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Lerche oder Eule? Der Frühaufsteher-Vorteil

Die frühen Startzeiten von den meisten Laufveranstaltungen wirken selektiv: Frühaufsteher sind im Vorteil. Wer statt Lerche eine Eule ist, hat's schwer.

Lauflabor: Der Frühaufsteher-Vorteil +

Lerchen, also Morgentypen, kommen frühe Startzeiten beim Rennen entgegen. Eulen, also Abendtypen, fällt das frühe Aufstehen am Wettkampftag deutlich schwerer.

Es ist eine unangenehme Tatsache, dass die meisten großen Veranstaltungen in aller Herrgottsfrühe (und manche noch früher) beginnen. Doch nicht für jeden ist das unangenehm: Denn die Welt teilt sich in Morgentypen („Lerchen"), Abendtypen („Eulen") und jene, die gar keine Präferenz für eine bestimmte Zeit haben. Und was ist nun, wenn Sie ein talentierter Ausdauerathlet sind, es aber hassen, am frühen Morgen aufzustehen? Ist es dann weniger wahrscheinlich, dass Sie bei dieser Sportart bleiben?

Das ist die grundsätzliche Frage, die südafrikanische Wissenschaftler der Universität Kapstadts in einer neuen Studie untersuchten und in der Fachzeitschrift Chronobiology International veröffentlichten. Sie verglichen vier Gruppen miteinander: 125 Radfahrer, 120 Läufer, 287 Ironman-Triathleten und 96 aktive, aber nicht wettkampforientierte Menschen. Für den ersten Test bedienten sich die Forscher des Morningness-Eveningness-Fragebogens von Horne & Ostberg, der verwendet wird, um Lerchen von Eulen zu unterscheiden. So konnten sie feststellen, welchen prozentualen Anteil der Morgentyp (MT), der neutrale Typ (NT) oder der Abendtyp (ET) in den Gruppen einnahm.
Morgen- und Abendtypen +
Foto: runnersworld.com

CYC: Radfahrer, RUN: Läufer, IM: Triathleten, CON: Freizeitsportler.
MT: Morgentyp, NT: neutraler Typ, ET: Abendtyp.

In der Darstellung links wird ein ziemlich großer Unterschied in der Anzahl von Morgentypen in den Sportler-Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich. Doch es wurde nicht zwischen Ursache und Wirkung unterschieden: Vielleicht hat ja jahrelanges Morgentraining die Mehrzahl der Radfahrer davon überzeugt, dass sie wirklich gerne am Morgen aufstehen (ansonsten würden sie ja verrückt werden). Also ließen die Forscher noch eine Reihe von genetischen Tests folgen, die Klarheit verschaffen sollten.
Morgen- und Abendtypen +
Foto: runnersworld.com

CYC: Radfahrer, RUN: Läufer, IM: Triathleten, CON: Freizeitsportler.
5 allele: Morgenpräferenz.

In der Grafik links sieht man das Ergebnis aus einem dieser Tests. Hier wird das „5 allele" (eine bestimmte Ausprägung eines Gens) mit kürzeren circadianen Rhythmen assoziiert. Als circadianen Rhythmus bezeichnet die Chronobiologie den inneren Rhythmus, er hat eine Periodenlänge von zirka 24 Stunden. Kürzere Rhythmen (5 allele) stehen für eine Morgen-Präferenz. Also verfallen die Menschen, die schon mit Morgen-Präferenz geboren werden, tatsächlich eher dem Ausdauersport als die allgemeine Bevölkerung – zumindest in diesem speziellen Beispiel der südafrikanischen Männer. Vermutlich wegen der Tageszeit, zu der die meisten Menschen trainieren und bei Wettkämpfen antreten.

So... und wer gründet nun die erste Abend-Triathlon-Vereinigung, um die Ausdauersportarten auch zu den vernachlässigten Eulen der Welt zu bringen?
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Autor: Alex Hutchinson, Übersetzung Jane Grüning 17.01.2013
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