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Na denn Prost! Die Dosis macht das Gift

Bekannt ist: Alkohol im Mengen wirkt giftig. In Maßen allerdings kann er die Gesundheit sogar unterstützen.

Bier zapfen +

Auch Bier kann Ihre Leistung unterstützen, wenn's nicht zu viel ist.

Unbestritten müssen sich Langstreckenläufer beim Thema Alkohol jedoch auch über spezielle Aspekte wie Wasserhaushalt und Ausdauer Gedanken machen – schließlich gilt Alkohol zum Beispiel als dehydrierend. Es stellt sich die Frage, ob der Nutzen die Risiken aufwiegt. Auch hier gibt es Entwarnung. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass die dehydrierende Wirkung des Alkohols nicht so stark ist wie einst angenommen. Dabei ist es eine Frage des Zeitraums, den man betrachtet. „Anfänglich mag Alkohol dehydrieren, doch über 24 Stunden gesehen kann man nicht mehr von einer Dehydrierung sprechen“, meint Dr. Nancy Clark, Spezialistin für Sporternährung.

Dennoch verursacht Alkohol eine Reduzierung des Körpergewichts durch Flüssigkeitsverlust von drei Prozent innerhalb von vier Stunden. Dies kann sich negativ auf die Leistung auswirken oder sogar gesundheitlich riskant sein, insbesondere wenn bei Hitze gelaufen wird. Anders gesagt, ist es nicht angebracht, wenige Stunden vor einem Training oder Wettkampf Alkohol zu trinken. Nancy Clarks genereller Rat lautet: „Solange ein regelmäßiger Weintrinker nicht vergisst, zusätzlich auch genug Wasser und andere Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, ist ein Glas Wein zum Essen am Abend vor dem Wettkampf völlig unbedenklich.“

Wohlgemerkt: ein Glas, nicht eine Flasche. Das Maß ist entscheidend, wenn wir unserer Gesundheit etwas Gutes tun und die sportliche Leistung nicht negativ beeinflussen wollen. Als allgemeine Richtlinie gilt dabei, dass Frauen ihren Alkoholkonsum auf 140 Milliliter Wein täglich beschränken sollten, was etwa einem Glas entspricht. Männern werden aufgrund ihres in der Regel größeren Körpergewichts zwei Glas Wein „gestattet“. Ernährungswissenschaftler verweisen allerdings auch darauf, dass Alkohol von jedem Menschen unterschiedlich verarbeitet wird.

Somit ist nicht allein die Menge entscheidend. Große, muskulöse Menschen können mehr Alkohol vertragen als kleine und zierliche Personen. Bei Frauen kommen noch hormonelle und körperfettbezogene Faktoren hinzu. Frauen haben in der Regel auch weniger Dehydrogenase, ein Enzym in der Leber, das den Alkohol abbaut. Schließlich können Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, diesen besser verarbeiten als andere, die nicht daran gewöhnt sind. Man sollte also die eigene Verträglichkeit von Alkohol gut kennen, um dessen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen.

Für alle, die dazu in der Lage sind, können ein bis zwei Glas Wein oder Bier durchaus zum täglichen Leben gehören wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Der Flüssigkeitsverlust beim Sport sollte jedoch stets durch reichlich Wasser ausgeglichen werden.

Falsch ist es jedoch, sofort nach dem Laufen Bier zu trinken. Bei vielen Läufern herrscht die irrige Ansicht, man könne mit Hilfe von Bier die Kohlenhydratspeicher bestens wieder auffüllen. Bier ist jedoch keine besonders gute Kohlenhydratquelle. Eine 0,33-Liter-Flasche enthält zum Beispiel nur elf Gramm Kohlenhydrate. Vielmehr bremst Bier die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher und sollte deshalb besser zurückgestellt werden, bis man etwas gegessen hat und den Flüssigkeitsverlust zunächst mit Wasser oder einem Sportgetränk ersetzt hat.

Lassen wir noch einmal Nancy Clark zu Wort kommen: „Ich will niemanden zum Trinken animieren, doch wenn sich Sportler ab und zu ein Gläschen gönnen, kann das ihrer Gesundheit durchaus förderlich sein. Hinzu kommt häufig auch ein psychologischer Nutzen, wenn man in angenehmer Runde mit Freunden zur Entspannung einen guten Tropfen genießt.“ Zum Wohl!

Auch im Forum von runnersworld.de wird über dieses Thema diskutiert.
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Autor: Kristen Wolfe-Bieler 03.06.2010
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