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Lauflabor Wer Bewegung mag, verliert schneller Gewicht

Das Belohnungssystem des Gehirns reagiert schneller, wenn man liebt, was man tut. Das gilt auch für das Laufen.

23012014 Lauflabor Wer Bewegung mag, verliert schneller Gewicht Highlight +

Wer mit Freude läuft, der nimmt leichter ab.

Wir sprechen häufig vom Laufen als einer Gewohnheit oder sogar einer Sucht. Und dies tun wir aus gutem Grund: Betrachtet man beispielsweise Ratten, die an körperliche Belastungen gewöhnt sind und denen Naloxon (ein Rauschgift, das die Opioid-Rezeptoren blockiert) verabreicht wurde, zeigen alle eindeutige Zeichen des Morphiumsentzugs, wie zum Beispiel Zähneklappern und Schüttelkrämpfe. Sucht ist ein gewagtes Wort, aber Tatsache ist, dass viele unserer Entscheidungen durch das Belohnungssystem in unserem Gehirn gesteuert werden.

In den letzten Jahren gab es viele Studien, die Menschen mit Gehirnscannern untersuchten, während man ihnen Bilder vom Essen bzw. von Lebensmitteln zeigte, um mehr über die Funktionen des menschlichen Belohnungssystems zu erfahren. Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, neigen übergewichtige Menschen eher dazu, eine erhöhte Belohnungsreaktion auf das Essen zu zeigen. Wie Gretchen Reynolds in der New York Times berichtete, haben nun Forscher der Southwest University in China eine ähnliche Studie mit Bewegung - oder vielmehr mit Bildern von Bewegungen bzw. sportlichen Aktivitäten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im International Journal of Obesity veröffentlicht.

Die Studie verglich zwei Gruppen miteinander: Die eine bestand aus übergewichtigen Frauen und die andere aus Frauen mit einem durchschnittlichen Gewicht. Interessant ist dabei, dass die „durchschnittlichen“ Frauen einen BMI von 18,67 hatten, während die „übergewichtigen“ Frauen einen durchschnittlichen BMI von 25,32 aufwiesen. Hier wurde also die Trennungslinie und somit Grenze zum erhöhten Risiko von Adipositas-Erkrankungen bei 23 festgelegt. Ein Wert, der im Allgemeinen bei asiatischer Bevölkerung angewandt wird, im Gegensatz zur kaukasischen, weißen Bevölkerung, wo er bei 25 liegt. Die Forscher erkennen dies als Einschränkung an und hätten es vorgezogen, eine breitere Palette an BMIs zu haben, aber sie mussten eben mit den Freiwilligen arbeiten, die sie bekommen konnten!

Die Studie verband die Messung der Hirnaktivität mit dem Betrachten von insgesamt 270 Bildern von körperlicher Aktivität, sitzender Tätigkeit und Landschaften. Wie zu erwarten, ergab sich eine klare Beziehung zwischen der Aktivierung des Belohnungszentrums und dem BMI. Einfach ausgedrückt: Alles, was für die schlankere Gruppe nach viel Spaß (Herumlaufen, Sport etc.) aussah, löste bei der übergewichtigen Gruppe eher weniger positive Reaktionen aus. Nun ja, die Interpretation dieser Ergebnisse ist heikel. Sind sie Ursache, Korrelation oder Wirkung? Wir wissen es nicht, obwohl es wahrscheinlich scheint, dass sich alle drei, bis zu einem gewissen Grad, zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf vermischen. Selbst wenn wir alle Unterschiede in unserem „angeborenen“ Bewegungsdrang ignorieren würden, gibt es keinen Zweifel, dass es daneben noch viele soziale Barrieren gibt, die körperliche Aktivität für übergewichtige Menschen eher wie eine Strafe als ein Vergnügen aussehen lassen.

Ich denke, die Schlussfolgerung, die Reynolds aus dieser Studie zieht, ist eine gute: „Ermuntern Sie die Leute dazu, körperliche Aktivitäten und Tätigkeiten so auszuüben, dass sie diese wirklich angenehm finden und genießen können. Stellen Sie einen freundlichen, vorurteilsfreien Trainer an, der Sie in eine überschaubare Trainingsroutine einführt.“

Das ist ein bekannter Rat – trotzdem bin ich überrascht, wie oft die Fitness- und Abnehmprogramme immer noch mit zermürbenden Trainingsplänen verbunden werden, bei denen ein Befriedigungsgefühl erst äußert verzögert eintritt, weil man die angestrebten Gewichts- und Fitnessveränderungen erst ganz am Ende des Weges erkennt. Wenn man aber eine Aktivität findet, an der man wirklich Freude hat, wird das Training zu einer völlig neuen Herausforderung. Dann kann man den langen und bewussten Prozess starten, diese in eine Art Gewohnheit zu verwandeln. Ja, verflixt, Sie können es sogar Sucht nennen, ich habe nichts dagegen. Aber bevor Sie diese Stufe des Verlangens erreichen, müssen Sie lieben, was Sie tun.
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Autor: Alex Hutchinson 24.01.2014
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