Top Themen: Laufschuhe | Laufuhren | Abnehmen | Trainingspläne | Coaching | Lauftrainer-App | Abnehm-App | A - Z
Alle Themen: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z #

Deutscher Langstreckenläufer Patriz Ilg

Patriz Ilg ist ein deutscher Langstreckenläufer und Welt- sowie Europameister über 3.000 Meter Hindernis.

Patriz Ilg +
Foto: Claus Dahms

Der 3.000-m-Hindernis-Läufer Patriz Ilg wurde 1983 Weltmeister.

Der deutsche Langstreckenläufer Patriz Ilg wurde am 5. Dezember 1957 geboren. Obwohl eigentlich Sport- und Werklehrer, erlief er sich 1982 einen Europameister- und 1983 einen Weltmeistertitel über 3.000 Meter Hindernis. Der Olympia-Boykott 1980 hat ihn vermutlich um weitere Trophäen gebracht. Ilg beendete 1988 seine Karriere und fährt heute lieber Fahrrad.

1975 trat der Siebzehnjährige zum ersten Mal in der internationalen Leichtathletikszene in Erscheinung. Damals belegte er bei der Junioren-EM den zweiten Platz über die 3.000-Meter-Distanz. 1978 holte sich der Schwabe bei den Europameisterschaften in Prag als 21-Jähriger den zweiten Platz und arbeitete sich danach sukzessive in die internationale Spitze vor.

1980 fanden die Olympischen Spiele in Moskau statt, die jedoch von einigen westlichen Staaten wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan boykottiert wurden. Der Olympia-Boykott, von US-Präsident Carter angeregt und vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt über sein Innenministerium an das Nationale Olympische Komitee weitergegeben, stahl einigen Athleten, die im Zenit ihrer Leistungsfähigkeit standen, die Möglichkeit, sich auf olympischem Parkett zu beweisen. Darunter auch der Hindernisläufer Patriz Ilg.

Deshalb kam für ihn den Leichtathletik-Europameisterschaften 1982 in Athen eine besondere Bedeutung zu. Es waren nach vier Jahren Unterbrechung die ersten großen internationalen Leichtathletik-Meisterschaften, an denen wieder ein DLV-Team teilnahm. Das Finale über 3.000 Meter Hindernis stand am Donnerstag den 9. September 1982 auf dem Programm. Am Start war ein gutes Feld, allen voran der Pole Boguslaw Maminski, doch keineswegs Konkurrenten, die für Patriz Ilg unschlagbar gewesen wären, zumal er beim ISTAF in Berlin wenige Wochen vor der EM mit der europäischen Jahresbestleistung von 8:17,04 Minuten gezeigt hatte, dass er nach einer krankheitsbedingten Pause in der Sommersaison wieder topfit war. Ilg verfügte über eine außergewöhnliche Spurtkraft, die ihm in dem taktisch geprägten Rennen den entscheidenden Vorteil einbrachte. Sein Vorsprung auf Maminski, den Zweitplatzierten, betrug im Ziel eine halbe Sekunde.

Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte Patriz Ilg bei den ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1983 in Helsinki, als er seinen Konkurrenten am Wassergraben davonrannte und mit zwei Sekunden Vorsprung gewann. Topfavorit Henry Marsh aus den USA war am letzten Balken gestürzt, und Ilg musste sich nach dem Lauf von Journalisten die Frage anhören, was gewesen wäre, wenn der Amerikaner nicht gestürzt wäre.

Im Jahr 1986 belegte Patriz Ilg den dritten Rang bei der Europameisterschaft in Stuttgart. Bei der Weltmeisterschaft 1987 in Rom wurde er Zwölfter.

Ilgs Plus war seine Konzentrationsfähigkeit bei wichtigen Meisterschaftsrennen. Er war kein Rekordläufer, zumal es zu seiner Zeit über die Hindernisse keine arrangierten Temporennen bei Leichtathletik-Meetings gab. Darum rangiert er mit seiner Bestzeit „nur“ auf Platz acht der ewigen deutschen Bestenliste, obwohl seine schnellsten Zeiten über 3.000 und 5.000 Meter zeigen, dass er das Zeug dazu hatte, schneller als 8:05 Minuten zu laufen (der Deutsche Rekord steht seit 1999 bei 8:09,48 Minuten). Das findet auch sein damaliger Trainer Jürgen Mallow: „Patriz war ein überdurchschnittlich begabter Wettkämpfer, und in den großen Finalläufen war er nie zu schnellerem Rennen gefordert – allerdings mussten die Hindernisläufer zu seiner Zeit auch noch Zwischenläufe bei EM und WM absolvieren. Ich bin mir sicher, dass Patriz in der Lage war, um oder sogar unter 8:05 Minuten zu laufen. Schade, dass er das nie beweisen musste.“

Ilgs Karriere dauerte bis 1988. Die Olympischen Spiele von Moskau wurden ihm von der Politik gestohlen, 1984 hielt ihn eine Infektion ab, und 1988 verzichtete er auf eine Teilnahme, weil er sich nicht konkurrenzfähig genug fühlte. Heute fährt er lieber mit dem Rad: „Es fällt mir mittlerweile recht schwer, mich zu motivieren – nach fast 40 Trainingsjahren.“
15.09.2016
Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
NEWS
Bornaer Marathon - ein etwas anderer Lauf
Leserreporter Günter Schmidt Bornaer Marathon 2016

Foto: Günter Schmidt

Unser Leserreporter Günter Schmidt lief den 11. Bornaer Marathon 2016. Das Besondere: der ... ...mehr

Frühlingsmarathon im Februar
Sevilla-Marathon

Foto: Juan Jose Ubeda

Für alle, die früh im Jahr einen Marathon laufen wollen, ist der Sevilla-Marathon im Febru... ...mehr

Christian Hottas lief seinen 2.500sten Marathon
Christian Hottas

Foto: eichels: Event

Der 60-jährige Arzt Christian Hottas lief und finishte am Maschsee in Hannover seinen Mara... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>
(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG