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Ultraläufer Kai Markus im Porträt Zu Fuß zu den Schwiegereltern nach China

Kai Markus hat ein Faible für China – also hat er beschlossen, von Hamburg nach Schanghai zu laufen. Zu den Schwiegereltern und für die Völkerverständigung.

Kai Markus +
Foto: Norbert Wilhelmi

Kai Markus, 44, Läufer und Wanderer zwischen zwei Welten, ist von März bis November 2017 unterwegs von Deutschland nach China.

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Ultralauf 361°

„Das wird ein langer Lauf“, erzählt Kai Markus, „aber die Geschichte dazu ist ganz kurz.“ Die kürzeste Version ist die, dass Kai Markus sich seit 1998 mit China beschäftigt, persönlich und beruflich. Nebenbei bemerkt führte das unter anderem auch dazu, dass er mit einer Chinesin verheiratet ist, deren chinesischen Nachnamen Xiong er trägt. „Aber in deutschen Läuferkreisen kennen mich alle nur als Kai Markus“, sagt er. Und natürlich ist Kai Läufer: „Ich war schon immer Ultraläufer, aber ich ­habe nie großen Wind darum gemacht.“ So ist er als Jugendlicher schon mal nach Paris gelaufen oder von Flensburg bis zur Zugspitze. „Aber ich ­habe das immer für mich gemacht. Von den meisten Läufen habe ich auch noch nicht einmal Fotos.“

Zur Probe von Hamburg nach Nürnberg

Zuletzt, mitten im eiskalten Januar, ist Kai – sozusagen zur Probe – von Hamburg bis nach Lauf an der Pegnitz gelaufen, seiner bayerischen Heimatstadt in der Nähe von Nürnberg. „Da wollte ich natürlich auch zeigen, dass es mir mit meinem Vorhaben, nach Schanghai zu laufen, ernst ist“, beteuert Kai, der bei dem Lauf auch gleich sein Equipment getestet hat. Seine Schuhe hätten die 550-Kilometer-Strecke schon mal gut mitgemacht, freut er sich. Und dann fängt er doch an zu erzählen, man spürt seine Begeisterung, und aus der kurzen Geschichte wird eine immer län­gere – und eine immer interessantere.

Wenig Wissen über die chinesische Kultur

Die kulturelle Partnerschaft zwischen den Städten Hamburg und Schanghai besteht seit über 30 Jahren. „Aber durch den wirtschaftlichen Erfolg Chinas ist die Neugier bei uns natürlich sehr groß geworden. Gleichzeitig ist das Wissen über China und die chinesische Kultur immer noch sehr gering und von vielen Vorurteilen geprägt.“

Auch das ist ein Antrieb für den Ultra­läufer, die beiden Städte läuferisch miteinander zu verbinden. Er war viele Male in China, beruflich wie privat. Als selbstständiger Unternehmensberater hat er viele Kunden, die er beim Prozess des schwie­rigen, aber auch unendlich interessanten Markteinstiegs in China begleitet. „Es ist ärgerlich“, sagt Kai, „wenn man gleich zu Beginn einen Fehler im Umgang mit den chinesischen Geschäftspartnern macht und sich dadurch ein aussichtsreiches Projekt verdirbt.“ Damit sein eigenes hoffnungsfrohes Projekt gelingt, hat Kai alles auf eine Karte gesetzt. Er hat seinen Job aufgegeben und seine Familie nach China geschickt. „Ich werde ja, bevor ich nach Schanghai komme, in die Heimatstadt meiner Frau laufen und sie und meine Schwiegereltern dort wiedersehen.“ Und er fügt hinzu, dass das sicherlich einer seiner größten Motivationsfaktoren sein werde.
Kai Markus +
Foto: Norbert Wilhelmi

Kai Markus neben seinem Zelt und dem großen Rucksack – hier beim Probelauf mitten im eisigen Januar.

12.000 Kilometer liegen vor Kai Markus

Die Strecke von Hamburg, wo er Anfang März im Beisein des Bürgermeisters und etlicher offizieller Vertreter, Journalisten und Sponsoren starten wird, bis nach Schanghai, wo er Anfang November ankommen will, wird etwa 12.000 Kilometer lang sein. Das bedeutet, dass er pro Lauftag zwischen 60 und 80 Kilometer zurücklegen muss. „Der Erfolg wird natürlich von vielen Faktoren abhängen“, sagt Kai voraus. „Im Pamir-Gebirge werde ich sicher nicht so schnell vorankommen wie im Flachland.“ Die Route führt über die Seidenstraße. „Ich versuche mir für die Strecke auch emotional Brücken zu bauen.“ Ein erster großer Schritt wird für ihn die Überquerung die Grenze von Polen nach Russland sein, „dann bin ich in einer anderen Welt“. Russland sei ja auch noch zivilisiert, aber was dann komme, ­Kasachstan und Usbekistan, „da muss ich auch noch viele Vorurteile über Bord werfen“, gesteht der Weltenbummler.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Etwa die Hälfte der Strecke verläuft durch chinesisches Gebiet. Aber in der Region fühlt sich Kai schon fast heimisch. Er bekommt viel Unterstützung durch chinesische Medien, eine einheimische TV-Produktionsgesellschaft startet mit ihm eine Serie von 100 Porträts über Chinesen in Deutschland oder Deutsche in China. „Das bringt mir natürlich viel Aufmerksamkeit“, sagt er. Und das sei umso wichtiger, da es in China ja kein Facebook und YouTube gebe. Und Kai muss sich selbst um die Finanzierung seines ungewöhnlichen Trips kümmern. Der Wirtschaftsfachmann rechnet mit 300.000 bis 600.000 Euro, ohne genau zu wissen, was auf ihn zukommt.

361° als perfekt passender Sponsor

Drei Wochen vor dem Start wurde ihm auferlegt, für seine Etappen in China einen Tour-Guide zu engagieren, „das kostet mich schlappe 20.000 Euro allein für Visa in China“. Andererseits erfährt Kai gerade aus China viel Unterstützung, zahlreiche begeisterte Geschäftsleute helfen ihm mit kleinen Beträgen. Einer seiner Hauptsponsoren ist der chinesische Sportartikelhersteller 361°, der gerade sein Europageschäft ausbaut. Da passt der viel Aufmerksamkeit erregende Lauf von Kai wie maßgeschneidert in die Marketingstrategie. „Wenn mich etwas auszeichnet“, so Kai, „dann ist das meine Willensstärke.“ Und er ist Realist: „Dass wir irgendwo ankommen und alles ist gut, das wird es nicht geben.“ Die Strecke bis Schanghai ist lang.
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Autor: Urs Weber 10.03.2017
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