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Siegerin der Marathons in Boston und Chicago Rita Jeptoo

Rita Jeptoo gewann zahlreiche große Rennen, darunter der Boston-Marathon 2013 und der Chicago-Marathon 2013.

Jeptoo in Chicago 2014 +
Foto: Helmut Winter

Jeptoo startete mehrfach beim Chicago-Marathon.

Rita Jeptoo Sitienei wurde am 15. Februar 1981 in Kapsabet in Kenia geboren. Sie ist eine Langstreckenläuferin, die seit 2000 auf internationaler Bühne bei Straßenläufen an den Start geht und sich inzwischen auf die Marathondistanz spezialisiert hat. Nachdem sie in Boston und Chicago die namhaften City-Marathon 2013 gewonnen hatte, wiederholte sie beide Siege 2014, wurde allerdings kurz darauf positiv auf EPO getestet, weswegen sie erst für zwei, später für vier, Jahre gesperrt wurde.

Zu Beginn ihrer Karriere startete sie auffällig oft auf italienischem Boden, wo sie besonders zwischen 2000 und 2005 zahlreiche Rennen gewinnen konnte. Die aus dem Stamm der Nandi stammende Läuferin wurde so 2000 beispielsweise Dritte bei Roma – Ostia, 2001 Vierte beim Udine-Halbmarathon und 2003 Erste beim Südtiroler Frühlings-Halbmarathon. Zudem erreichte sie bei Prag-Halbmarathon den vierten Gesamtrang. 2004 folgten ihre ersten beiden Starts über die Königsdistanz, den Marathon. Sowohl den Stockholm-Marathon (2:35:14 Stunden), wo sie ihr Debüt gab, als auch den Mailand-Marathon (2:28:11 Stunden) konnte sie dabei gewinnen. Bei Turin-Marathon 2005 kam sie auf den dritten, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki (2:24:22 Stunden) auf den siebten Rang. Zudem errang sie den zweiten Platz beim traditionell stark besetzten Delhi-Halbmarathon.

Im Frühjahr 2006 lief sie im Rahmen des Boston-Marathons nach 2:23:38 Stunden erstmals als Siegerin eines der World Marathon Major Rennens ins Ziel. Zudem gewann sie den Paris-Halbmarathon (1:09:56 Stunden), wurde bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Debrecen über 20 Kilometer in 1:03:47 Stunden Dritte und beim größten Marathon der Welt, dem New-York-City-Marathon (2:26:59 Stunden), mit nur einer Sekunde Rückstand hinter der Drittplatzierten Catherine Ndereba Vierte. Den nächsten Sieg bei einem der namhaftesten Halbmarathons Europas feierte sie 2007 in Lissabon. Ihren Vorjahressieg beim Boston-Marathon konnte sie mit Platz vier jedoch nicht verteidigen. Auch eine bessere Platzierung beim Weltmeisterschafts-Marathon in Osaka konnte sie nicht erreichen und finishte somit erneut als siebtschnellste Läuferin. Des Weiteren kam sie beim Great Manchester Run auf Rang drei und gewann das Obudu Ranch International Mountain Race, was alleine im Rahmen des Berglaufs ein Preisgeld in Höhe von 50.000 US-Dollar zur Folge hatte. Auch 2008 startete sie einen Anlauf den Boston-Marathon erneut zu gewinnen. Dieses Mal reichte es in 2:26:34 Stunden zu Rang drei. Den Siegen beim Portugal-Halbmarathon und dem Great Wales Run (31:36 Minuten) folgte ein weiterer vierter Platz beim New-York-City-Marathon. Danach legte sie bis 2011 eine Babypause ein.

Ihren ersten Marathon nach ihrer Pause lief Rita Jeptoo auf dem flachen Kurs in Rotterdam. In 2:28:09 Stunden wurde sie dort Fünfte. Im Oktober 2011 ging sie zudem bei Frankfurt-Marathon an den Start, den sie in 2:25:44 Stunden und somit mit ihrer schnellsten Marathon-Zeit seit 2005 ebenfalls auf Platz fünf finishte. Am Ort ihres bislang größten Sieges startete sie im Frühjahr 2012 einen neuen Anlauf das Rennen noch einmal zu gewinnen. Dies gelang ihr nicht und sie kam beim Boston-Marathon als sechste Läuferin ins Ziel. Zur Vorbereitung auf den Chicago-Marathon nahm sie am Beach to Beacon 10K sowie am Falmouth Road Race teil. Beide Male landete sie auf dem vierten Platz. In Chicago duellierte sie sich gegen Rennende mehrere Kilometer mit Atsede Baysa, die am Schluss jedoch den Kürzeren zog. Jeptoo gewann in neuer persönlicher Bestzeit von 2:22:04 Stunden.

Das Jahr 2013 begann für sie mit einem dritten Platz beim RAK Halbmarathon, den sie in neuer persönlicher Bestzeit (66:27 Minuten) finishte. Gleichzeitig bedeutete dies die fünftschnellste jemals von einer Frau gelaufene Zeit auf dieser Distanz. Wenige Monate später gewann sie zum zweiten Mal den Boston-Marathon (2:26:25 Stunden), im Herbst den Chicago-Marathon in Weltjahresbestzeit sowie erneut persönlicher Bestzeit von 2:19:57 Stunden. Ihr Wettkampfkalender 2014 glich dem des Jahres 2013. Beim RAK Halbmarathon verpasste sie das Podest dieses Mal jedoch. In 1:08:49 Stunden wurde sie Fünfte. In neuer Streckenrekordzeit von 2:18:59 Stunden gewann sie den Boston-Marathon erneut. Auch ihren Sieg beim Chicago-Marathon wiederholte sie (2:24:35 Stunden).

Bereits zwei Wochen vor dem Chicago-Marathon veröffentlichte der kenianische Leichtathletik-Verband eine positive A-Probe Jeptoos. Wenig später wurde sie aufgrund von Doping in Form von EPO für zwei Jahre gesperrt. Auf Anraten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wurde diese Sperre später auf vier Jahre ausgeweitet. Zudem wurden mehrere Ergebnisse annulliert, darunter auch ihre Siege in Boston und Chicago 2014. In der ARD-Reportage "Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik" bemängelte sie das mangelhafte Anti-Doping-System Kenias.
Autor: Jonas Müller 26.07.2017
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