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Russische Langstreckenläuferin Liliya Schobuchowa

Lilija Bulatowna Schobuchowa ist eine dem Doping überführte russische Langstreckenläuferin.

Liliya Shobukhova +
Foto: photorun.net

Liliya Schobuchowa wurde im April 2014 des Dopings überführt und rückwirkend bei allen Rennen bis zum 9. Oktober 2009 disqualifiziert.

Lilija Bulatowna Schobuchowa (engl. Transkription Liliya Bulatovna Shobukhova, geb. Wolkowa – Volkova) wurde am 13. November 1977 in Belorezk geboren und ist eine russische Langstreckenläuferin.

Zunächst war Schobuchowa vor allem im 5.000-Meter-Lauf erfolgreich. Mehrfach wurde sie über diese Distanz russische Meisterin. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2006 in Göteborg gewann sie die Silbermedaille, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking belegte sie den sechsten Rang. Außerdem stellte sie mit einer Zeit von 14:23,75 Minuten den Europarekord über 5.000 Meter auf. Im 3.000-Meter-Lauf wurde sie 2006 in Moskau Hallenvizeweltmeisterin, nachdem sie kurz zuvor mit 8:27,86 Minuten einen Hallenweltrekord über diese Distanz aufgestellt hatte.

Seit 2007 nahm Schobuchowa vermehrt an Straßenläufen teil. Im selben Jahr gewann sie den Prag-Halbmarathon, 2008 schlug sie beim Halbmarathon in Philadelphia die favorisierte Kenianerin Catherine Ndereba. Ihr Debüt über die volle Distanz gab sie 2009 beim London-Marathon und wurde auf Anhieb Dritte in 2:24:24 Stunden. Eine zwischenzeitliche Rückkehr auf die Bahn blieb erfolglos. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin erreichte sie im 10.000-Meter-Lauf nur den 19. Platz. Dafür gewann sie wenig später den Chicago-Marathon in 2:25:56 Stunden vor der Deutschen Irina Mikitenko. Dabei kam Schobuchowa auf den letzten zwei Kilometern ihre enorme Grundschnelligkeit zugute.

Im Frühjahr 2010 siegte sie beim London-Marathon in persönlicher Bestleistung von 2:22:00 Stunden. Beim EM-Finale 2010 in Barcelona über 10.000 Meter lief sie anfangs ganz vorne mit, stieg dann aber plötzlich aus. Im Herbst gewann sie erneut den Chicago-Marathon und stellte mit ihrer Siegerzeit von 2:20:25 Stunden einen russischen Rekord auf. Dadurch sicherte sie sich zudem den Gesamtsieg in der World Marathon Majors-Serie 2009/2010. Diese Serie gewann Schobuchowa von 2009 bis 2011 insgesamt drei Mal.

2011 wurde sie in London trotz einer weiteren Verbesserung auf 2:20:15 Stunden von Mary Jepkosgei Keitany geschlagen. In Chicago gewann Schobuchowa in 2:18:20 Stunden zum dritten Mal hintereinander. Schnellere Zeiten über die Marathondistanz war bis dahin nur Paula Radcliffe gelaufen.

Am 29. April 2014 wurde bekannt, dass der russische Leichtathletik-Verband Lilija Schobuchowa wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt hat. Im biologischen Pass der Läuferin wurden verdächtige Werte festgestellt, die auf Blutdoping hinweisen. Die Strafe trat rückwirkend zum 24. Januar 2013 in Kraft. Alle Titel und Rekorde Schobuchowas seit dem 9. Oktober 2009 wurden der Russin aberkannt. In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" von Hajo Seppelt erklärte sie Ende 2014, dass ihre Blutwerte dem russischen Verband schon 2012 bekannt waren und sie sich den Start bei den Olympischen Spielen in London mit 450.000 Euro erkauft habe. Am 6. März 2015 wurde ihre Sperre, die im Januar abgelaufen war, um 14 Monate vom Internationalen Sportgerichtshof erhöht, den der Weltverband IAAF angerufen hatte. Im Juli 2015 wurde wegen ihrer Mitarbeit, die zur Aufdeckung und Untersuchung von Anti-Doping-Verstößen von anderen Personen, einschließlich Athletenbetreuern, führen können, die Sperre von der WADA um sieben Monate bis zum 23. August 2015 verkürzt. Nach ihrer Doping-Überführung sollen die Antritts- und Preisgelder zurückgeklagt und an jene Läuferinnen verteilt werden, die durch Schobuchowas Doping um ihre Prämien gebracht wurden.
14.09.2016
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