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Mehrfacher Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa

Lelisa Desisa gewann bei seinem Marathon-Debüt prompt den Dubai-Marathon und legte drei Monate später den Sieg beim Boston-Marathon nach. Zudem wurde er 2013 Marathon-Vize-Weltmeister.

Lelisa Desisa und Caroline Rotich +
Foto: photorun.net

Lelisa Desisa und Caroline Rotich nach ihrem Sieg beim Boston-Marathon 2015.

Der am 14. Januar 1990 geborene äthiopische Langstreckenläufer Lelisa Desisa Benti schaffte im Alter von 20 Jahren den internationalen Durchbruch. Der Junioren-Afrikameister über 10.000 Meter von 2009 wurde 2010 nicht nur Dritter beim Zayed-Halbmarathon, bei dem er auf Anhieb unter 60 Minuten bleiben konnte, sondern machte besonders durch sein starkes Sprint-Finish beim Paris-Halbmarathon im März 2010, wo er Zweiter wurde, auf sich aufmerksam. Im kanadischen Ottawa gewann er im Mai das Ottawa-10K-Rennen, worauf er zwei Tage später einen weiteren Sieg beim Bolder Boulder folgen ließ. Beim Peachtree Road Race in Atlanta kam er in der Folge auf Rang drei, das Boilermaker Road Race im ebenfalls US-amerikanischen Utica gewann er mit einer Zeit unweit des Streckenrekords. Bei seiner ersten Normierung für die Senioren-Nationalmannschaft trat er bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Nanning an und kam in 1:01:28 Stunden als Siebter ins Ziel, womit sich das äthiopische Team Bronze sicherte. Beim Delhi Halbmarathon im November verbesserte er seine persönliche Bestzeit auf 59:39 Minuten und kam so nur eine Sekunde hinter Sieger Geoffrey Mutai ins Ziel.

Seinem ersten erfolgreichen Jahr auf internationaler Bühne ließ er 2011 ein weiteres folgen. So folgten auf einen dritten Platz beim World's Best 10 K, bei dem Desisa für ihn nie dagewesene 28:02 Minuten lief, Siege beim City-Pier-City-Loop Den Haag, beim Halbmarathon der Panafrikanischen Spiele und beim Delhi-Halbmarathon (59:30 Minuten), bei dem er dieses Mal eine Sekunde vor Geoffrey Kipsang finishte. Gerade beim Halbmarathon in den Niederlanden musste er dabei an seine Grenzen gehen, da fünf Läufer gemeinsam auf die Zielgerade einbogen. Er setzte sich durch und sicherte sich in 59:37 Minuten gleichzeitig eine weitere Halbmarathon-Bestzeit-Verbesserung. Darüber hinaus gewann er den Cooper-River-Bridge-Run, verbesserte den 16 Jahre alten Streckenrekord des Cherry-Blossom-10-Milers und erreichte beim World 10 K Bangalore den dritten Platz.

2012 konzentrierte er sich auf die Olympischen Distanzen von 5.000 und 10.000 Metern, da die Halbmarathon-Distanz nicht Teil des Olympischen Programms war. Nach einer Weltklassezeit von 27:18,17 Minuten, mit der er in Liège gewann, und einer Zeit von 13:22,91 Minuten über die 5.000-Meter-Distanz im Juni, wurde er zum Ersatzstarter für die Olympischen Spiele in London berufen. Da er in London nicht zum Einsatz kam, legte er den Fokus danach auf die Titelverteidigung beim Delhi Halbmarathon. Auch daraus wurde nichts und Desisa kam als siebter Läufer ins Ziel.

Enttäuscht von der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2012 entschied er sich beim höchstdotierten Marathon der Welt, dem Dubai-Marathon, am 25. Januar 2013 sein Debüt über die volle Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern geben zu wollen. Dies gelang ihm auf der flachen Strecke, die lediglich zwei Wendepunkte und zwei Kurven enthält, auf eindrucksvoller Art und Weise. Den aufgrund der aufkommenden Hitze bereits um 7:00 Uhr Ortszeit gestartete Lauf gewann er in starken 2:04:45 Stunden. Überrascht von der schnellen Zeit kündigte er nach dem Rennen an in der Zukunft wenn möglich eines Tages einen Angriff auf den Marathon-Weltrekord starten zu wollen. Nur drei Monate später ging er erneut an den Start und gewann auch den 1897 erstmals ausgetragenen Boston-Marathon, der somit der älteste City-Marathon der Welt ist. Dieses Mal setzte er sich in 2:10:22 Stunden durch. Rund zwei Stunden nach seinem Zieleinlauf kam es wenige Meter vor der Ziellinie zur Explosion mehrerer Sprengsätze, was als wohl größte Tragödie der Marathon-Geschichte in die Geschichtsbücher einging. Sieger Lelisa Desisa übergab seine Sieger-Medaille später in Gedenken an die Opfer des Terroranschlags der Stadt Boston. Bereits am 23. Juni 2013 startete Desisa erneut in Boston und kam nach 28:15 Minuten ins Ziel. Zudem ging er bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau ebenfalls über die Marathon-Distanz an den Start und sicherte sich in 2:10:12 Stunden hinter Stephen Kiprotich (2:09:51 Stunden), dem Marathon-Olympiasieger von 2008, die Silber-Medaille. Auch im Oktober kam er an den Ort seines zweiten Marathons, aber gleichzeitig auch des Anschlags zurück, und lief beim B.A.A.-Halbmarathon in 1:00:34 Stunden nicht nur zum Sieg, sondern verbesserte gleichzeitig auch den Streckenrekord.

2014 trat er beim Halbmarathon in Ra’s al-Chaima in den Vereinigten Arabischen Emiraten an, den er in 59:36 Minuten gewann. Auch beim Boston-Marathon ging er an den Start, musste das Rennen als Titelverteidiger jedoch vorzeitig aufgeben. Sein Marathon-Jahr wollte er danach jedoch noch nicht für beendet erklären und startete daher gut sechs Monate später beim größten Marathon der Welt, dem New-York-City-Marathon. Auf der welligen Strecke durch die fünf Stadtteile Staten Island, Brooklyn, Queens, Manhattan und den Bronx hielt er sich lange an der Spitze des Feldes auf. Am Ende musste er Wilson Kipsang jedoch den Vortritt lassen, der in 2:10:59 Stunden gewann. Desisa kam in 2:11:06 Stunden als Gesamtzweiter ins Ziel. Nicht einmal drei Monate später kehrte er nach Dubai zurück, wo er in 2:05:52 Stunden auf dem zweiten Platz liegend unweit des weltbekannten Hotels Burj Al Arab ins Ziel lief. Zudem startete er erneut beim Boston-Marathon, den er am 20. April zum zweiten Mal gewann. Seine Siegzeit 2015 betrug 2:09:17 Stunden, womit er 31 Sekunden vor Yemane Tsegay blieb. Auch ein erneuter Start beim New-York-City-Marathon kam 2015 auf ihn zu. Gewillt nach Platz zwei im Vorjahr dieses Mal das Rennen für sich zu entscheiden, ging er am 1. November 2015 gemeinsam mit Wilson Kipsang und anderen Größen der Szene am Fuße der Verrazano-Narrows-Brücke auf die Strecke. Am Ende kam er auf den Bronze-Rang und musste sich dabei Stanley Biwott (2:10:34 Stunden) und Geoffrey Kamworor (2:10:48 Stunden) geschlagen geben, die noch schneller als Desisas Zeit von 2:12:10 Stunden waren.

Im Januar 2016 ging Lelisa Desisa beim Houston-Marathon beim Halbmarathon an den Start. In 1:00:37 Stunden gewann er mit acht Sekunden Vorsprung vor Mosinet Geremew. Etwa drei Monate später wollte er seinen dritten Sieg beim Boston-Marathon feiern. 19 Meilen, also gut 30 Kilometer, lang in Führung liegend, hatte der ebenfalls aus Äthiopien stammende Lemi Berhanu Hayle am Ende die größeren Reserven und verwies Desisa, der 2:13:32 Stunden benötigte, so mit 47 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. Einem spannenden Projekt stellte sich Lelisa Desisa gemeinsam mit dem aus Eritrea stammenden Zersenay Tadese und dem kenianischen Marathon-Olympiasieger von Rio de Janeiro, Eliud Kipchoge dem Breaking2-Projekt ihres Ausrüsters. Ziel dabei war es, trotz der aktuell noch fast drei Minuten von der magischen 2-Stunden-Marke entfernt liegenden Weltrekordzeit von Dennis Kimetto, erstmals 42,195 Kilometer in unter zwei Stunden zu absolvieren. Mit zahlreichen Pacemakern, die immer wieder wechselten, einem Auto mit großer Zeitanzeige auf dem Dach, die den Läufern unter anderem auch den Wind etwas vom Leibe halten sollte, und natürlich einem speziell dafür konzipierten Schuh gingen die Läufer am 6. Mai auf der Formel-1-Rennstrecke im italienischen Monza bei perfekten Bedingungen an den Start. Desisa musste jedoch als Erster abreißen lassen und kam nach 2:14:10 Stunden ins Ziel. Einige Minuten zuvor hatte Eliud Kipchoge, der davor auch als stärkster der drei Läufer gehandelt wurde, den Weltrekord auf inoffiziellem Wege zwar um rund zweieinhalb Minuten unterboten, die magische Schallmauer in 2:00:25 Stunden jedoch verpasst. Tadese kam nach 2:06:51 Stunden ins Ziel. Weltrekordhalterin Paula Radcliffe attestierte Desisa im Nachgang trotz der vergleichbar schwachen Vorstellung einen weiteren glorreichen Verlauf seiner sehr erfolgreich gestarteten Marathon-Karriere.
Autor: Jonas Müller 22.06.2017
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