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Deutsche Mittelstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen

Konstanze Klosterhalfen hat sich vom größten Mittelstrecken-Talent der letzten Jahrzehnte zu einer international erfolgreichen Mittelstrecklerin entwickelt.

Konstanze Klosterhalfen Deutscher Rekord 3.000 Meter Birmingham +
Foto: photorun.net

Konstanze Klosterhalfen gewann in Chia mit deutlichem Vorsprung.

Konstanze Klosterhalfen wurde am 18. Februar 1997 in der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn geboren. Die 1,78 Meter große Sportjournalismus-Studentin gewann bei Europameisterschaften bereits mehrere Medaillen im Juniorenbereich und verbesserte zahlreiche Deutsche Junioren-Rekorde. Neben den Distanzen der Mittelstrecke sieht man sie auch immer wieder bei Cross- und Straßenläufen.

Ihre Leichtathletik-Laufbahn begann die damals fünfjährige Konstanze Klosterhalfen bei der SSG Königswinter. Nachdem sie sechs Jahre lang am allgemeinen Leichtathletik-Kindertraining teilgenommen hatte, spezialisierte sie sich auf das Laufen, was sie fortan zweimal wöchentlich trainierte. Im Zuge dieser Spezialisierung wechselte sie mit elf Jahren zum TSV Bayer 04 Leverkusen, für den sie seither startet. Betreut wird sie dabei aktuell von Trainer Sebastian Weiß, der Sigrid Bühler ablöste. Bereits im Alter von 12 Jahren lief sie 800 Meter in 2:38,42 Minuten, was sich nach und nach jedoch noch um weitere knapp 40 Sekunden steigern sollte. So wurde sie 2013 beispielsweise Deutsche U18-Vize-Meisterin über eben jene 800-Meter-Distanz.

2014 kam ihre Karriere so richtig ins Rollen. Sie wurde Deutsche U18-Meisterin und U20-Vize-Hallenmeisterin über 1500 Meter und erreichte bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen in Nanjing in China den vierten Platz. Zudem kam sie bei den Crosslauf-Europameisterschaften in der Altersklasse U20 im Team ebenfalls auf den vierten Rang. Ebenfalls über 1500 Meter wurde Klosterhalfen in der Halle sowie im Freien Deutsche Meisterin. Bei den Seniorinnen musste sie sich jedoch zweimal Maren Kock geschlagen geben. Im schwedischen Eskilstuna holte sie derweil bei den U20-Europameisterschaften Bronze über 1500 Meter. Darüber hinaus gewann sie bei den Crosslauf-Europameisterschaften das Einzelrennen und führte so ihr Team, in dem auch Alina Reh, Sarah Kistner und Franziska Reng waren, zum Teamsieg.

Im Februar 2016 verbesserte sie in Karlsruhe über 1500 Meter den Hallen-Europarekord der U20-Läuferinnen auf 4:08,38 Minuten. Nur gut zwei Wochen später gewann sie bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in 2:03,37 Minuten den 800-Meter-Meistertitel und brach gleichzeitig die 36 Jahre alte deutsche Bestleistung über diese Distanz in der Halle. Ihre ersten beiden Deutschen Meistertitel in der Altersklasse der Aktiven gewann Konstanze Klosterhalfen über 3.000 Meter in der Halle (8:56,36 Minuten) sowie über die halbe Distanz im Freien. Beeindruckend war besonders ihr 3.000-Meter-Rennen, bei dem sie einen neuen U20-Hallen-Europarekord lief und alten dabei um knapp zehn Sekunden unterbot. Anfang März startete sie beim 10-Kilometer-Straßenlauf „Rund um das Bayer-Kreuz“ in Leverkusen und erreichte das Ziel dabei in deutscher U20-Rekord-Zeit von 32:24 Minuten. Ende Mai knackte sie im tschechischen Ostrava beim Golden Spike Meeting die Olympia-Norm und verbesserte so ihre persönliche Bestzeit auf 4:06,91 Minuten über 1500 Meter. Bevor sie jedoch im August 2016 in Rio de Janeiro an den Start ging, wo sie im Vorlauf nach 4:07,26 Minuten als zehnte Läuferin die Ziellinie überquerte und somit ausschied, sicherte sie sich die Deutsche Meisterschaft über 1500 Meter. Auch wenn ihre Olympischen Spiele nach nur gut vier Minuten Laufzeit schon wieder beendet waren, zog sie ein positives Fazit und zeigte im Anschluss, dass sie von den neuen Erfahrungen sofort zu profitieren scheinte. So gewann sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz über 3.000 Meter Bronze und zeigte sich als überragende Läuferin der in Chia auf Sardinien ausgetragenen Crosslauf-Europameisterschaften 2016. Während sie im Einzel mit großem Vorsprung zur Goldmedaille lief, holte das deutsche Team in der Teamwertung Silber. Wie von zahlreichen Experten erwartet wurde sie in der Folge als Jugend-Leichtathletin des Jahres 2016 ausgezeichnet.

Wie bereits 2016 startete Klosterhalfen ihr Wettkampfjahr auch 2017 in der Karlsruher Europa-Halle. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit über 3.000 Meter (8:51,75 Minuten) wusste sie erneut zu überzeugen. Gleichzeitig bedeutete dies, dass sie die Norm zur Teilnahme an den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad erfüllt hatte. Wenig später erfüllte sie diese in Leipzig in 4:04,91 Minuten auch über die halbe Distanz. In Belgrad wurde sie hinter der Britin Laura Muir Hallen-Vize-Europameisterin über 1500 Meter. Ihre gelaufene Zeit von 4:04,45 Minuten bedeuteten gleichzeitig das Aufstellen einer neuen deutschen U23-Bestzeit unter dem Hallendach. Einen erfolgreichen Ausflug auf die 5.000 Meter wagte sie ebenfalls in Karlsruhe bei der 2. Langen Laufnacht am 19. Mai 2017. In 14:51,38 Minuten verbesserte sie nicht nur den 28 Jahre alten deutschen U23-Rekord von Kathrin Ullrich um fast acht Sekunden, sondern lief somit auch die zweitschnellste jemals von einer deutschen Läuferin gelaufene 5.000-Meter-Zeit. Nur Irina Mikitenko (14:42,03 Minuten) war zuvor schneller gelaufen. Nicht nur in Karlsruhe knackte sie dabei die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London. Dies gelang ihr auch Anfang Juni, als sie in Pfungstadt die 800-Meter-Distanz erstmals unter zwei Minuten zurücklegte (1:59,65 Minuten). Die dritte Schallmauer durchbrach sie ebenfalls nur wenige Tage später beim Diamond League Meeting in Rom, als sie die 1500 Meter in 3:59,30 Minuten zurücklegte, so eine weitere WM-Norm knackte und einen weiteren deutschen U23-Rekord verbesserte. Bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt verteidigte sie ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Während sie in Erfurt noch 3:59,58 Minuten lief, reichte ihr bei den U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz eine Zeit von 4:10,30 Minuten zum Sieg.

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die im August in London stattfand, war man gespannt, was die 20-Jährige bei ihrem ersten Auftritt auf der ganz großen Bühne erreichen würde. Mit einem starken Rennen und einer Zeit von 4:03,60 Minuten konnte sie sich im 1.500-m-Vorlauf für das Halbfinale neben Hanna Klein als zweite Deutsche qualifizieren. Dort, wie man es schon oft gesehen hat, schon früh nach 700 Metern attackierend, reichte am Ende die Kraft nicht mehr, um ihre Konkurrentinnen auf Abstand zu halten oder ihnen zu folgen. So war für Klosterhalfen im Halbfinale Endstation. Doch nur zwei Wochen später bewies sie beim Diamond-League-Meeting in Birmingham ihre Top-Form. Hinter Sifan Hassan stürmte sie über 3.000 Meter nach nur 8:29,89 Minuten ins Ziel. Damit schlug sie nicht nur die 5.000-m-Weltmeisterin Hellen Obiri, auch den Deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2000 unterbot sie um genau eine halbe Sekunde.
Autor: Jonas Müller 26.07.2017
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