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Gesundheit Bluthochdruck: Auch Läufer sind betroffen

Bluthochdruck macht auch vor Läufern nicht halt, tritt aber meistens später auf, da Laufen einen außerordentlich guten Schutzmechanismus bietet.

"Ich (50) habe trotz leichter Bluthochdruckprobleme (Behandlung: Beloc-Zok) erfolgreich diverse Halbmarathon- (1:48) und Marathonläufe (4:18) absolviert. Wie hoch darf der Blutdruck beim Laufen, insbesondere beim langen Lauf, sein, ohne dass dies gesundheitlich bedenkliche Auswirkungen hätte?"

Herr M. G., Stammham
Bluthochdruck bei Läufern +
Foto: Urs Weber

Wer mit den richtigen Blockern gut eingestellt ist, kann auch mit hohem Blutdruck Marathon laufen. Im Bild: New York-Marathon 2011.


Dr. med. Willi Heepe +
Foto: privat

Dr. med. Willi Heepe, Rennarzt des Berlin-Marathons, tätig in einer Praxis im Median-Zentrum Berlin

Dr. med. Willi Heepe antwortet:
Bluthochdruck ist einer der am weitesten verbreiteten Krankheiten und kommt statistisch gesehen bei beinahe jedem vierten Bundesbürger vor. Im Laufe des Lebens entwickeln damit also sehr viele Menschen diese leider sehr schleichend und leise verlaufende Krankheit. Sie macht auch vor uns Läufern nicht halt und tritt meistens später auf, da Laufen einen außerordentlich guten Schutzmechanismus beinhaltet. Dennoch tritt Hochdruck auch beim Laufen auf.

Es ist ganz wichtig, dass sorgfältige Belastungs-EKG-Untersuchungen durchgeführt werden, denn der Blutdruck muss zum Leistungsanstieg, genauso wie die Herzfrequenz, linear verlaufen, und damit ist für jeden Leistungsbereich ein Blutdruck definiert. Die medikamentöse Einstellung sollte bei langjährigen Läufern auf keinen Fall mit sogenannten Betarezeptorenblockern wie Beloc Zok erfolgen, sondern aus einer Substanzgruppe, die weder die Leistung reduziert noch die Pulsfrequenz beeinflusst, sondern ausschließlich über den peripheren Widerstand oder die Gefäße funktioniert. Insofern bitte Rücksprache nehmen mit dem Arzt und zwingend eine Umstellung von Beloc auf ein modernes Medikament wie z. B. einen AT1-Blocker vornehmen lassen.

Wenn diese Einstellung abgeschlossen ist, gibt es eigentlich keine Einschränkungen irgendwelcher Art, auch nicht bei langen Läufen und schon gar nicht bei Marathonläufen. Wir haben sehr viele Patienten mit Bluthochdruck völlig unbeschwert über die Marathonpiste gebracht, ohne irgendeine Einschränkung der Lebensqualität oder der Leistungsfähigkeit.
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Nächste Frage aus "Gesundheit": "Ich (43, 1,71 m, 64 kg) laufe seit einem Jahr einmal pro Woche sechs bis acht Kilometer. Ich kann allerdings nicht langsam laufen: der Puls liegt immer zwischen 170 und 186 Schlägen pro Minute – bei mir angenehmer Anstrengung! Wie ich überall nachlesen kann, ist das zu hoch, oder? Muss ich mir jetzt ernsthafte Sorgen machen? Wie gesundheitsgefährdend kann das sein? Ist ein permanenter Schnitt knapp unter 180 wirklich eine Gefahr, trotz Wohlbefinden?"

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20.12.2011
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