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Ehemaliger deutscher Langstreckenläufer Jörg Peter

Jörg Peter ist ein ehemaliger deutscher Marathonläufer, der 1988 den für 27 Jahre gültigen deutschen Rekord aufstellte.

Jörg Peter wurde am 23. Oktober 1955 in Dresden geboren und ist ein ehemaliger deutscher Langstreckenläufer. Mit seinem Start beim Tokio-Marathon 1988 stellte er den 27 Jahre gültigen deutschen Marathon-Rekord auf.

Zunächst war Jörg Peter Spezialist für die Bahn-Langstrecken. Den Höhepunkt erreichte er 1977, als er an einem Wochenende zweifacher DDR-Meister wurde: am Freitag über 10.000 Meter in 28:30 Minuten und am Sonntag über 5.000 Meter in 13:28 Minuten. Beim Europacup-Finale in Helsinki siegte Jörg Peter über 10.000 Meter in Bestzeit von 27:55,5 Minuten.

Seine Marathon-Premiere mit 2:15:56 Stunden 1980 in Karl-Marx-Stadt ließ aufhorchen. Langfristiges Ziel von Jörg Peter waren nun die Olympischen Spiele von Seoul 1988. Die Qualifikationszeit sollte am 6. Dezember 1987 beim Marathon in Fukuoka gelaufen werden. Nach 2:11:22 Stunden blieb die Stoppuhr für Jörg Peter stehen. Mit dieser Zeit war er um 37 Sekunden an der Olympianorm für Seoul vorbeigeschrammt. Doch die Funktionäre blieben unerbittlich. Sie berücksichtigten weder den starken Wind noch den Regen. Allerdings eröffneten sie Peter eine neue Chance, die Norm zu laufen, neun Wochen später beim Tokio-Marathon. So dienten die beiden ersten Wochen ausschließlich der Erholung und verschiedenen Tests. Jörg Peter: „Ab der dritten Woche mit 261 Kilometern begann die direkte Marathonvorbereitung. Das Herzstück der Vorbereitung bildeten elf 30-km-Läufe in 14 Tagen mit jeweils unterschiedlicher Aufgabenstellung.“ Die Dreißiger wurden mal locker, mal mit Tempowechseln, mal mit schnellen letzten fünf Kilometern bewältigt.

Nach den harten Wochen in Dresden ging es mit dem Team ins Höhentrainingslager nach Addis Abeba. Im äthiopischen Hochland wurde in Höhen bis zu 3.100 Meter gerannt. Nach der Anreise-Woche mit "nur“ 185 Kilometern ging es richtig zur Sache. 230 Kilometer in der sechsten Trainingswoche, 282 in der siebten und 248 Kilometer in der achten Woche. Trotz der vielen Kilometer und der dünnen und damit leistungsmindernden Höhenluft waren knallharte Einheiten dabei, z.B. 25 Mal 400 Meter in 66 Sekunden mit 200-m-Trabpausen in 77 Sekunden. "Ich kann keinem raten, das nachzumachen“, warnt Jörg Peter, „ich habe beim Blättern in den Unterlagen immer wieder gedacht: Wie kann es sein, dass du so was mal durchgehalten hast?“

Am zwölften Tag vor dem Wettkampf lief Jörg Peter den letzten 40-km-Lauf in der Höhe bei vierzig Grad. Drei Grad Celsius waren es am 14. Februar 1988 in Tokio. Der Rennausgang war knapp. Zu viert liefen sie ins Stadion und Abebe Mekonnen siegte in 2:08:33 Stunden. Hinter Juma Ikangaa aus Tansania (2:08:42 Stunden) erreichte Jörg Peter in DDR-Rekordzeit von 2:08:47 Stunden das Ziel.

Der Lauf, bei dem Jörg Peter der schnellste Marathon eines deutschen Läufers gelang, war eigentlich nur als Qualifikation für den Jahreshöhepunkt, die Olympische Spiele, gedacht. Doch dort, im fünften Marathon innerhalb von nur 13 Monaten, musste Peter nach 35 Kilometern mit Achillessehnenproblemen aussteigen. Enttäuscht beendete er seine Karriere als Leistungssportler und trainierte nur noch rund ein Viertel des bisherigen Umfangs.

Ein Jahr später kam die Wende und es eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten. Jetzt konnte Jörg Peter mit seinem Sport Geld verdienen oder seine Frau Petra mitnehmen, wenn er zu einem Wettkampf ins Ausland reiste. Das setzte noch einmal neue Energien frei. 1990 stand Jörg Peter wieder am Start, seine zweite Karriere begann.

Er schaffte den Wiedereinstieg, siegte beim Hamburg-Marathon 1990 und 1991. Als Dritter des Berlin-Marathons 1990 mit 2:09:23 Stunden unterbot er zum dritten Mal in seiner Karriere die Marke von 2:10 Stunden. In der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon hatte Peter sich exakt an seinem alten Training aus DDR-Zeiten orientiert. Er lief über Wochen in der Höhe, allerdings nicht in Äthiopien, sondern in St. Moritz: „Ich habe dort vier Wochen mit Umfängen von 200, 250, 280 und 230 Kilometer trainiert und fuhr dann elf Tage vor dem Berlin-Marathon wieder nach Hause.

Im darauffolgenden Jahr lief er beim Rotterdam-Marathon zum dritten Platz. Doch die harten Trainingsjahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Immer wiederkehrende Verletzungen zwangen ihn, 1993 seine Karriere zu beenden. Heute ist er als Fuhrunternehmer in Dresden tätig. Auch Comeback-Versuche als Altersklassen-Läufer scheiterten letztlich an Verletzungen.
02.09.2016
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