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Fitschen im Interview Fitschen spricht über seine Verletzungspause

Jan Fitschen war aufgrund einer Plantarsehnen-Entzündung zwei Jahre lang verletzt. Er erklärt, wie er von der Zwangspause trotzdem profitierten konnte.

RUNNER'S WORLD: Haben Sie eine Erklärung für Ihre Freude an langen Läufen?
Jan Fitschen: Diese brutalen Einheiten auf der Bahn, wie 16 mal 500 Meter oder 3.000 Meter im 5.000-Meter-Renntempo, sind mir schon immer extrem schwergefallen. Eigentlich konnte ich mich immer nur im Rennen bis zur Leistungsgrenze belasten. Das Tempo bei den langen Einheiten im Marathontraining kommt mir deshalb gelegen.

Sind Sie eher Gruppenläufer oder Einzelkämpfer?
Auf jeden Fall ein Gruppenläufer, weil das gemeinsame Training einfach mehr Spaß macht und die Motivation leichter fällt. Im Trainingslager finden sich ohnehin immer Laufpartner, auch wenn ich mit den Jungs nicht immer über die gesamten Einheiten gemeinsam unterwegs bin. Zu Hause in meinem Club, beim TV Wattenscheid, habe ich mit Christian Glatting auch einen super Nachwuchsmann als Partner. Ich mache nur 20 Prozent meiner Läufe wirklich allein.

Welche Erfahrungen haben Sie aus Ihrer fast zweijährigen Verletzung wegen Plantarsehnenentzündung ziehen können?
Auf jeden Fall positiv war die Erkenntnis, wie gut ich auf Alternativtraining anspreche. Ich war selbst erstaunt, wie schnell ich nach der langen Laufpause wieder aus dem Strumpf gekommen bin. Die Verletzungszeit habe ich genutzt, um alternative Trainings zu testen. Früher dachte ich: Diese neuartigen Koordinationsübungen mit Wackelbrett und Kippelkissen brauche ich als Läufer doch nicht. Jetzt weiß ich, wie sehr ich davon profitiere.

Wie war der Moment, in dem Sie spürten, dass die Verletzung überwunden ist?
Ich kann mich noch sehr gut erinnern. Immer wieder hatte ich es mit einem Neuanfang probiert, lief 20 oder 30 Minuten, und bekam gleich wieder eins übergezogen. Doch dann kam der Lauf, bei dem es klappte. Ich begann ganz vorsichtig, barfuß auf dem Rasen. Nichts schmerzte, also lief ich schneller. Egal was ich machte, wie sehr ich den Fuß auch bewegte, den ich zuvor wegen der Sehnen­entzündung immer ruhig halten musste, das Problem war weg. Das war ein sensationelles Gefühl, diese 45 Minuten am Stück ohne Schmerzen zu laufen.

Das Interview führte Klaus Dahlbeck.
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07.04.2011
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