei der Sache. Außerdem kann ich das Laufen gut in meinen Tages-Rhythmus integrieren. Ich stehe morgens um Viertel nach Drei auf und mache mich fertig. Dann fahre ich zur Tankstelle in Poppenbüttel, wo ich mir den ersten Kaffee des Tages ziehe …

… mit oder ohne Zucker?

Ich trinke Milchkaffee mit einem kleinen bisschen Zucker. Früher war’s immer eine ganze Stange, die ich in den Kaffee wuppte, heute kann ich die Kristalle zählen. Dann fahre ich weiter zum Sender. Um 4:30 Uhr treffe ich mich mit meinem Team zur Besprechung. Von fünf bis zehn Uhr senden wir dann die Morning Show. Anschließend folgt der Konferenzen-Wahnsinn, um die Sendung zu reflektieren und zu fragen, welche Sau wir am nächsten Tag durchs Dorf treiben. Um zwölf Uhr fahre ich dann meistens nach Hause. Vor der Mittagsstunde laufe ich. Als Tagesabschluss folgt dann ein schmales Abendbrot und ein Gin Tonic auf Lunge.


Welche 10 Musik-Titel würdest du unseren Lesern fürs Laufen empfehlen?

Nine Inch Nails, Satellite, The Cure, Lullaby, Rousin Murphy, Evil Eyes (Catz'n Dogz Remix) Billy Gibbons, Perfectamundo Tullio de Piscopo, Primavera Depeche Mode, Soothe my Soul Eagles of Death Metal, Complexity Eric Bibb, Turner Station Faithless, Insomnia 2.0 (Avicii Remix), Will I Am, Bang Bang (von Great Gatsby).
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Autor: Daniel Eilers 16.12.2015
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