Müssen Läufer zusätzlich Vitamine zu sich nehmen?
Besonders aktive Sportler wie Läufer sollten streng auf eine ausgewogene Ernährung achten. Bei einem gesunden Speiseplan benötigen sie nicht unbedingt Nahrungsergänzungsmittel.
"Seit langer Zeit habe ich (31) mit Bauchschmerzen zu kämpfen, die ein Arzt als Reizdarm diagnostiziert hat, und mir empfahl, meine Ernährung umzustellen. Ich muss mich mit Obst, Gemüse, Salaten, Müsli zurückhalten. Meinem Bauch geht es besser, aber meine Sorge ist, dass mein Körper nicht die Stoffe bekommt, die er zum Laufen braucht."
Frau H. H., HavixbeckNahrungsergänzungmittel sind bei ausgewogener, abwechslungsreicher Ernährung überflüssig.
- Enzyme - ja und?
- Wann und was essen Eliteathleten?
- Effektives Carbo-Loading für den Triathlon
- Der große Abnehm-Guide - So laufen Sie sich schlank
- Sollen Läufer im Winter fetter essen?
Essen, Kohlenhydrate, Vollkorn, Bauchschmerzen, Fisch, Fleisch, Müsli, Nahrungsergänzung, Milch, Proteine / Eiweiß, Darm, Obst, Gemüse
Dr. med. Roger Hofmann antwortet:
Grundsätzlich empfehle ich – insbesondere für aktive Sportler – eine ausgewogene Mischkost mit ausreichender Aufnahme an Vitaminen. Und davon liegen Sie gar nicht so weit entfernt. Das bedeutet, die Nahrung sollte zu einem großen Teil aus Getreide, Milchprodukten, Obst und Gemüse (möglichst naturbelassen und abwechslungsreich) bestehen. (Vollkorn-)Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln liefern den Kohlenhydratanteil.
Aber auch Fleisch und regelmäßig (See-)Fisch sollten auf der Speisekarte stehen, denn sie liefern ebenso wertvolle Nahrungsbestandteile (Eiweiß, Vitamine, Eisen usw.). Immer ist reichliche Flüssigkeitszufuhr (insbesondere Mineralwasser, Saftschorlen) zu beachten. Diese Nahrungszusammensetzung entspricht auch der Natur (Aufbau und Funktion von Kauapparat, Magen-Darm-Trakt, Stoffwechsel) des Menschen.
Ist die Nahrung so gestaltet, braucht es allenfalls im Hochleistungssport bzw. bei außergewöhnichen Verlusten (extremes Schwitzen im Hochsommer, Durchfallerkrankung) Nahrungsergänzungsmittel. Dabei ist dann auch hier auf eine sinnvolle, naturnahe und ausgewogene Zusammensetzung – in Abhängigkeit vom individuellen Bedarf – zu achten (Elektrolyte, Spurenelemente, Vitamine, Eiweiß).
Was ein sogenanntes Reizdarmsyndrom angeht, sind ggf. noch zwei weitere Dinge abzuklären: Liegen Nahrungsmittelallergien oder eine Darmdysbiose (Veränderung der Mikroökologie im Magen-Darm-Trakt) vor? Hier sollten gezielte Laboruntersuchungen insbesondere des Stuhls durch ein spezialisiertes Fachlabor durchgeführt werden. Anschließend erfolgt die eventuell notwendige Behandlung (Meiden der Allergene bzw. Wiederherstellung der Darmflora [sogenannte Darmsanierung/ Symbioselenkung]). Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte wird sich Ihr Gesamtzustand auch nachhaltig und ohne Nahrungsergänzungsmittel stabilisieren.
