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Toms Top Ten Esoterisch Laufen

Laufgurus propagieren häufig Methoden, die ihre Ursprünge bei Qi und Co. haben. Unser Kolumnist zeigt, dass sich das in der Praxis manchmal schwierig gestaltet. Ein kleiner Überblick.

YinYangLaufen +
Foto: Tom

Yin-Yang-Laufen.

10. Chi Running: „Wiederentdeckung der kindlichen Freude und Leichtigkeit“ verspricht die Website dazu. Blöd nur, wer einmal bei Bundesjugendspielen der 4. Klasse dabei war, hat damit schon ein echtes Identifikationsproblem.

9. Yoging: Meint die „Symbiose aus Yoga, Jogging und mehr“. Was genau „mehr“ bedeutet, entdecken Sie bei dem Versuch, in der „Sonnengruß“-Haltung um die Alster zu joggen.

8. Mudras: Macht dieses Finger-Yoga beim Laufen wirklich schneller? Probieren Sie’s! Und wenn man Sie deswegen komisch anmacht, wechseln Sie nonchalant in eine Fingerhaltung, die so nicht in Ihrem Handbuch steht.

7. Evolution Running: Gibt es tatsächlich. Bücher dazu wollen uns den aufrechten Gang näherbringen. Probieren Sie’s mal, wenn Sie ein Australopithecus sind. Oder irgendein anderes Wesen, das beim Krabbeln durch die Savanne eher Lesen als Laufen gelernt hat.

6. Posen-Methode: Nicholas Romanov behauptet, dass ein Laufschritt nichts anderes sei als ein Übergang von einer Pose zur nächsten. Tja. Sprintweltmeister werden Sie damit wohl nicht.

5. Chakren: Davon stecken mindestens sieben in Ihnen, fürs Laufen sei das „Wurzelchakra“ am wichtigsten, weil zuständig für Ausdauer. Man „aktiviert“ es, indem man sich vorstellt, dort „hineinzuatmen“. Es sitzt übrigens im Hintern. Obacht beim Ausatmen.

4. Strunz: Dr. Ulrich Strunz propagiert vieles. Aber am schönsten ist doch immer noch sein Credo, beim Laufen zu lächeln. Insbesondere, wenn man mal wieder das Wurzelchakra aktiviert.

3. Mantra: Wiederholen Sie beim Joggen einfach eine Silbe („Ömmm“), ein Wort („Unterbewusstseinsumprogrammierungsgaudi“) oder einen Satz („Ich halt‘ mich immer wack’rer, Dank sei dem Wurzelchakra“).

2. Visualisieren: Bringen Sie alles zusammen! Stellen Sie sich beispielsweise vor, der Mann mit dem Hammer wär' Ulrich Strunz, der lächelnd auf Sie zutrabt, „chi-chi-chi“ sagt, Fingerübungen macht und Ihnen ans Wurzelchakra will. Wenn Sie dann nicht schneller werden, weiß ich auch nicht.

1. Und wenn das alles trotzdem nicht hinhaut: Dann bleibt Ihnen immer noch Chi Fluching („Herrgottchakrament!“, „So ein Chit!“)
Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.
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Autor: Tom 13.08.2013
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