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Ehemalige deutsche Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig

Katrin Dörre-Heinig bewältigte die Marathondistanz 35-mal unter 2:34 Stunden und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Marathonläuferinnen der Geschichte.

Kathrin Dörre-Heinig +
Foto: Claus Dahms

Auch nach ihrer Karriere ist Katrin Dörre-Heinig noch als Läuferin unterwegs.

Katrin Dörre-Heinig wurde als Juana Katrin Dörre am 6. Oktober 1961 in Leipzig geboren. Sie zählt zu den besten ehemaligen Langstreckenläuferinnen Deutschlands und feierte in der 1980er und 1990er Jahren besonders über die Distanz von 42,195 Kilometer große Erfolge. 1989 brachte sie ihre Tochter Katharina Heinig, die mittlerweile selbst zu den besten Marathonläuferinnen Deutschlands zählt, zur Welt, 1992 heiratete sie ihren Trainer Wolfgang Heinig.

Katrin Dörre-Heinig ging ab 1975 für den SC DHfK Leipzig an den Start. Erst nach dem Ende der DDR wechselte sie in den Westen und startete fortan für die LG Odenwald. Später wechselte sie erst zum LAC Quelle, dann zum LAC Veltins Hochsauerland. Bevor Dörre-Heinig ihre erfolgreiche Marathon-Karriere startete, ging es als Bahnläuferin an den Start. Die 1.500 Meter lief sie 1979 in Karl-Marx-Stadt in 4:18,7 Minuten, die 800 Meter ein Jahr später in Jena in 2:05,4 Minuten. Im selben Jahr sicherte sie sich sogar den DDR-Meistertitel über 3.000 Meter. Noch bevor in der DDR nationale Bestzeiten registriert wurden, wechselte sie auf die Königsdistanz des Laufsports, den Marathon. In Karl-Marx-Stadt absolvierte sie die 42,195 Kilometer auf Anhieb in 2:45:54 Stunden. Ihren ersten Marathon-Sieg außerhalb der DDR errang sie 1984, indem sie den Osaka Women’s Marathon in 2:31:41 Stunden für sich entscheiden konnte. Wenige Monate später gewann sie in 2:26:52 Stunden auch in Ost-Berlin und stellte nebenbei erstmals eine gesamtdeutsche Marathon-Bestzeit auf. Auch den Tokyo International Women’s Marathon gewann sie noch vor Jahreswechsel. Nebenbei absolvierte sie die 3.000 Meter im Mai 1984 in 9:04,01 Minuten. In Leipzig lief sie gut drei Wochen später 33:00,00 Minuten über 10.000 Meter.

Auch 1985 und 1987 – 1987 gar in deutscher Rekordzeit (2:25:24 Stunden) – siegte sie in Tokio. 1985 folgte zudem ihr erster internationaler Meisterschaftsaufritt. Diesen bestritt sie beim IAAF-Weltcup-Marathon in Hiroshima, den sie in 2:33:30 Stunden gewann. Auch beim Europacup-Marathon in Rom (2:30:11 Stunden) siegte sie. Ein Jahr später ging sie erneut beim Europacup-Marathon an den Start, musste das Rennen jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme vorzeitig beenden. Nachdem sie 1986 im japanischen Nagoya einen weiteren bedeutenden Frauen-Marathon gewonnen hatte, erhielt sie als Anerkennung ihrer Leistung den Vaterländischen Verdienstorden in Silber. Auch 1987 kehrte sie nach Japan zurück, musste sich beim Weltcup-Marathon in Hiroshima jedoch mit Platz zwei zufriedengeben. Auf Platz zwei ließ sie dann aber einen weiteren Sieg, dieses Mal beim Europacup-Marathon in Huy, folgen. Im Juli 1988 stellte sie sich der Herausforderung eines Stundenlaufs. Sie kam 17.709 Meter weit und stellte so einen weiteren nationalen Rekord auf. Bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul gewann sie 1988 zudem Bronze, womit sie bis heute die einzige deutsche Marathonläuferin ist, die eine Olympia-Medaille über diese Distanz gewann. In der Folge wurde sie ein weiteres Mal mit dem Vaterländischen Verdienstordner, dieses Mal in Bronze, ausgezeichnet.

Danach legte sie eine Pause ein um ihre Tochter Katharina auf die Welt zu bringen. Nur die dank der Wiedervereinigung Deutschlands plötzlich aufkommenden neuen Möglichkeiten entschied sie sich ihre Karriere fortzusetzen. Ihren ersten größeren Erfolg nach ihrer Rückkehr konnte sie beim New-York-City-Marathon 1990 feiern als sie auf Rang drei lief. 1991 kehrte sie vier Jahre nach ihrem letzten Marathonsieg auf japanischem Boden ins Land der aufgehenden Sonne zurück und startete dort beim Osaka-Marathon. Sieben Jahre nach ihrem letzten Sieg in Osaka gewann sie erneut. Nachdem sie auch beim Grand Prix von Bern, dem Kasseler Citylauf und Würzburger Residenzlauf siegreich gewesen war, ging sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio an den Start. Den Marathon beendete sie auf dem Bronze-Rang. Auch 1992 kam sie in Bern als erste Frau ins Ziel und feierte so ihren zweiten von insgesamt drei Grand-Prix-Erfolgen. Ihr dritter Sieg sollte 1997 folgen. Im Frühjahr 1992 gewann sie zudem den Paderborner Osterlauf über die klassische 10-Kilometer-Distanz. Kurz darauf startete sie ihre London-Marathon-Siegesserie, die von 1992 bis 1994 andauern sollte, indem sie dreimal in Folge gewann. Nur wenige Monate danach ging sie auch bei den Olympischen Spielen von Barcelona über die 42,195 Kilometer an den Start und wurde Fünfte. Eine weitere Topplatzierung errang sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Stuttgart 1993 mit Rang sechs. Ihrem dritten Sieg in London ließ sie im Herbst 1994 den Sieg beim Berlin-Marathon folgen. Diesen errang sie in neuer deutscher Rekordzeit von 2:25:15 Stunden.

Von 1995 bis 1997 konzentrierte sie sich besonders auf den Frankfurt-Marathon, den sie in dieser Phase ebenfalls dreimal gewann. Dies gelang ihr auch 1996 als sie einige Wochen zuvor bei den Olympischen Sommerspielen von Atlanta als vierte Marathonläuferin ins Ziel kam. Zudem sicherte sie sich gemeinsam mit Petra Wassiluk und Iris Biba-Pöschl Anfang Oktober 1997 in Košice den deutschen Halbmarathon-Mannschafts-Rekord (3:32:16 Stunden). Ähnliches war ihr bereits zwölf Jahre zuvor gemeinsam mit Birgit Weinhold und Gabriele Martins gelungen, indem sie sich am 15. September 1985 in Rom den deutschen Marathon-Mannschafts-Rekord (7:36:10 Stunden) sicherten. Zum Ende ihrer Karriere gewann sie 1998 und 1999 den Hamburg-Marathon. Im Alter von 38 Jahren bewies sie in neuer deutscher Rekordzeit von 2:24:35 Stunden, dass sie selbst im höheren Sportleralter noch zu den Besten zählte. Ihr Rekord wurde erst neun Jahre später von Irina Mikitenko verbesserte, die den deutschen Rekord unter die magische 2:20-Stunden-Marke drückte.

Im Rahmen des 25. Frankfurt-Marathons stellte sie 2006 ihre Buch „Leidenschaft Marathon“ vor, indem sie Einblicke in ihr Leben als Sportlerin gibt. Seit 1992 ist sie mit ihrem Trainer Wolfgang Heinig verheiratet und trägt seither den Doppelnamen Dörre-Heinig. Inzwischen betreut sie gemeinsam mit ihrem Mann die schnellsten Läuferinnen und Läufer Deutschlands. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei verständlicherweise auf ihrer Tochter Katharina Heinig, die bei ihrem Marathon-Debüt 2010 den Köln-Marathon auf Anhieb gewann und Deutschland unter anderem bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 in London vertrat.
05.09.2016
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