Ist Fasten für Läufer geeignet?
Nimmt man durchs Fasten ab oder ruiniert man sich seine Laufzeit im nächsten Wettkampf?
Ideal für Erbsenzähler: Fasten kann helfen, sich auf das wirklich Wichtige im Leben zu besinnen.
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Ja, man verliert beim Fasten an Gewicht. Zuerst vornehmlich Wasser, dann beginnt der Fettabbau. Doch leider führt das Fasten zwangsläufig zum berüchtigten Jo-Jo-Effekt, bei dem nach einer Phase des Nahrungsverzichts noch mehr Pfunde auf den Hüften zu beklagen sind als vorher. Denn erstens stellt sich der Körper beim Fasten auf die künstliche Nahrungsknappheit ein, schraubt also seine Ansprüche stark herunter – und reagiert nur langsam, wenn ihm Nahrung wieder im gewohnten Maß zugeführt wird. Außerdem greift der Körper beim Fasten nicht nur auf Fett, sondern auch auf Eiweißreserven zurück, um Energie zu gewinnen. Mit anderen Worten: Er verheizt Muskelmasse. Die wiederum ist stoffwechselaktiv, sodass ein Muskelabbau nicht nur schwächer und kränker macht, sondern auch den Grundumsatz senkt – ein Teufelskreis.
„Fasten bedeutet in erster Linie, nach innen zu schauen, neue Gedanken zuzulassen, neue Ziele zu erkennen“, sagt die Kölner Diplom-Ökotrophologin Karen Nespethal. Es kann also sinnvoll sein, wenn der Gewichtsverlust dabei zweitrangig ist. „Wenn das Fasten mit der richtigen Einstellung und am besten noch mit einer fachkundigen Betreuung erfolgt, ist nichts dagegen einzuwenden“, so die Ernährungstherapeutin. Voraussetzung sei allerdings, dass man dabei gut für sich sorge, „Nahrung für die Seele“ bereithalte und das Fasten nicht als Grenzerfahrung im Sinne einer Anerkennung für eine außerordentliche Leistung verstehe. Wohl könne das Fasten aber eine Übung im Zuhören sein. „Wenn der Körper sagt: ‚Halt, bis hierhin und nicht weiter!‘, dann muss man innehalten“, so Nespethal. Leistungsorientierte Menschen hörten nicht immer zu, wenn der Körper ihnen etwas sagen will. „Hier kann das Fasten ein Anstoß sein, es einmal anders zu machen.“
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