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Heinz Birnesser „Läufer sind eine sehr sensible Klientel“

Sportorthopäde Heinz Birnesser behandelt seit Jahrzehnten Sportler und weiß genau, worauf es dabei ankommt.

Mir war immer schon klar, dass ich mich mit 65 nicht zur Ruhe setze“, sagt Heinz Birnesser. Der Job macht ihm einfach zu viel Spaß. Deshalb hat er nach seiner Zeit als Chef der Sportorthopädie an der Freiburger Universitätsklinik übergangslos seine neue Tätigkeit in einer Praxisgemeinschaft in Freiburg aufgenommen. Birnesser hat in den knapp 20 Jahren in der Uniklinik unzähligen Profi- und Freizeitsportlern zur Genesung verholfen: Er war leitender Mannschaftsarzt des Leichtathletik-Mehrkampfteams und hat in den bisher insgesamt fast 40 Jahren seines sportärztlichen Wirkens Athleten aus allen möglichen Disziplinen betreut – so zum Beispiel Bundesliga-Ringer, Skispringer, den Fußballclub SC Freiburg sowie zahlreiche namhafte Laufsportler.

Der Orthopäde weiß deshalb ganz genau, wie Läufer ticken: „Das ist eine sehr sensible Klientel. Läufer hören viel mehr in sich hinein als beispielsweise Sportler aus Kontaktsportarten. Bei der Therapie von Läufern gehören deshalb immer ein gewisses psychologisches Geschick und Fingerspitzengefühl dazu. Denn schon durch eine Bagatellverletzung, die für andere allenfalls eine sehr geringe Bedeutung hätte, kann für Läufer eine Welt zusammenbrechen.“ Vornehmlich müsse der Mediziner in solchen schwierigen Situationen an die Vernunft der Sportler appellieren und ihnen zu einer Bewegungspause oder zu Alternativsportarten raten, damit die Verletzung wieder komplett ausgeheilt werden kann.

Viele Sportler, die Heinz Birnesser noch aus seiner Zeit in der Universitätsklinik kennen, kommen nun zur Sprechstunde in seine Privatpraxis. Die meisten seiner Patienten sind Läufer. Neben der jahrzehntelangen Erfahrung und der fachlichen Kompetenz im Umgang mit Sportverletzungen schätzen sie vor allem das Authentische an ihrem Arzt: Er weiß, wie es ihnen geht, schließlich ist er selbst Sportler durch und durch.

Von Leichathletik über Handball bis zum Kraftsport hat Birnesser durch seine sportmedizinischen Studien während des Medizinstudiums erkannt, dass Herz-Kreislauf-Training zur Vorbeugung von Erkrankungen äußerst effektiv ist – und dies sogleich in seinen persönlichen Lebensplan eingebaut. Seitdem läuft der Sportarzt dreimal in der Woche zusätzlich zu regelmäßigen Krafttrainingseinheiten und spickt das Ganze mit der ein oder anderen Mountainbike-Exkursion, einem Marathon oder einer Skilanglauftour. Birnesser: „Auf diese Weise halte ich mich fit und kann hoffentlich noch viele Jahre ärztlich tätig sein.“

Text: Wolfgang Schillings
29.06.2010
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