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Türkische Mittel- und Langstreckenläuferin Elvan Abeylegesse

Elvan Abeylegesse ist eine türkische Mittel- und Langstreckenläuferin äthiopischer Herkunft.

Elvan Abeylegesse feierte ein perfektes Halbmarathon-Debüt in Ras Al Khaimah. +
Foto: photorun.net

Elvan Abeylegesse bei ihrem Halbmarathon-Debüt in 67:07 Minuten.

Elvan Abeylegesse ist eine türkische Mittel- und Langstreckenläuferin äthiopischer Herkunft. Sie wurde am 11. September 1982 in Addis Abeba geboren. Sie ist 1,59 Meter groß und hat ein Wettkampfgewicht von 40 Kilogramm.

Unter ihrem Geburtsnamen Hewan Abeye wurde sie 1999 für Äthiopien Neunte beim Juniorenrennen der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Belfast. Nach einem Sportfest in Istanbul war sie mit den Trainingsbedingungen in der Türkei so zufrieden, dass sie beschloss, dort zu bleiben. Um die türkische Staatsangehörigkeit zu bekommen, heiratete sie und nannte sich fortan Elvan Can. Ihren heutigen Namen nahm sie nach ihrer Scheidung an. Sie startet für den Enka Sports Club in Istanbul und wurde zunächst trainiert vom ehemaligen bulgarischen Dreispringer Ertan Hatipoglu. Seit Dezember 2009 arbeitet sie mit dem kroatischen Trainer Nicola Boric zusammen.

Der äthiopische Verband reagierte auf Elvan Abeylegesses Verhalten mit der Erteilung eines Trainingsverbots in Äthiopien, wo nach wie vor ihre Familie mit ihren sieben Geschwistern lebt. Um so größer ist ihre Beliebtheit in der Türkei. So erklärte der Ehrenpräsident ihres Vereins, er werte ihre Erfolge höher als den dritten Platz der türkischen Fußballmannschaft bei der WM 2002. Abeylegesse wiederum drückte ihr Bekenntnis zu ihrer neuen Heimat aus, indem sie nach ihrem Weltrekord über 5.000 Meter die türkische Fahne um ihre Schultern legte. So ging sie als erste türkische Leichtathletik-Weltrekordlerin in die Geschichte ein.

2001 wurde Elvan Abeylegesse Junioren-Europameisterin im 3.000- und im 5.000-Meter-Lauf sowie im Crosslauf. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2002 in München wurde sie Siebte über 5.000 Meter in 15:24,41 Minuten. Kurz darauf stellte sie mit 8:31,94 Minuten den aktuellen türkischen Rekord über 3.000 Meter auf. Bei der Weltmeisterschaft 2003 knackte sie dann als Fünfte mit 14:53,56 Minuten die 15-Minuten-Marke.

Im Jahr darauf brach sie dann zunächst mit 3:58,28 Minuten die Vier-Minuten-Marke im 1.500-Meter-Lauf und dann bei den Bislett Games in Bergen mit 14:24,68 Minuten den 5.000-Meter-Weltrekord von Jiang Bo aus dem Jahr 1997. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde Elvan Abeylegesse jedoch lediglich Zwölfte über 5.000 Meter in 15:12,64 Minuten und Achte über 1.500 Meter in 4:00,67 Minten. Bei der EM 2006 in Göteborg gewann sie über 5.000 Meter in 14:59,29 Minuten die Bronzemedaille. Zuvor in diesem Jahr hatte sie türkische Rekorde im 10.000-Meter-Lauf (30:21,67 Minuten) und im 10-km-Straßenlauf (30:57 Minuten) aufgestellt. Bei der Leichtathletik-WM 2007 in Osaka wurde sie über 10.000 Meter Zweite.

2008 teilte sie sich bei der Premiere der World 10K Bangalore den Sieg mit Grace Kwamboka Momanyi. Zwei Silbermedaillen gewann sie dann bei den Olympischen Spielen in Peking. In einem extrem schnellen 10.000-Meter-Rennen musste sie sich nur ihrer ehemaligen Landsfrau Tirunesh Dibaba geschlagen geben und blieb wie diese unter der 30-Minuten-Marke. Mit 29:56,34 Minuten brach sie den Europarekord von Paula Radcliffe und nimmt nun auf der ewigen Weltbestenliste den dritten Platz ein. Die zweite Silbermedaille gewann sie über die 5.000 Meter in 14:58,79 Minuten.

2010 gewann sie den RAK-Halbmarathon in 67:07 Minuten. Im selben Jahr wurde sie in Barcelona Europameisterin im 10.000-Meter-Lauf und gewann Silber über 5.000 Meter. Da die Siegerin Alemitu Bekele, ebenfalls eine Türkin mit äthiopischen Wurzeln, jedoch wegen eines Dopingvergehens später gesperrt wurde, erhielt sie auch hier nachträglich die Goldmedaille.

2011 brachte Elvan Abeylegesse eine Tochter zur Welt. Aufgrund der Schwangerschaft setzte sie das gesamte Jahr mit Wettkämpfen aus. 2012 meldete sie sich mit der Teilnahme an verschiedenen Straßenläufen zurück. Am 17. November 2013 gab sie in Istanbul ihr Marathon-Debüt und belegte in 2:29:30 Stunden den zweiten Platz.

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2014 in Zürich startete sie dann im Marathon. Hier belegte sie auf dem sehr schwierigen Kurs den fünften Platz in einer Zeit von 2:29:46 Stunden.
30.08.2016
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