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Eritreischer Langstreckenläufer Zersenay Tadese

Zersenay Tadese ist eritreischer Langstreckenläufer, der seine größten Erfolge auf der Halbmarathondistanz feierte.

Zersenay Tadese +
Foto: photorun.net

Zersenay Tadese schraubte 2010 den Halbmarathon-Weltrekord auf 58:23 Minuten.

Zersenay Tadese (auch Zersenay Tadesse geschrieben) ist ein eritreischer Langstreckenläufer. Im Halbmarathon wurde er drei Mal Weltmeister. Tadese wurde am 8. Februar 1982 in Adi Bana geboren. In seinem Heimatland ist er ein Volksheld. Seine Hochzeit mit Merhawit Solomon, zu der 2.500 Gäste erschienen, wurde live im eritreischen Fernsehen übertragen. Er hat sechs Geschwister. Sein Bruder Kidane Tadasse ist ebenfalls ein Langstreckenläufer und nahm an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teil.

Karriere
Tadese blieb von den Auswirkungen des damaligen Bürgerkriegs verschont. Ursprünglich wollte er Radsportprofi werden, schaffte aber den Sprung nach Europa nicht. Durch sein Training entwickelte er jedoch eine gute Ausdauer-Grundlage, die ihn auf den Laufsport vorbereitete.

Seinen ersten internationalen Auftritt hatte er bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft 2002 in Dublin, wo er den den 30. Platz auf der Langstrecke belegte. Knapp zwei Monate später nahm Zersenay Tadese erstmals an einer Halbmarathon-Weltmeisterschaft teil. Er beendete das Rennen in Brüssel in 63:05 Minuten auf dem 21. Platz. Im selben Jahr wurde er im 10.000-Meter-Lauf der Leichtathletik-Afrikameisterschaft in Radès Sechster.

2003 begann Tadese seinen Aufstieg in die Weltspitze des Langstreckenlaufs. Bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Lausanne wurde er Neunter im Langstreckenrennen. Außerdem stand er bei seinen sechs Starts in europäischen Crossläufen stets auf dem Podium. Im 5.000-Meter-Lauf stellte er mit 13:11,07 Minuten einen Landesrekord auf. Diese Zeit verbesserte er bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Paris, wo er den achten Rang erreichte, auf 13:03,57 Minuten. Bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Vilamoura belegte er in persönlicher Bestzeit von 61:26 Minuten den siebten Platz.

Erste internationale Medaillenerfolge
2004 gelang Tadese der endgültige internationale Durchbruch. Bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Brüssel wurde er Sechster im Langstreckenrennen und verhalf damit Eritrea zum Bronzerang in der Mannschaftswertung. Zwei Monate später wurde er Zweiter beim Great Manchester Run. Auf der Bahn stellte er im 10.000-Meter-Lauf mit einer Zeit von 27:32,61 Minuten wieder einen Landesrekord auf. Den Höhepunkt dieser Saison erlebte er dann bei den Olympischen Spielen in Athen. Über die 10.000 Meter steigerte er sich um über 10 Sekunden auf 27:22,57 Minuten und gewann überraschend die Bronzemedaille. Im 5.000-Meter-Rennen belegte er den siebten Rang.

Bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft 2005 in St. Etienne gewann Zersenay Tadese im Langstreckenrennen die Silbermedaille hinter dem Äthiopier Kenenisa Bekele. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Helsinki konnte er den Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Im 10.000-Meter-Lauf reichte seine Zeit von 27:12,82 Minuten nur für den sechsten Platz. Über 5.000 Meter wurde er gar nur 14. und damit Vorletzter des Finales. Das Jahr fand aber noch einen versöhnlichen Abschluss für ihn. In Brüssel lief er im 10.000-Meter-Lauf 27:04,70 Minuten. Außerdem siegte er beim Great North Run in einer absoluten Weltklasse-Zeit von 59:05 Minuten.

Etablierung in der absoluten Weltspitze
2006 verpasste Tadese bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Fukuoka als Vierter des Langstreckenrennens das Podium nur knapp. Einen Monat darauf gewann er den Great Manchester Run und stellte mit seiner Siegerzeit von 27:36 Minuten einen nationalen Rekord im 10-Kilometer-Straßenlauf auf. Im August verbesserte er sich über die 10.000 Meter auf der Bahn auf eine Zeit von 26:37,25 Minuten. Beim Rotterdam-Halbmarathon im September gewann er in 59:16 Minuten und stellte damit den Streckenrekord des Kenianers Samuel Wanjiru ein. So vorbereitet siegte Tadese im folgenden Monat auch bei der Straßenlauf-Weltmeisterschaft in Debrecen über 20 Kilometer in 56:01 Minuten, die zu diesem Zeitpunkt zweitbeste jemals gelaufene Zeit auf dieser Distanz. In der Nationen-Wertung gewann er mit der eritreischen Mannschaft Silber.

Die Saison 2007 eröffnete Tadese mit seinem bislang größten Erfolg im Crosslauf, als er in Mombasa Weltmeister wurde und dabei die Siegesserie von Kenenisa Bekele beendete, der das Rennen kurz vor Schluss aufgab. Auf der Bahn gewann er bei den Panafrikanischen Spielen in Algier die Goldmedaille im 10.000-Meter-Lauf. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Osaka wurde er über dieselbe Distanz Vierter. Auch auf der Straße war der vielseitige Athlet wieder erfolgreich. Im September gewann er in den Niederlanden den Dam tot Damloop über zehn Meilen in der Weltjahresbestzeit von 45:51 Minuten. Einen Monat später holte er in Udine den Weltmeistertitel im Halbmarathonlauf. Mit seiner Siegerzeit von 58:59 Minuten durchbrach er als vierter Läufer nach Haile Gebrselassie, Samuel Wanjiru und Patrick Makau Musyoki die 59-Minuten-Marke.

Aufstieg zum besten Halbmarathonläufer der Geschichte
Bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft 2008 in Edinburgh verpasste Tadese die Titelverteidung, holte aber immerhin die Bronzemedaille. In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking gewann er die Premiere des indischen Straßenrennen World 10K Bangalore. In Peking dann musste er sich trotz eines couragierten Rennens über die 10.000 Meter mit dem fünften Platz in 27:05,11 Minuten begnügen. Sein Bruder Kidane wurde in demselben Lauf Zehnter. Zum Abschluss der Saison verteigte Zersenay Tadese in Rio de Janeiro mit einer Zeit von 59:56 Minuten seinen Weltmeistertitel im Halbmarathonlauf.

2009 gewann er bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Amman erneut Bronze im. Im April gab er in London sein Debüt auf der vollen Marathon-Distanz, musste das Rennen aber nach etwa 35 Kilometern entkräftet aufgeben. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin zeigte er sich jedoch gut erholt und lieferte sich im 10.000-Meter-Lauf einen packenden Zweikampf mit Titelverteidiger Kenenisa Bekele. Einmal mehr zeigte Tadese seine Qualitäten als furchtloser Frontläufer, war am Ende in 26:50,12 Minuten allerdings nur zweiter Sieger. Zwei Monate darauf gelang ihm jedoch bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Birmingham der dritte Titelgewinn in Folge (der vierte, wenn man die Straßenlauf-Weltmeisterschaft 2006 mitzählt).

In Lissabon schraubte Tadese im März 2010 den Halbmarathon-Weltrekord auf 58:23 Minuten. Einen Monat später wagte er einen zweiten Anlauf beim London-Marathon. Dieses Mal erreichte er zwar das Ziel, konnte jedoch mit Platz sieben in 2:12:03 Stunden die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. 2011 siegte Tadese erneut beim Halbmarathon in Lissabon, diesmal in 58:30 Minuten. Bei der Leichtathletik-WM in Daegu wurde Zersenay Tadese 2011 Vierter über 10.000 Meter. Außerdem siegte er beim Halbmarathon in Porto und beim Sao Silvestere in Luanda. Mit 12:59,32 Minuten blieb er zudem in Barcelona über 5.000 Meter erneut unter 13 Minuten und verpasste seine fünf Jahre alte Bestzeit um nur fünf Hundertstel. Ebenfalls aus dem Jahr 2006 stammt seine 10.000-m-Bestzeit von 26:37,25 Minuten.

Im Frühjahr 2012 siegte Zersenay Tadese zum dritten Mal in Folge beim Lissabon-Halbmarathon und startete erneut beim London-Marathon. hier lief er mit 2:10:41 Stunden seine Bestzeit und kam auf den 14. Rang. Im Marathon kam er dennoch bei weitem nicht so gut zurecht wie im Halbmarathon und über 10.000 Meter. Bei den Olympischen Spielen in London belegte er den sechsten Platz im 10.000-m-Lauf und wurde im Herbst bei der Halbmarathon-WM im bulgarischen Kavarna, die nun nur noch alle zwei Jahre ausgetragen wird, zum fünften Mal Straßenlauf-Weltmeister.

Im Jahr 2013 gewann Tadese den Prag-Halbmarathon in 60:10 Minuten und den Girfu-Seiryu-Halbmarathon. Beim Chicago-Marathon im Oktober erreichte er nicht das Ziel. Im Frühjahr 2014 belegte er bei der Halbmarathon-WM in Kopenhagen mit 59:38 Minuten den vierten Rang. Mit seinem Team holte er jedoch die Goldmedaille. Auch im Jahr darauf blieb Zersenay Tadese beim Neu-Dehli-Halbmarathon in 59:24 Minuten deutlich unter einer Stunde und erreichte sein nächstes Weltklasse-Resultat auf seiner Parade-Strecke. Im April blieb für ihn beim Halbmarathon in Istanbul die Uhr erst nach 60:31 Minuten stehen.
21.09.2016
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