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Sieger des größten Marathons der Welt 2015 Stanley Biwott

Stanley Biwott überzeugte mit seinen Siegen bei den beiden größten Marathons der Welt in New York City 2015 und in Paris 2012.

Stanley Biwott +
Foto: photorun.net

Stanley Biwott kam in Rio de Janeiro 2016 nichts ins Ziel, dafür gewann er allerdings in New York City 2015

Stanley Kipleting Biwott ist kenianischer Marathonläufer und gehörte bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro dem kenianischen Marathon-Trio an. Wie sein Landsmann Wesley Korir kam aber auch er trotz Goldambitionen nicht ins Ziel. Sein größtes Rennen lief er am 1. November 2015 als den New-York-City-Marathon für sich entscheiden konnte.

Als sechstes von acht Kinder am 21. April 1986 in Cheptirit Village geboren, stand schnell fest, dass auch aus ihm ein erfolgreicher Sportler werden könnte, schließlich war bereits sein Vater ein erfolgreicher Athlet. Auch sein älterer Bruder Norris Kipkemboi Biwott lief bereits 2:11:29 Stunden. Während seiner Grundschulzeit nahm Stanley Biwott wie zahreiche Kinder in seinem Alter an allen möglichen Rennen zwischen 800 Meter und 10.000 Meter teil. Nach und nach orientierte er sich in Richtung der 5.000-Meter-Distanz sowie des 3.000-Meter-Hindernislaufs. Durch seinen Start bei den nationalen Meisterschaften über 10.000 Meter rückte er als damals noch unbekannter Läufer ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Durch seinen sechsten Platz wurden Agenten auf ihn aufmerksam, von denen ihn einer unter Vertrag nahm.
Ein Jahr später lief er sein erstes Rennen außerhalb Kenias. Im italienischen Ostia kam er im Rahmen des Halbmarathons als dritter Läufer in 1:01:20 Stunden ins Ziel. Unglücklicherweise wurde er als es gerade richtig aufwärts ging durch eine Verletzung ausgebremst, die ihn fast das komplette Jahr 2008 kostete.

2010 errang er seinen ersten Sieg über die Marathon-Distanz. Im brasilianischen Sao Paolo kam er im Mai nach 2:11:19 Stunden ins Ziel. Im Herbst verbesserte er sich auf 2:09:41 Stunden und lief somit erstmals unter 2:10 Stunden. Dabei kam er als zweiter Läufer der Reims-Marathon-Teilnehmer ins Ziel. Nachdem er sich im Frühjahr 2011 einen Halbmarathonsieg in Spanien mit einer Zeit von 60:23 Minuten sichern konnte, gewann er den Chunchon Marathon in Südkorea und verbesserte so seine Bestzeit um mehr als zweieinhalb Minuten auf 2:07:03 Stunden.

Im darauffolgenden Jahr gewann er weitere drei Halbmarathons, wozu auch der Sieg beim Paris-Halbmarathon im März zählte. Im stark besetzten Feld setzte er sich mit seiner ersten Zeit von unter 60 Minuten, nämlich 59:44 Minuten durch. Sechs Wochen später kehrte er an den Ort seines Triumphes zurück, um auch beim zweitgrößten Marathom der Welt, dem Paris-Marathon, um den Sieg mitzulaufen. Mit einer weiteren Bestzeitverbesserung von knapp zwei Minuten auf 2:05:12 Stunden, gewann er auch das zweite große Rennen in der französischen Hauptstadt binnen sechs Wochen. Folglich reiste er im Spätherbst 2012 als Mitfavorit zum New-York-City-Marathon an. Dieser wurde jedoch kurzfristig aufgrund des Hurrikans Sandy abgesagt. Somit entschied er sich seinen zweiten Marathon des Jahres in Shanghai im Dezember laufen zu wollen. Noch etwas enttäuscht aufgrund der Absage des größten Marathons der Welt kam er in 2:09:05 Stunden auf den dritten Platz. Im selben Jahr verbesserte er zudem seine Bestzeit über zehn Kilometer, indem er in den USA beim Beach to Beacon 10 K nach exakt 28 Minuten als Sieger die Ziellinie überquerte. Im März 2013 blieb die Uhr beim Ras Al Khaimah Halbmarathon nach sehr schnellen 58:56 Minuten stehen. Trotzdem musste er sich Geoffrey Kamworor geschlagen geben, der in 58:54 Minuten gewann. Ein Monat später gab er sein Debüt bei den World Marathon Majors, indem er in London auf der vor dem Buckingham Palast gelegenen Prachtstraße The Mall nach 2:08:39 Stunden als Achter ins Ziel kam.

Als ordentlicher Fünfter kam er zudem beim New-York-City-Marathon 2013 ins Ziel. Für die 42,195 Kilometer durch die fünf New Yorker Stadtteile benötigte er auf der welligen Strecke 2:10:41 Stunden.​​
Zurück in London, wurde er 2014 hinter dem früheren Weltrekordhalter Wilson Kipsang in 2:04:55 Stunden Zweiter. Nach einer durch eine Wadenverletzung bedingten Pause kam er im November zurück und lief beim Delhi Halbmarathon auf Anhieb 59:18 Minuten. Trotz dieser Weltklassezeit verpasste er das Podest und wurde mit zwölf Sekunden Rückstand auf Sieger Guye Adola aus Äthiopien Gesamtfünfter. Das Jahr 2015 begann für Biwott mit einem dritten Platz beim Pier City Halbmarathon im März, als er für die knapp 21,1 Kilometer 59:20 Minuten benötigte. Im April kehrte er zum wiederholen Male nach London zurück, wo er dieses Mal in 2:06:41 Stunden auf den fünften Rang kam. Seinen bislang größten Sieg feierte er am 1. November 2015 mit dem Sieg beim New-York-City-Marathon. Einmal mehr machten die New Yorker Bürger den Marathon zum vielleicht größten Stadtfest des Jahres. Während Wilson Kipsang nach 2:12:45 Stunden als Gesamtvierter ins Ziel kam, schüttelte Biwott auch seinen letzten Verfolger, Geoffrey Kamworor, ab und lief bei seinem ersten Sieg bei einem der sechs World Marathon Majors nach 2:10:34 Stunden mit 14 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten über die Ziellinie im Central Park.

Nach seinem großen Triumph in den USA fokussierte er sich fortan auf die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016. Beim ersten Härtetest, dem Ras Al Khaimah Halbmarathon im Februar 2016 erreichte er in 60:40 Minuten den zweiten Platz und unterstrich so, dass mit ihm auch im Olympiajahr zu rechnen sei. Als letzten Marathon vor dem olympischen hatte er erneut den London-Marathon gewählt. Während Eliud Kipchoge nicht wenige Sekunden über dem Weltrekord ins Ziel kam und so vergleichsweise schnell seine Konkurrenten abgeschüttelt hatte, konnte Stanley Biwott als Einziger bis Kilometer 35 mithalten. Auch wenn Biwott bis im Ziel noch rund eine dreiviertel Minute auf Kipchoge verlieren sollte, kam er in einer neuen Bestzeit von 2:03:51 Stunden ins Ziel, was bis dahin die sechstschnellste jemals gelaufene Marathonzeit bedeutete. Im Nachhinein gab Biwott an, dass er es auf den ersten 30 Kilometern nicht realisiert hatte, dass sie ziemlich genau auf Weltrekordkurs unterwegs waren, an den er aber zu keiner Zeit gedacht habe. Gemeinsam mit Eliud Kipchoge und dem Boston-Marathon-Sieger von 2012, Wesley Korir, wurde er bald darauf für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nominiert.

Zwei Monate vor dem olympischen Marathonlauf ging Biwott als letzter Test beim Olomouc Halbmarathon in Tschechien an den Start. Diesen gewann er in 60:46 Minuten. Da bislang mit Samuel Kamau Wanjiru nur ein Kenianer olympisches Gold im Marathon gewinnen konnte, wollten Biwott und seine beiden Landsmänner dies in Rio de Janeiro ändern. Im Voraus schaute er sich daher auch den Marathon vom 2008 nochmals an, den der inzwischen verstorbene Wanjiru in olympischer Rekordzeit von 2:06:32 Stunden gewann. Auch diese Zeit schloss Biwott nicht aus. Auf die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht gerade einfachen äußeren Bedingungen, fühlte er sich zudem gut vorbereitet, schließlich war er schon mehrfach in Brasilien gestartet und hatte dort unter anderem 2010 den Sao-Paolo-Marathon gewonnen. Wenige Meter hinter dem späteren US-amerikanischen Bronze-Medaillen-Gewinner Galen Rupp liegend, musste Stanley Biwott sein olympisches Rennen, auf das er sich so akribisch wie nie zuvor vorbereitet hatte, nach gut 35 gelaufenen Kilometern aufgrund von Magenproblemen beenden. Sein Landsmann Kipchoge gewann unterdessen die ersehnte Goldmedaille für Kenia. Auch beim einige Wochen später stattfindenden New-York-City-Marathon stieg Vorjahressieger Biwott, dieses mal jedoch bereits nach 16 Kilometern, aus.
Autor: Jonas Müller 25.06.2017
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