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Boston-Marathon-Sieger 2012 Wesley Korir

Wesley Korir ist ein am 15. November 1982 geborener kenianischer Marathonläufer, der in den USA studierte und den Boston-Marathon 2012 gewann. Inzwischen ist er Mitglied des kenianischen Parlaments.

Wesley Korir +
Foto: photorun.net

In Boston feierte Korir seinen größten Sieg.

Bereits als kleiner Junge lief Wesley Korir täglich je acht Kilometer zur Schule und wieder zurück. Bevor er seine Schulzeit beendet hatte, hatte er nie an einem Wettkampf teilgenommen. Dank seiner Kontakte zu Olympiasieger Paul Ereng, der aus demselben Dorf wie Korir stammt, erhielt er einen Platz an der Murray State University in Kentucky. Als er Kenia verließ, dachte er, dass er nie wieder zurückkehren würde. Im Team der Universität fand er sich auf Anhieb zurecht und gewann 2004 so das 5.000- sowie das 10.000-Meter-Rennen bei den Ohio Valley Conference Championships. Da die Murray State University ihr Engagement bezüglich des Laufteams stark reduzierte, forcierte er den Wechsel an die University of Louisville. Dort trainierte er fortan unter Ron Mann und lernte seine spätere Frau, die kanadische Läuferin Tarah McKay kennen. Bald zeigte er, dass er der beste Läufer sei, den die Universität je als immatrikulierter eigener Student gesehen habe, indem er nicht nur verschiedene Erfolge feierte, sondern auch zahlreiche Universitätsrekorde verbesserte. So wurde 2007 er beispielsweise Dritter bei den NCAA National Outdoor Track and Field Meisterschaften über 5.000 Meter und Zwölfter bei den NCAA National Cross-Country Meisterschaften. Ebenfalls 2007 musste er während seines Heimatbesuchs aufgrund politischer Unruhen nach Uganda flüchten, wo er zwei Wochen als Flüchtling lebte, bevor er nach Louisville zurückkehren konnte.

Sportlich stand ihm nun sein erster Marathon bevor, den er in Chicago laufen wollte. Da er zuvor die über diese Distanz gestartet war und somit keine Marathon-Bestzeit vorweisen konnte, musste er fünf Minuten hinter den Elite-Läufern mit dem Hauptfeld starten. Etwas später lief er nach 2:13:53 Stunden ins Ziel und war somit mit Ausnahme dreier Elite-Athleten schneller als alle Anderen. Da zur Preisgeld-Verteilung jedoch nicht die schnellsten Nettozeiten berücksichtigt werden, sondern einzig auf die Bruttozeiten, also nach dem Zieleinlauf, gewertet wird, wurde Korir bei der Vergabe nicht berücksichtigt. Renndirektor Carey Pinkowski entschied sich später jedoch Wesley Korir als Anerkennung seiner Leistung eine Sonderzahlung in ungenannter Höhe zukommen zu lassen. Bei seinem zweiten Marathon, dem Los Angeles Marathon, ging er in der Folge im Mai 2009 nicht mehr als unbekannter Läufer, sondern als Topfavorit an den Start. Dem Druck hielt er stand und gewann das Rennen in neuer Streckenrekordzeit (2:08:24 Stunden), was gleichzeitig die schnellste jemals gelaufene Zeit auf kalifornischem Boden bedeutete.Im Herbst kehrte er nach Chicago zurück und verbesserte seine Vorjahreszeit um 3:15 Minuten. Trotzdem kam er so nur auf den sechsten Gesamtrang. In Bad Carlsbad startete er mit seiner Zeit von 1:02:45 Stunden derweil eine Halbmarathon-Siegesserie, die drei Ausgabe des Laufes lange anhalten sollte. 2010 gelang es ihm seinen Sieg in Los Angeles zu wiederholen (2:09:19 Stunden). Im Oktober lief er in Chicago bis auf 20 Sekunden an seine Marathon-Bestzeit heran und wurde wie bereits 2008 Vierter. Diesen Platz nahm er auch beim Los-Angeles-Marathon 2011 ein, als sein Versuch scheiterte den Sieg-Hattrick perfekt zu machen, Dabei lag er knapp sieben Minuten hinter dem äthiopischen Sieger Markos Geneti zurück, der Korirs Streckenrekord brach. Seine Form verbesserte sich bis Anfang Oktober jedoch so sehr, dass er in Chicago in 2:06:15 Stunden zur neuen Bestzeit und gleichzeitig auf Platz zwei lief. Dabei musste er sich nur Moses Mosop geschlagen geben.

Seinen größten Sieg landete er beim Boston-Marathon 2012. An einem sehr warmen Tag lief er ein taktisch kluges Rennen und schlug so mehrere höher gehandelte Sieganwärter wie beispielsweise Vorjahressieger Geoffrey Mutai. Im Oktober startete er zum fünften Mal in Folge beim Chicago-Marathon. Seine im Vorjahr aufgestellte Bestzeit knackte er um zwei Sekunden und lief somit auf den fünften Rang. Ebenfalls Fünfter wurde er beim Boston-Marathon 2013, den er in 2:12:30 Stunden bestritt. Am 03. November 2013 ging er zudem erstmals beim größten Marathon der Welt in New York City an den Start. Auf der abwechslungsreichen Strecke durch die fünf Stadtteile Staten Island, Brooklyn, Queens, Manhattan und die Bronx, kam er in 2:11:34 Stunden auf den neunten Platz. Im selben Jahr wurde er zum Mitglied des kenianischen Parlaments gewählt. Sein besonderer Weg vom Profiläufer zum Politiker wurde ein Jahr später in der Dokumentation "Transcend" verfilmt.

Trotzdem setzte er seine sportliche Karriere fort und nahm im Mai 2014 am Ottawa-Marathon in Kanada teil. In 2:09:17 Stunden kam er rund drei Minuten hinter Sieger Yemane Tsegay auf Platz vier. 2015 suchte er sich die altbekannten Marathons in Boston und Chicago aus. Während er in Boston in 2:10:49 Stunden Fünfter wurde, kam er in Chicago in 2:10:39 Stunden auf Rang sechs. Auch im April 2016 ging er beim Boston-Marathon an den Start. In 2:14:05 Stunden wurde er Vierter.
Autor: Jonas Müller 01.08.2017
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