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Weltrekordhalterin über 1.500 Meter Genzebe Dibaba

Genzebe Dibaba ist eine äthiopische Mittel- und Langstreckenläuferin, die bereits zahlreiche Weltrekorde verbessern konnte.

Genzebe Dibaba setzte ihre Rekordserie fort. +
Foto: photorun.net

Kaum eine Läuferin brach in den vergangenen Jahren so viele Weltrekorde wie Genzebe Dibaba.

Genzebe Dibaba Keneni unterbot bereits mehrere Weltrekorde und Weltbestzeiten und wurde so bereits 1.500-Meter-Weltmeisterin. Die am 8. Februar 1991 in Bekoji geborene äthiopische Mittel- und Langstreckenläuferin stammt aus einer Familie mehrerer Laufsport-Größen. Während Genzebe besonders auf den 1.500 Metern zuhause ist, lief ihre über fünf Jahre ältere Schwester in den vergangenen Jahren mehrfach zum Weltmeistertitel sowie zum Olympiasieg über 5.000 und 10.000 Meter. Bei den Olympischen Sommerspielen von Peking gelang ihr 2008 sogar der Doppel-Olympiasieg. Eine weitere ältere Schwester ist Ejegayehu Dibaba, die in Athen 2004 Silver über 10.000 Meter gewann. Darüber hinaus sticht im näheren Verwandtenkreis besonders Derartu Tulu heraus, der 1992 und 2000 über 10.000 Meter Olympiasieger wurde und gleichzeitig Genzebe Dibabas Cousin ist.

Die von Jama Aden gecoachte Athletin überzeugte bereits in jungen Jahren auf der großen internationalen Bühne, indem sie nach ihrem fünften Platz bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften 2007 in den folgenden beiden Jahren den Titel im Juniorenrennen gewann. Den Gewinn zweier Junioren-Weltmeistertitel in Folge konnte sie sich als erste zweite weibliche Junioren-Läuferin sichern. Parallel verbesserte sie sich 2008 in Oslo auch auf der 5.000-Meter-Distanz auf respektable 15:02 Minuten und erlebte gleichzeitig live mit wie ihre Schwester Tirunesh den Weltrekord verbesserte. Des Weiteren sicherte sie sich bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz 2008 über 5.000 Meter die Silber-Medaille. Nach dem Gewinn des nationalen 5.000-Meter-Meistertitels wurde sie 2009 ins äthiopische Aufgebot für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin berufen. In Abwesenheit ihrer Schwestern lief sie in 15:11 Minuten auf den achten Platz. 2010 gelang ihr die Verteidigung ihres Crosslauf-Weltmeistertitels nicht, da sie auf Platz elf liegend ins Ziel kam. Nach ihrem Sieg beim Cross de Atapuerca verbesserte sie sich beim Indoor Flanders Meeting auf 4:04,80 Minuten über 1.500 Meter.

Beim bekannten Great Edinburgh Cross Country wurde sie im Januar 2011 hinter Linet Masai Zweite, bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften wurde sie Neunte. Nach einer Bestzeitverbesserung auf 14:37 Minuten und einem erneuten achten Platz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften wandte sie sich etwas von den 5.000 Metern ab und widmete sich fortan mehr den 1.500 Metern. Dies zahlte sich bereits im Frühjahr 2012 aus, als sie recht überraschend in der Karlsruher Europahalle in 4:00,13 Minuten die zu diesem Zeitpunkt fünftschnellste unter einem Hallendach jemals gelaufene 1.500-Meter-Zeit einer Frau lief. In der Folge wurde sie auch unter freiem Himmel fortan sehr ernst genommen. Ihr Weltmeistertitel bei den Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2012 in Istanbul verwunderte also nicht. Auch außerhalb der Halle zeigte sie bald erneut zu welchen Ausnahmeleistungen sie im Stande sei. In 3:57,77 Minuten brach sie in Shanghai so den nationalen 1.500-Meter-Rekord. Bei den Olympischen Spielen 2012 musste sie das Rennen in der finalen Runde trotz ihrer Rolle als Mitfavoriten verletzt aufgeben.

Ihr Jahr 2013 begann mit einem drei Kilometer langen Crosslauf beim Great Edinburgh Cross Country, den sie gewann. Diesem Sieg ließ sie einen erneuten Sieg in der Halle in Karlsruhe sowie in Birmingham folgen. Ein Jahr später startete Dibaba am 1. Februar ein weiteres Mal in Karlsruhe. Mit einer Zeit von 3:55,17 Minuten verbesserte sie nicht nur den Hallen-Weltrekord deutlich, sondern lief auch die schnellste seit 1997 weltweit gelaufene 1.500-Meter-Zeit. Vom Weltrekord beflügelt reiste sie direkt im Anschluss nach Stockholm, wo sie den Hallen-Weltrekord über die doppelte Distanz ins Visier nahm. Auch diesen verbesserte sie, indem die Uhr für sie nach 8:16,60 Minuten stoppte. Während sie den Weltrekord um ganze sieben Sekunden verbesserte, unterbot sie ihre persönliche Bestleitung gar um rund eine halbe Minute. Nur bei einem Event waren bis dahin jemals schnellere Zeiten erzielt wurden, bei den Chinesischen Meisterschaften 1993, als gleich drei Läuferinnen unter Dibabas Zeit bleiben konnten. Auch bei ihrer nächsten Station brach sie einen Weltrekord, so fiel in Birmingham der Rekord über die Distanz von zwei Meilen. In 9:00,48 Minuten blieb sie rund sechs Sekunden unter Meseret Defars alten Rekord. Mit dieser Bestzeit schloss sie zu Jesse Owens und Usain Bolt auf, die bis dahin die einzigen beiden Leichtathleten waren, die innerhalb von 15 Tagen drei Weltrekorde über drei unterschiedliche Distanzen geknackt hatten. Das überaus erfolgreiche Jahr 2014, in dem sie bei den Afrikameisterschaften in Marrakesch auch Silber über 5.000 Meter gewonnen hatte, schloss sie mit dem Gewinn der Diamond League in Monaco über ihre Paradedistanz von 1.500 Metern ab.

2015 kehrte sie in die schwedische Hauptstadt zurück, startete dieses Mal allerdings über die für sie lange Distanz von 5.000 Metern. Auch dieses Mal ging sie das Rennen offensiv im Weltrekordtempo an und verbesserte so auch die schnellste jemals gelaufene 5.000-Meter-Zeit auf 14:18,86 Minuten. Beim Prefontaine Classic in Eugene im US-Bundesstaat Oregon lief sie zudem nach 14:19,76 Minuten ins Ziel. Anfang Juli verbesserte sie sich in Paris weiter auf 14:15,41 Minuten, was für sie bereits ihre fünfte Zeit unter 14:30 Minuten bedeutete. Vier Tage später verbesserte sie den kontinentalen 1.500-Meter-Rekord auf 3:54,11 Minuten, den sie aber bereits neun Tage später ein weiteres Mal verbessern sollte. Dieses Mal sprang sogar ein neuer Weltrekord heraus, was die Fachwelt zum Staunen brachte, da der von den Chinesischen Meisterschaften 1993 stammende Weltrekord lange Zeit als nahezu unschlagbar galt. In der Folge reiste sie als große Favoriten zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften nach Peking an. Über 1.500 Meter gewann sie in 4:08,09 Minuten Gold, über 5.000 Meter in 14:44 Minuten Bronze. Nach der Auszeichnung mit dem Laureus World Sports Awards 2015 wurde sie zur IAAF Leichtathletin des Jahres 2015 ernannt. Auch diese Ehrungen trieben sie weiter an weitere Weltrekorde anzugreifen. Den nächsten knackte sie bereits im Februar 2016 als sie ein weiteres Mal in Stockholm auf Rekordjagd ging und eine Meile unter dem Hallendach in 4:13,31 Minuten lief. Somit lag die rund 2,8 Sekunden unter Doina Melintes bisherigem Weltrekord, der seit 1990 bestand. Zwei weitere Highlights sollten jedoch noch folgen. Am 20. März 2016 ging sie bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Portland an den Start und gewann mit knapp sieben Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Meseret Defar die Goldmedaille. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, auf die sie ihrer Jahresplanung ausgerichtet hatte, musste sie sich einzig der Kenianerin Faith Chepngetich Kipyegon geschlagen geben und gewann somit in 4:10,27 Minuten Silber.

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 ging sie in London nach einer durchwachsenen Saison nur als Mitfavoriten an den Start. Nach einem souveränen Vorlauf-Sieg zeigte sie im Halbfinale erste Schwächen, weshalb sie sich nur über die Zeit für das Finale der besten zwölf Läuferinnen qualifizierte. Im Finale kam sie nach 4:06,72 Minuten als letzte und somit zwölfte Läuferin ins Ziel.

Facebook: Genzebe Dibaba auf Facebook
Autor: Jonas Müller 31.08.2017
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