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Kenianischer Langstreckenläufer Samuel Kamau Wanjiru

Samuel Kamau Wanjiru, besser bekannt als "Sammy" Wanjiru, war ein kenianischer Langstreckenläufer und Olympiasieger.

Samuel Wanjiru +
Foto: Victor Sailer/Photo Run

Samuel Wanjiru gewann 2009 den London- und Chicago-Marathon in jeweils 2:05 Stunden.

Samuel Kamau Wanjiru, bekannt als "Sammy" Wanjiru, war ein kenianischer Langstreckenläufer. Vor allem auf der Marathondistanz, über die er 2008 Olympiasieger wurde, galt er als einer der besten Athleten der Welt. Er wurde am 10. November 1986 in Nyahururu geboren. Sein Trainer war der ehemalige olympische Silbermedaillengewinner Koichi Morishita. Wanjiru startete bis 2008 für die Firmenmannschaft von Toyota Motor Kyushu. Am 15. Mai 2011 starb Sammy Wanjiru im Alter von 24 Jahren nach einem Sturz vom Balkon seines Hauses im kenianischen Nyahururu.

2003 kam Samuel Wanjiru nach Japan, wo er bis 2005 die High School in Sendai besuchte. In seinem letzten Schuljahr gewann er dort einen Halbmarathon in 59:43 Minuten. Im August stellte er Meeting in Brüssel mit 26:41,75 Minuten einen Junioren-Weltrekord über 10.000 Meter auf. Kurz darauf lief er beim Rotterdam-Halbmarathon 59:16 Minuten, womit er den Weltrekord des Kenianers Paul Tergat um eine Sekunde unterbot.

Im Februar 2007 holte er sich beim RAK-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Halbmarathon-Weltrekord mit 58:53 Minuten zurück, den ihm Haile Gebrselassie im Jahr zuvor entrissen hatte. Gut fünf Wochen später lief Wanjiru beim City-Pier-City-Loop in Den Haag mit 58:33 Minuten erneut einen neuen Weltrekord. Danach warf ihn eine Malaria-Erkrankung im Training zurück, sodass er auf einen Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2007 in Osaka verzichten musste und bei der Straßenlauf-Weltmeisterschaft in Udine nur einen enttäuschenden 51. Platz belegte.

Nachdem Samuel Wanjiru vollständig von seiner Erkrankung genesen war, gab er im Dezember 2007 sein Debüt auf der Marathondistanz. Beim Traditionsrennen in Fukuoka gewann er auf Anhieb in 2:06:39 Stunden. Im Frühjahr 2008 steigerte er sich in London auf 2:05:24 Stunden, musste sich jedoch seinem spurtstarken Landsmann Martin Lel auf den letzten Metern geschlagen geben.

Seinen bedeutendsten Erfolg feierte Samuel Wanjiru bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Trotz der hohen Temperaturen schlug er von Beginn an sein gewohnt hohes Tempo an. Dadurch konnte er seine Verfolger nach und nach abschütteln - zuletzt nach 37 Kilometern den zweifachen Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko. Samuel Wanjiru erreichte das Ziel nach 2:06:32 Stunden und verbesserte damit den olympischen Rekord des Portugiesen Carlos Lopes aus dem Jahr 1984 um fast drei Minuten. Außerdem wurde er erster kenianischer Olympiasieger im Marathon, was angesichts der Dominanz der Kenianer bei Stadtmarathons schon lange überfällig war.

Das Rennen von Peking entfaltete zudem historische Bedeutsamkeit, da es einen Paradigmenwechsel im Marathonlauf einleitete. In der Folge wurden auch die Siegerzeiten bei den großen Stadtmarathons immer schneller. Insbesondere die Vielzahl der kenianischen Spitzenläufer ließ sich immer weniger auf langsame, taktische Rennen ein. Es wurde üblich, wie Wanjiru vom Start an, stets eine extrem hohe Pace anzuschlagen. Marathonläufe wurden immer mehr zu Ausscheidungsrennen, in denen derjenige gewann, der das Tempo am längsten aufrechterhalten konnte.

2009 untermauerte Samuel Wanjiru seinen Status als weltbester Marathonläufer mit eindrucksvollen Siegen in London und Chicago. Sowohl den London-Marathon (2:05:10 Stunden) als auch den Chicago-Marathon (2:05:41 Stunden) gewann er jeweils in Streckenrekordzeit. Damit sicherte er sich zugleich den Titel bei den World Marathon Majors 2008/2009 und teilte sich den Jackpot von einer Million US-Dollar mit der Frauensiegerin Irina Mikitenko.

Auf kürzeren Strecken musste Samuel Wanjiru allerdings seiner Spezialisierung auf die 42,195 Kilometer Tribut zollen. Bei Halbmarathonrennen, die allerdings in erster Linie der Vorbereitung auf seine Marathons dienten, wurde er mehrmals deutlich geschlagen. Ende 2009 unterlag er bei einem 15-Kilometer-Lauf in Melbourne dem Österreicher Günther Weidlinger.

Trotz seiner unbestrittenen Erfolge im Marathonlauf, gelang es Samuel Wanjiru nicht, den angestrebten Weltrekord zu realisieren. Allein 2009 lagen mit Duncan Kibet, James Kwambai und Abel Kirui drei Läufer in der Weltjahresbestenliste vor ihm. Außerdem verlor er seinen Streckenrekord in Fukuoka an den Äthiopier Tsegay Kebede. Gerüchte machten die Runde, dass er seinen Fokus verloren hatte und nicht mehr dieselbe Disziplin wie früher an den Tag legte. Beim London-Marathon 2010 musste er das Rennen nach etwa 27 Kilometern aufgeben. Im Herbst bewies er jedoch beim Marathon in Chicago seine alte Stärke, als er Kebede in einem denkwürdigen Schlussspurt niederrang und in 2:06:24 Stunden gewann.

Der Sieg in Chicago blieb Wanjirus letzter. Ende des Jahres geriet er in die Schlagzeilen, weil er seine Frau Triza Njeri und zwei Angestellte mit einem Sturmgewehr bedroht haben sollte. Anfang 2011 zog Njeri ihre Anschuldigungen zurück. Aber Samuel Wanjiru sollte sich im Mai noch wegen illegalen Waffenbesitzes vor Gericht verantworten. Inzwischen musste er seine Teilnahme am London-Marathon verletzungsbedingt absagen. Am 15. Mai 2011 starb Sammy Wanjiru im Alter von 24 Jahren nach einem Sturz vom Balkon seines Hauses in Nyahururu.
19.09.2016
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