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Die Karrierefrau im Interview Laufen bleibt oft auf der Strecke

Maike Röttger ist beruflich viel unterwegs. In den Ländern der Hilfsprojekte von Plan International ist Laufen oft nicht möglich.

Wäre ein Marathon denn ein Ziel für Sie?

Ich glaube, ich würde mal mit einem Halbmarathon anfangen. Das würde ich tatsächlich ganz gerne mal machen. Marathon, glaube ich, ist ein bisschen zu weit weg für mich. Da müsste ich ein Sabbatjahr nehmen. Ich habe auch immer das Gefühl, für Sport braucht man auch gewisse Freiräume. Wenn ich Phasen habe, in denen ich richtig viel arbeite, und dann natürlich irgendwie raus will und mich bewegen will, dann fällt mir schon eine Laufstrecke, die ich sonst locker laufe, irre schwer. Und wenn ich merke, dass ich entspannte Phasen im Beruf habe, dann kann ich auch mehr Sport machen. In den anstrengenden Phasen zwinge ich mich eher zum Laufen, weil ich weiß, hinterher geht’s mir besser. Aber es fällt mir dann trotzdem schwerer.

Können Sie unterwegs laufen? Lernen Sie tolle Laufstrecken überall auf der Welt kennen?

Leider nicht. Wenn ich in Ouagadougou [der Hauptstadt Burkina Fasos] lande, kann ich nicht joggen gehen. Meistens bin ich so eingebunden, dass an Laufen auch nicht zu denken ist. Wenn man ankommt, ist das Klima auch meist nicht lauffreundlich; in den Hauptstädten ist die Luft oft voller Abgase. Mit Glück gibt es im Hotel manchmal noch ein paar Fitnessgeräte. Aber sobald ich dann in die Projekte fahre, ist das natürlich vorbei. Dort ist auch die Sicherheitslage oft so, dass man nicht unbedingt laufen sollte – das würden meine Kollegen auch gar nicht zulassen.

Sie sind immer in Teams vor Ort?

Wir haben in allen Ländern, in denen wir arbeiten, eigene Büros mit überwiegend einheimischen Mitarbeitern, die unsere Projekte umsetzen und mit denen ich dort unterwegs bin. Und wir kommen natürlich auch meistens mit einer Gruppe von mehreren Leuten in die Projekte. Aber was ich tatsächlich gerne mal machen würde: Es gibt in Addis Abeba in Äthiopien einmal im Jahr einen Lauf, bei dem unglaublich viele Kinder, auch aus den Plan-Projekten, mitlaufen, und dieser Lauf dient auch zur Stärkung der Frauen. Der Sport ist ein Tool für Verwandlung. Das ist nicht nur bei uns so, sondern auch in Ländern, wo die Menschen unter Armut leiden. Sportler sind ja immer auch Vorbilder. Vor allem, wenn da auch Frauen dabei sind. Dann sehen die Kinder, da hat es jemand geschafft, und das hat immer große Wirkung. Das wäre mal ein Ziel, dort einmal mitzulaufen.
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Autor: Britta Ost 12.05.2015
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