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Ehemaliger Australischer Marathonläufer Robert de Castella

Robert de Castella ist ein ehemaliger australischer Marathonläufer. Er zählte zu den Weltstars der Marathonszene in den achtziger Jahren.

Robert de Castella wurde am 27. Februar 1957 in Melbourne geboren. Zu seinen größten Erfolgen gehören die Verbesserung des Weltrekords 1981 auf 2:08:18 Stunden und der Weltmeister-Titel zwei Jahre später in Helsinki.

Robert de Castella, „Deek“ genannt, war ein kompakter Läufertyp und das beste Beispiel dafür, dass man nicht klein bzw. dünn und leicht sein muss, um auf der langen Strecke Erfolg zu haben. De Castella wog bei einer Körpergröße von 1,80 Meter 71 Kilogramm und war im besten Sinne ein stabiler Langstreckenläufer. Seine Vorfahren großväterlicher Seite stammten aus Europa, aus dem schweizerischen Fribourg.

Mit 22 Jahren lief er 1979 seinen ersten Marathon in Victoria und beendete das Rennen als Sieger in 2:14:44 Stunden. Im selben Jahr wurde er Landesmeister und verbesserte sich auf 2:13:23 Stunden. Im Frühjahr 1980 qualifizierte sich de Castella mit einem zweiten Platz in 2:12:24 Stunden beim Marathon in Adelaide für die Olympischen Spiele in Moskau im August jenes Jahres. Doch in seiner Unerfahrenheit überzog er im Training. 274 Kilometer in einer Woche, dazu in bergigem Gelände – für solche Programme war er noch nicht bereit, und so wurde er beim Olympia-Marathon Zehnter.

Am Ende desselben Jahres lief Robert de Castella in Fukuoka 2:10:44 Stunden und arbeitete im folgenden Jahr an seiner Schnelligkeit, indem er sich auf kürzere Distanzen konzentrierte. Crossläufe internationalen Zuschnitts in Europa, der Halbmarathon „Stramilano“ in Mailand – bei solchen Rennen holte er sich Erfahrung und Motivation, schließlich wollte es etwas heißen, über die halbe Marathondistanz einen frischgebackenen Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter zu schlagen - dieser hieß Miruts Yifter und kam aus Äthiopien.

Am Ende jenes Jahres trat de Castella wiederum in Fukuoka an, dem damaligen Mekka der Hochgeschwindigkeits-Marathonläufer. Mit 2:08:18 Stunden war er nur sechs Sekunden langsamer als wenige Wochen vor ihm der Amerikaner Alberto Salazar in New York, dessen Leistung damals Weltrekord bedeutete. Dieser wurde allerdings Ende der achtziger Jahre aus den Listen gestrichen, weil die Strecke zu kurz war, wie sich bei einer sorgfältigen Nachmessung ergab. Dabei ist anzumerken, dass diese Streichung kritisch zu sehen ist, weil dies bedeutete, andere Leistungen, die man nicht der Überprüfung durch ein standardisiertes Messverfahren unterziehen konnte, in den Listen zu belassen. Somit ist es müßig, de Castella als um einen Weltrekord betrogenen Athleten hinzustellen, was er auch nie so empfand.

De Castella war ein Siegläufer, daran ändern auch seine anderen Platzierungen nichts. Wenn es darauf ankam, war er topfit, meistens jedenfalls, mit Ausnahme der Olympischen Spiele, denn auch 1984 klappte es nicht. Vorausgegangen war ein famoser Sieg bei den Commonwealth Games 1982 in Brisbane. Vor heimischem Publikum siegte er dort in 2:09:18 Stunden.

Im Frühjahr 1983 kam es zu einem Showdown der Stars beim Rotterdam-Marathon. Robert de Castella traf unter anderem auf den Portugiesen Carlos Lopes und den amerikanischen Weltrekordhalter Alberto Salazar. Am Schluss lief es auf einen Zielsprint zwischen de Castella und Lopes hinaus, den de Castella für sich entschied. Im selben Jahr feierte er seinen größten Triumph, als er bei den erstmals ausgetragenenen Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki siegte und so der erste Marathon-Weltmeister der Geschichte wurde.

De Castella trainierte auf der Basis der Prinzipien von Trainern und Läufern wie Arthur Lydiard, John Landy und Derek Clayton, an denen sich sein Trainer Pat Clohessy orientierte. Wichtige Elemente seines Trainings waren Läufe in hügeligem bis bergigem Gelände. Hier holte er sich die physische und psychische Stärke, ähnlich wie der japanische Superstar der siebziger und achtziger Jahre, Toshihiko Seko. Von Lydiard stammt die Idee, lange Läufe in relativ hohem Tempo zu laufen. In der Aufbauphase lief de Castella zweimal wöchentlich Strecken von 28 bis 50 Kilometer, dazu kamen Tempoläufe am Berg und eine zweite Tempoeinheit auf der Bahn. Seine Grundschnelligkeit war nicht besonders hoch, aber als typischer „Steher“ konnte er ein flottes Tempo relativ lange durchstehen. Angeblich war er nie schneller als 57 Sekunden über 400 Meter.

Der letzte große Sieg gelang Robert de Castella 1986 beim Boston-Marathon in seiner persönlichen Bestzeit von 2:07:51 Stunden. 1993 beendete der australische Läufer seine Karriere.

Bei einem Buschfeuer in Canberra, wo er lebt, wurden vor einigen Jahren alle Aufzeichnungen, Medaillen, Preise und sonstigen Erinnerungen vernichtet. De Castella war schon zu seiner aktiven Zeit als Biophysiker am Australian Institute of Sports tätig, wo er als Direktor seit Anfang der Neunziger-Jahre beschäftigt ist.

Eine beispielhafte Trainingswoche von Robert de Castella aus dem WM-Jahr 1983

Montag
7 Uhr 10 km in ca. 38 min
12 Uhr 30 min Kräftigung und Dehnübungen
17:15 Uhr 16 km in 60 min
22:30 Uhr Schlafen

Dienstag
7 Uhr 10 km in ca. 38 min
12 Uhr 30 min im Kraftraum
17:15 Uhr 10 km in 38 min, danach 12 Runden auf einer 400-m-Grasbahn, Sprints auf den Geraden, Jogging in den Kurven, ier Runden Auslaufen

Mittwoch
7 Uhr 10 km in ca. 38 min
12 Uhr 30 min Kraftraum
17:15 Uhr ca. 29 km in rund 1:50 h, hauptsächlich auf Waldwegen

Donnerstag
7 Uhr 10 km in ca. 38 min
12 Uhr Krafttraining und Zirkeltraining
17:15 Uhr 5 km in 18 min, danach 8 x 400 m in 63-64 s, 200 m Traben dazwischen, 5 km in ca. 20 min

Freitag
7 Uhr 10 km in ca. 30 min
12 Uhr Krafttraining und Zirkeltraining
17:15 Uhr 18 km in 1:04:45 h

Samstag
9 Uhr 19–21 km in ca. 18 min pro 5 km, danach 6 x 100 m bergauf
17:15 Uhr 10 km in ca. 38 min

Sonntag
9 Uhr 33–36 km in 2:15 bis 2:40 h
17 Uhr 8 km in ca. 31 min
16.09.2016
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