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Fast-Weltrekordhalter Emmanuel Mutai

Beim Berlin-Marathon 2014 unterbot Emmanuel Mutai Wilson Kipsangs Marathon-Weltrekord und kommt dennoch nur als Zweiter ins Ziel.

Geoffrey Mutai 2013 +
Foto: photorun.net

Mutai gewann 2013 den New-York-City-Marathon.

Emmanuel Kipchirchir Mutai wurde am 12. Oktober 1984 geboren und wuchs in Cheptigit, einem kleinen Dorf nahe Kaptagat, auf. Teil seiner Familie ist auch Richard Limo, der 5.000-Meter-Weltmeister von 2001. Einen großen Sprung auf seinem Weg zum Fast-Weltrekord 2014 machte er mit 18 Jahren, als er mit einer sehr starken Zeit von 28:09 Minuten bei den Rift North Province Meisterschaften über 10.000 Meter auf den dritten Platz lief. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 2006 im Alter von 21 Jahren als er den Nizza-Halbmarathon gewann und beim Rotterdam-Halbmarathon in 1:00:49 Stunden Sechster wurde. Zudem kam er in 27:51 Minuten beim "10 km du Conseil Général" hinter Edwin Soi auf den zweiten Rang. Noch heute ist dies seine 10-Kilometer-Bestzeit. 2007 wurde er Fünfter beim traditionell stark besetzten Lissabon-Halbmarathon, womit er sich schon rund ein Monat vor seinem Debüt über die volle Marathondistanz von 42,195 Kilometern in guter Verfassung zeigte. In 2:13:06 Stunden absolvierte er wenig später den Rotterdam-Marathon, bei dem er trotz warmer Temperaturen als Siebter ins Ziel kam. Im September kehrte er in die portugiesische Hauptstadt zurück und stellte sich der starken Konkurrenz um Robert Kipkoech Cheruiyot und Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko. Das Rennen gewann er dank eines starken Schlussabschnitts in 1:01:54 Stunden. Das Jahr schloss er mit seinem zweiten Marathonstart ab, indem er in Amsterdam in einer Zeit von 2:06:29 Stunden als Sieger das Ziel erreichte. Hinter Haile Gebrselassies Weltrekordzeit war dies die schnellste gelaufene Zeit des Jahres.

Das Jahr 2008 begann er, wo er wenige Monate zuvor aufgehört hatte, in den Niederlanden. Bei 20 van Alphen lief er auf den dritten Platz. Bald darauf verbesserte er seine Marathon-Bestzeit in London auf 2:06:15 Stunden, womit er aufgrund dreier Läufer, die allesamt unter 2:06 Stunden blieben, nur auf den vierten Rang kam. Beim im Herbst stattfindenden Great Scottish Run in Glasgow lief er so schnell wie niemand zuvor vom zentral gelegenen George Square zum Glasgow Green, wo sich Jahr für Jahr das Ziel befindet und sicherte sich so in 1:01:10 Stunden den Sieg sowie den Streckenrekord. Seinen letzten Auftritt im Jahre 2008 hatte er im Rahmen des Chicago-Marathons, bei dem er in 2:15:36 Stunden nach einem flotten Start auf den sechsten Rang lief.

Im darauffollgenden Jahr richtete er alles auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin aus. Als seine beiden letzten großen Rennen, die er davor noch bestreiten wollte, wählte er erneut den Lissabon-Halbmarathon sowie den London-Marathon aus. In Lissabon kam er nach 1:00:45 Stunden auf Platz sechs, in London mit seiner dritten Zeit unter 2:07 Stunden (2:06:53 Stunden) erneut auf Rang vier. Wie erhofft wurde er bei der Nominierung für die Weltmeisterschaften berücksichtigt und konnte am 22. August 2009 nun für Kenia in Berlin an den Start gehen. Das Rennen um den Weltmeistertitel entwickelte sich zum Duell mit Landsmann Abel Kirui. Kirui gewann, Mutai wurde trotz der zweitschnellste jemals von einem Läufer bei einem Weltmeisterschafts-Marathon gelaufenen Marathon-Zeit von 2:07:48 Stunden Zweiter. Abschließend wurde er hinter Silas Sang bei Portugal-Halbmarathon in neuer persönlicher Bestzeit von 1:00:39 Stunden ebenfalls Zweiter.

Nach Jahren, in denen er bei keinem richtigen kenianischen Rennen mehr teilgenommen hatte, startete er Anfang 2010 beim Discovery Halbmarathon in Eldoret, wo er Dritter wurde. Während Zersenay Tadese bald darauf in Lissabon Halbmarathon-Weltrekord lief, verbesserte er zwar wie Tadese seine Bestzeit auf 1:00:03 Stunden, konnte die 60-Minuten-Marke jedoch nicht unterbieten.

Danach stellte er sich ein weiteres Mal der starken Konkurrenz beim London-Marathon. Dieses Mal musste er sich nur Tsegaye Kebede geschlagen geben, dem er auf den letzten Kilometern nicht mehr folgen konnte. In 2:06:23 Stunden kam er so auf den starken zweiten Platz. Auch bei seinem Marathon-Start in New York City musste er sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Zwei Kilometer vor dem Ziel lag er mit dem späteren Sieger Gebre Gebremariam noch gleichauf. Gebremariams Angriff konnte er auf den letzten Metern im Central Park jedoch nicht mehr kontern.

Im vierten Anlauf gelang ihm im April 2011, was die drei Jahre zuvor nicht geklappt hatte, der Sieg beim London-Marathon. Gleichzeitig war dies sein erster Marathon-Sieg im Rahmen der World Marathon Majors. In 2:04:40 Stunden gewann er jedoch nicht nur, sondern stellte auch einen neuen Streckenrekord, der später wieder unterboten werden sollte, auf. Zu diesem Zeitpunkt waren außerdem erst drei Läufer einen schnelleren Marathon gelaufen als Mutai. Bevor er im November nach New York zurückkehrte, ging er beim Great North Run in Großbritannien an den Start. Obwohl er als großer Favorit galt, gewann Halbmarathon-Spezialist Martin Mathathi. Mutai wurde Dritter. Beim New-York-City-Marathon lief er eines seiner stärksten Rennen aller Zeiten und kam auf der welligen Strecke nach 2:06:28 Stunden noch unter dem alten Streckenrekord liegend ins Ziel. Die große Show stahl ihm jedoch Geoffrey Mutai, der in 2:05:06 Stunden gewann und Emmanuel Mutai so recht deutlich auf den zweiten Platz verwies. Obwohl er im März 2012 an Typhus erkrankte, belegte er beim London-Marathon 2012 in 2:08:01 Stunden den siebten Platz. Auch wenn er so nicht an seine Vorjahreszeit anknüpfen konnte, wurde er, auch aufgrund der verletzungsbedingten Nicht-Nominierung Moses Mosops, in das kenianische Marathon-Aufgebot für die Olympischen Spiele in London berufen. Dort belegte er in 2:14:49 Stunden den 17. Gesamtrang. Seine Landsmänner Abel Kirui und Wilson Kipsang kamen auf den Plätzen zwei (2:08:27 Stunden) und drei (2:09:37 Stunden) ins Ziel und mussten sich so nur Stephen Kiprotich aus Uganda (2:08:01 Stunden) geschlagen geben.

Im Februar 2013 ging er beim alljährlich weltklasse-besetzten Ras-Al-Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Start. Während die ersten fünf Läufer alle unter einer Stunde blieben, kam Mutai in 1:01:32 Stunden auf den elften Platz. Sein wohl stärkstes Rennen zeigte er im September 2014, als er auf der Weltrekordstrecke in Berlin genau diesen anzugreifen versuchte. Dies gelang ihm auch, sodass er in 2:03:13 Stunden unter dem alten Weltrekord bleiben konnte. Noch schneller lief an diesem Tag jedoch Dennis Kimetto, der bereits nach 2:02:57 Stunden finishte und so einen neuen Weltrekord aufstellte. Einen weiteren Versuch startete er genau ein Jahr später wieder beim Berlin-Marathon. Auch wenn er dieses Mal bei der Halbmarathon-Marke nur sieben Sekunden langsamer als im Vorjahr war und der Weltrekord somit in Reichweite war, musste er auf dem letzten Drittel des Rennens das Tempo reduzieren und kam so nach 2:10:29 Stunden auf Rang 12 ins Ziel. Ende Februar 2016 ging er bei einem weiteren Rennen der World Marathon Majors an den Start. In Tokio kam er in 2:10:23 Stunden den siebten Platz.
Autor: Jonas Müller 31.07.2017
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