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Vier Olympische Sommerspiele Shalane Flanagan

Bei bereits vier Olympischen Spielen, zahlreichen Weltmeisterschaften und mehreren City-Marathons stellte Shalane Flanagan ihr Können unter Beweis. Dabei verbesserte sie etliche nationale Rekorde.

Shalane Flanagan ist eine in Boulder im US-Bundesstaat Colorado geborene Langstreckenläuferin. Sie wuchs in Marblehead in Massachusetts gemeinsam mit ihrem Vater Steve Flanagan, dessen zweiten Frau und ihrer Schwester Maggie auf, wo sie auch heute lebt. Da auch ihre Eltern erfolgreiche Marathonläufer waren - allen voran ihre Mutter Cheryl Treworgy, die 1971 unter dem Namen Cheryl Bridges in 2:49:40 Stunden gar eine neue Weltbestzeit aufstellte - verwundert es nicht, dass sie nach mehreren Teilnahmen bei Olympischen Spielen über 5.000 und 10.000 Meter inzwischen auf der Marathondistanz angekommen ist und dort bereits als Debütantin im Jahre 2010 mit ihrem zweiten Platz beim New York City Marathon überzeugen konnte.

Schon während ihrer High School Zeit konnte sie sich für Cross- und Bahnläufe begeistern. Gezielt auf den Laufsport konzentrierte sie sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht. Stattdessen spielte sie parallel Fußball und schwamm. Zu dieser Zeit startete dreimal bei den nationalen Jugend-Crosslaufmeisterschaften. Gerade über die Distanz von einer und zwei Meilen überzeugte die dabei mit mehreren Siegen. Während ihres Studiums gewann sie 2002 und 2003 die NCAA-Meisterschaften im Crosslauf sowie 2003 zusätzlich auch über 3.000 Meter in der Halle.

Flanagans erste Olympischen Spiele

2004, als ihre Karriere auch langsam international begann, qualifizierte sie sich in 15:10 Minuten als Dritte der US-Trials für den 5.000-Meter-Lauf der Olympischen Sommerspiele in Athen. Dort schied sie jedoch wie auch ein Jahr später bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im finnischen Helsinki bereits im Halbfinale aus. Dafür siegte sie jedoch in beiden Jahren bei den nationalen Crosslauf-Meisterschaften über die Kurzdistanz. Das Jahr 2006 musste sie aufgrund eines überzähligen Knochens im Fuß, der ihr Probleme bereitete, ausfallen lassen.

Ihren großen Durchbruch schaffte sie 2007 als sie nicht nur US-amerikanischen Meisterin über 3.000 Meter in der Halle und wie bereits 2005 über 5.000 Meter wurde, sondern auch die Nordamerika-Rekorde über 3.000 Meter und 5.000 Meter verbesserte. Zudem erreichte sie den achten Platz über 5.000 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im japanischen Osaka. Ein Jahr später ging sie erstmals über die doppelte Distanz von 10.000 Metern an den Start. Den zu diesem Zeitpunkt von Deena Kastor gehaltene Nordamerika-Rekord verbesserte sie indes um 16 Sekunden auf 30:49 Minuten. Nach mehreren Siegen über die Kurzdistanz gewann sie im Februar 2008 zudem erstmals den nationalen Meistertitel über die Crosslauf-Langdistanz. Um sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren, nahm sie auch 2008 bei den nationalen Vorausscheidungswettkämpfen, den US Summer Olympic Trials, teil. Über 10.000 Meter gewann sie in 31:34 Minuten und sicherte sich so ihren Startplatz für ihre zweiten Olympischen Spiele. Über 5.000 Meter wurde sie in 15:02 Minuten Dritte. Am 16. August 2008 lief sie in 30:22 Minuten im Nationalstadion von Peking zur Bronze-Medaille. Somit verbesserte sie auch den US-amerikanischen Rekord über diese Distanz. Da die zweitplatzierte Läuferin Elvan Abeylegesse später des Dopings überführt wurde, rückte sie 2016 auf den Silberrang vor.

2009 stellte sie in der Halle in 14:47 Minuten einen neuen nordamerikanischen 5.000-Meter-Rekord auf. Zudem trennte sie sich von ihrem bisherigen Trainer John Cook und zog nach Portland um, wo sie fortan von Jerry Schumacher betreut wurde. Bei den nationalen Meisterschaften erreichte sie über 10.000 Meter den zweiten Rang. Beim absoluten Jahreshighlight, den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion, enttäuschte sie und kam nur als 14. Läuferin in einer Zeit von 31:32 Minuten ins Ziel.

Zweite beim weltgrößten Marathon

Nachdem sie sich bislang auf die 5.000 Meter sowie vor allem auf die 10.000 Meter konzentriert hatte, zog es sie 2010 auf die längeren Distanzen. Beispielsweise gewann sie in Houston am 17. Januar 2010 im Rahmen der US-amerikanischen Halbmarathon-Meisterschaften ihren ersten Halbmarathon. Hierfür benötigte sie 1:09:45 Stunden, womit sie auch den Streckenrekord knacken konnte. Auch den nationalen Crosslauf-Meistertitel gewann sie und vertrat die USA wenig später bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften. Dort lief sie als Zwölfte ins Ziel und gewann mit der Mannschaft Bronze. Im Juni gab sie bekannt, dass sie Anfang November beim New-York-City-Marathon ihr Debüt über die vollen 42,195 Kilometer geben wolle. Während der Vorbereitung auf den weltgrößten Marathon startete sie beim Philadelphia-Halbmarathon, den sie in 1:08:36 Stunden, und somit nur zwei Sekunden langsamer als Deena Kastors nationalem Rekord, als vierte Läuferin 45 Sekunden hinter der siegreichen Meseret Defar beendete. In New York City erreichte sie das Ziel als Gesamtzweite. In 2:28:40 Stunden lief sie so schnell, wie zuvor über 20 Jahre lang keine US-amerikanische Läuferin beim New-York-City-Marathon mehr gelaufen war. Gleichzeitig gewann sie die im Rahmen dieses Rennens ausgetragenen nationalen Marathon-Meisterschaften.

2011 errang sie als erste nicht-afrikanische Läuferin seit 2004 bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften die Bronze-Medaille, die sie auch in der Teamwertung gewann. Im Juni qualifizierte sie sich durch ihren nationalen Meistertitel über 10.000 Meter, den sie sich in einer Zeit von 30:59 Minuten erlief, für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Ende August wurde sie über 10.000 Meter bei genau jenen im südkoreanischen Daegu ausgetragenen Weltmeisterschaften Siebte und somit in 31:25 Minuten auch schnellste Nicht-Afrikanerin. Ebenfalls im Sommer 2011 gab sie bekannt, dass sie bei den Olympischen Spielen in London gerne über die Marathon-Distanz starten würde. Das Jahr schloss sie mit ihrem Sieg beim ersten Miami-Halbmarathon ab. Ihre Siegzeit betrug 1:09:58 Stunden. Das darauffolgende Olympia-Jahr begann für sie mit der Vorbereitung auf die US Summer Olympic Trials, die Vorausscheidungswettkämpfe der USA. In Houston lief sie im Rahmen dieses Wettkampfs mit 2:25:38 Stunden nicht nur persönliche Bestzeit, sondern auch US-Summer-Olympic-Trials-Rekord. Ihr Ziel, ein Platz unter den Top 10, erreichte sie bei den Olympischen Spielen in London, indem sie in 2:25:51 Stunden auf Rang zehn liegend finishte. Im Rahmen des Lissabon-Halbmarathons schnitt sie in 1:08:52 Stunden sehr gut ab und gewann mit 16 Sekunden Vorsprung. Außerdem erreichte sie bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften 2012 in Karvana in Bulgarien den 25. Platz.

Marathon-Bestzeit in Berlin

Am 2. Februar 2013 gewann sie vor Kim Conley und Deena Kastor in 1:08:31 Stunden zum wiederholten Male die acht Kilometer lange US-amerikanischen Crosslauf-Meisterschaften. Drei Wochen später knackte sie beim Rock’n‘Roll Mardi Gras Marathon in New Orleans in 1:08:31 Stunden ihre Halbmarathon-Bestzeit. Darüber hinaus startete sie bei den 10.000-Meter-Meisterschaften der USA. Wie erwartet sicherte sie sich einen weiteren nationalen Meistertitel. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften kam sie am 11.08.2013 auf den achten Gesamtrang. Das Jahr 2014 stand für sie der Marathon wieder mehr im Vordergrund. So gewann sie gut ein Monat vor ihrem Start beim Boston-Marathon die US-amerikanischen Meisterschaften über 15 Kilometer. Beim Gate River Run, in dessen Rahmen die Meisterschaften stattfanden, erreichte sie das Ziel nach exakt 47 Minuten und somit in nationaler Rekordzeit. Am 21. April führte sie 19 Meilen lang das Damenfeld des Boston-Marathon an, kam am Ende jedoch nur als Siebte ins Ziel. Jedoch reichte auch der siebte Platz zu einer deutlichen persönlichen Bestzeit, die nun bei 2:22:02 Stunden stand. Diese unterbot sie Ende September beim Berlin-Marathon jedoch erneut. In 2:21:14 Stunden wurde sie Dritte. Nur eine US-Amerikanerin war bis dahin schneller gelaufen, nämlich Deena Kastor, die in London 2006 nach 2:19:36 Stunden finishte.

2015 erreichte sie bei den nationalen Meisterschaften in Eugene in 15:10 Minuten den fünften Rang über 5.000 Meter und über die doppelte Distanz in 31:42 Minuten hinter Molly Huddle Platz zwei. Auf der Straße verpasste sie eine Zeit von unter 31 Minuten nur knapp, indem Flanagan beim Stanford Invitational 10K nach 31:08 Minuten ins Ziel kam. Am 20. April startete sie abermals beim Boston-Marathon, wo sie dieses Mal nach 2:27:47 Stunden auf dem neunten Platz einlief.
Bei den Ende August stattfindenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften kam sie in Peking nach 31:46 Minuten als sechstschnellste 10.000-Meter-Läuferin ins Ziel. Auf den Bronzerang, den sich die US-Amerikanerin Emily Infeld sicherte, fehlte nicht einmal drei Sekunden, auf Gold knapp fünf. Als letztes großes Rennen des Jahres ging sie am 6. September beim Tilburg Ladies Run in den Niederlanden über zehn Kilometer an den Start. Den bis dahin bestehenden US-amerikanischen Rekord knackte sie in starken 31:03 Minuten, auch wenn sie eine Zeit von unter 31 Minuten ein weiteres Mal nur knapp verpasste. Hinter der Kenianerin Betsy Saina wurde sie so Zweite.

Platz sechs in Rio de Janeiro

Im Jahre 2016 waren das nächste olympische Jahr und damit verbunden die vierten Olympischen Sommerspiele für Shalane Flanagan gekommen. An einem warmen Frühjahrstag qualifizierte sie sich mit einer Zeit von 2:29:19 Stunden bei den US-amerikanischen Vorausscheidungswettkämpfen in Los Angeles als drittschnellste Läuferin für den olympischen Marathon von Rio de Janeiro. Während die ebenfalls qualifizierte Molly Huddle im März in New York den nationalen Halbmarathon-Rekord in 1:07:41 Stunden nur um sieben Sekunden verpasste, gewann Flanagan in neuer persönlicher Bestzeit von 1:07:51 Stunden den Halbmarathon des Rock'n'Roll San Diego Marathons. Als letztes Rennen vor den Olympischen Spielen nutzte sie den Boston Athletic Association 10K in Boston. Nachdem sie erst im Herbst 2015 den US-amerikanischen Rekord im 10-Kilometer-Straßenlauf verbessert hatte, unterbot sie diesen nun erneut und gewann das Rennen in 30:52 Minuten. Somit lief sie als erste US-Amerikanerin unter 31 Minuten und knackte gleichzeitig den seit 2014 von Mamitu Daska gehaltenen Streckenrekord. Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ging sie gemeinsam mit ihren Landsfrauen Amy Cragg und Desiree Linden an den Start. Während Cragg als schlechteste US-Amerikanerin in 2:28:25 Stunden auf Gesamtrang neun kam, finishten Linden (2:26:08 Stunden) und Flanagan (2:25:26 Stunden) auf den Rängen sechs und sieben. Shalane Flanagan verpasste das Podest somit nur um eine knappe Minute.

Im Frühjahr 2017 musste sie ihren Start beim Boston-Marathon verletzungsbedingt absagen.

Facebook: Shalane Flanagan auf Facebook
Autor: Jonas Müller 16.06.2017
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