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Die tschechische Lokomotive Emil Zatopek

Emil Zatopek war ein tschechischer Langstreckenläufer. Er stellte im Laufe seiner Karriere 18 Weltrekorde auf. Seine Art des Trainings machte ihn zur Legende.

Emil Zatopek wurde am 19. September 1922 in Kopřivnice, Tschechische Republik, geboren. Er starb am 21. November 2000 in Prag. Im Laufe seiner Karriere gewann der Sohn eines Tischlers fünf Olympische Medaillen und stellte 18 Weltrekorde auf. Emil Zatopek war nicht nur durch seine Erfolge weltberühmt geworden, vor allem seine Art zu trainieren, machte ihn zu einer Legende.

In den 1940er Jahren begann Emil Zatopek unter Jan Haluza mit dem intensiven Lauftraining. Jan Haluza war der einzige Trainer, den Zatopek je hatte. Noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges führte er Zatopek an die Weltspitze der Langstreckenläufer. Mit seinem Training brachte Haluza Zatopek zu zwei olympischen Medaillen bei den Spielen 1948 in London. Emil Zatopek siegte über die 10.000 Meter und holte Silber über die 5.000 Meter. Noch im selben Jahr wurde sein Trainer Haluza nach dem Februarumsturz als Regimekritiker zu sechs Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Zatopek wurde von nun an sein eigener Trainer.

Mit Emil Zatopek erreichte das Intervalltraining eine neue Stufe. Sein Konzept war ziemlich simpel: Er teilte sich seine Trainingsstrecke in kleinere Teilstrecken auf, die er dafür schneller lief. Also lief er zum Beispiel 30-mal 100 Meter schnell und dazwischen sehr langsam. Seine damals revolutionäre Methodik gab ihm Recht. 1950 wurde Emil Zatopek Doppeleuropameister, erneut über die 10.000 und 5.000 Meter.

Emil Zatopek war als sein eigener Trainer höchst innovativ und unglaublich hart sich selbst gegenüber. Er lief bei jedem Wetter und auf verschiedenen Untergründen, oft sogar in schweren Armeestiefeln um seine Kraft und Stabilität zu verbessern. Was Emil Zatopek hauptsächlich von den anderen Läufern seiner Zeit unterschied, war sein enormes Trainingspensum. Laut "Athletics Weekly" lief Zatopek im Schnitt 1954 rund 657 Kilometer pro Monat, im März kam er sogar auf 935 Kilometer.

1952 wurde ein weiteres höchst erfolgreiches Jahr für Emil Zatopek. Bei den olympischen Spielen in Helsinki holte er Gold über 5.000 und 10.000 Meter sowie im Marathon. 1954 wurde er Europameister über 10.000 Meter und Dritter über die 5.000 Meter in Bern.

Noch heute werden Zatopeks Trainingsmethoden angewendet. Jeder ambitionierte Läufer wird früher oder später Intervalltraining in seine Einheiten nehmen, um seine Geschwindigkeit, seine Säuretoleranz und auch seine anaerobe Schwelle zu verbessern.
30.08.2016
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