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Achillessehne: Was tun bei Schmerzen?

Entzündung, Reizung, Schmerzen oder gar ein Riss der Achillessehne sind bei Läufern ein leidiges Problem. Welche Behandlung hilft, wie Sie Schmerzen verhindern und entsprechend vorbeugen.

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Die Muskelbäuche des Wadenzwillingsmuskels sind in der Abb. entfernt, um den Schollenmuskel erkennen zu können.

Die Achillessehne entsteht mit der Verschmelzung der Muskelbäuche des Schollenmuskels (musculus soleus) und der Wadenzwillingsmuskel (musculus gastrocnemius) und setzt am Fersenbein (calcaneus) an. Sie überträgt die Kontraktionskraft des Muskels auf den Knochen.

Die Schmerzen an der Sehne sind entzündungsbedingt, die Entzündung ist belastungsbedingt. Häufigste Ursache: Die wenig elastische Achillessehne muss über längere Zeit zu hohe Kontraktionskräfte der Wadenmuskulatur aufnehmen.
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Foto: Claus Dahms

Vorbeugende Übung: Die klassische Wadendehnung

Der Ansatz der Achillessehne am Fuß bzw. an der Ferse, welche die Kraft der Wadenmuskulatur an den Fuß weiterleitet, ist eine der am stärksten belasteten knöchernen Regionen des menschlichen Körpers. Die Folge der Überlastungen sind Mikrotraumen (kleinste Verletzungen) und Vernarbungen, die bei Fortdauern der Fehlbelastung zum Riss oder gar Abriss der Sehne führen können.

SYMPTOME
Diffuser oder hin und wieder stechender Schmerz (auch Druckschmerz) an verschiedenen Stellen der Achillessehne, meist jedoch in Fersennähe. Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks. Rötung oder Erhitzung im entzündeten Bereich. Bei chronischem Verlauf tastbare Knotenbildung durch vernarbtes Gewebe, das bei Dehnung gegen die Sehne reibt. Aufgrund von Verkürzung, Verspannung oder Ermüdung, kann die Wadenmuskulatur die Stoßabsorption beim Laufen nicht ausreichend gewährleisten, so dass sich die Belastung der Achillessehne erhöht.

Unzureichendes Aufwärmen, sprich Vordehnen der Waden, zu schnelles Aufstocken des Trainingsumfangs oder einfach Übertraining können dafür verantwortlich sein. Auch Tempo- und Bergaufläufe belasten die Achillessehne erheblich. Zu steife Schuhe, die eine Verdrehung der Sehne erzwingen, Schuhe mit ungünstig platzierter Fersenkappe und Überpronation sind weitere mögliche Ursachen.

WAS TUN?
Zunächst einmal ist es empfehlenswert, beim Laufen kürzer zu treten oder ganz zu pausieren. Sind die Schmerzen nur leicht spürbar, etwa als leichtes Ziehen beim Laufen oder erst danach: Mehrfach täglich 15 bis 20 Minuten mit Eis behandeln, vor allem nach dem Laufen.

Unter Umständen ist Selbstmassage mit einer wärmeerzeugenden Salbe hilfreich. Vorsichtiges Dehnen der Wadenmuskulatur, aber nicht in schmerzendem Zustand. Leichte Sprungübungen sollten problemlos möglich sein, bevor das regelmäßige Lauftraining erneut wieder aufgenommen wird.

In der Regel benötigt eine angeschlagene Achillessehne sechs bis acht Wochen, bis sie wieder belastbar ist, doch sind hier die individuellen Unterschiede und Verläufe sehr groß. Stellt sich nach zwei Wochen Selbstbehandlung keine Besserung ein, sollte ein Orthopäde aufgesucht werden. Oftmals stecken Wirbelsäulenprobleme, ein verkürzter hinterer Oberschenkelmuskel, eine Beinlängendifferenz oder ein Schiefstand der Hüfte hinter den Problemen.

Ein versierter Orthopäde (Physiotherapeut, Heilpraktiker) sucht auch in diese Richtung nach Ursachen. Letzte Konsequenz, wenn mit physikalischer Therapie (Ultraschall, Eis, Mobilisierung) kein Erfolg erzielt wird, ist der operative Eingriff. Zuvor sollte aber konsequent nach anderen Ursachen gefahndet werden.
Vorbeugende Übungen:
Die klassische Wadendehnung ist eine Basisübung, genauso wie die regelmäßige Dehnung des hinteren Oberschenkelmuskels. Ebenfalls sollte der Wadenmuskel gekräftigt werden.

Dehnung:
Am besten eignet sich eine einfache Übung, bei der man mit durchgedrückten Knien auf einer Leiter, Stufe oder Bank steht und das Körpergewicht auf den Fußballen gehalten wird. Die über die Kante hinausstehenden Fersen werden etwa 15–20 Sekunden lang gesenkt. Die Intensität der Übung lässt sich erhöhen, indem abwechselnd nur jeweils eine Ferse gesenkt wird.

Kräftigung:
Heben der Fersen in den Zehenspitzenstand auf einer Leiter oder einer Treppe stehend. Allgemeiner Tipp: Durch Schuhe mit guter Fußführung oder spezielle Einlagen sollte übermäßiges Pronieren verhindert werden. Vorsicht: Beginnen Sie jedes Training sehr langsam, und verzichten Sie ganz auf Hügelläufe.

Laufschuhe:
Keinesfalls ist eine Erhöhung der Fersenpolsterung ein Patentrezept. Dies ist höchstens in der akuten Phase ein probates Mittel, bis die Sehne nicht mehr entzündet ist. Auch Einlagen werden heutzutage allzu schnell verschrieben. Ein Laufschuh soll den Fuß nicht schonen und ihm (bzw. der Beinmuskulatur) keinesfalls die Dämpfungs- und Stützarbeit völlig abnehmen, sonst entwickelt der Fuß keine Eigendynamik und wird umso anfälliger für Beschwerden.

Die Haglundferse:
Als Haglundferse wird ein Knochenvorsprung an der Ferse bezeichnet (Entzündung der Schleimbeutel am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein), der beim Laufen, aber auch danach recht schmerzhaft sein kann. Ursachen: Zu starke Laufbelastung (zu schnell, zu lang, zu wenig begleitende Dehnübungen).
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25.08.2011
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