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Lars Brechtel Der Marathon-Doktor mit dem prüfenden Blick

Ausdauerforscher Lars Brechtel hat beim Berlin-Marathon einzigartige Strukturen der medizinischen Versorgung geschaffen.

Sportmediziner Lars Brechtel +
Foto: SCC EVENTS/Camera4

Dr. Lars Brechtel, leitender Arzt im Medical Team von SCC EVENTS bzw. BMW BERLIN-MARATHON, hier im Einsatz als leitender Arzt bei der LA-WM 2009 in Berlin.

Es macht einfach Spaß, weltweit einmalige medizinische Strukturen für eine Sportveranstaltung aufzubauen“, beschreibt Lars Brechtel seine Motivation dafür, dass er seit 2006 – ehrenamtlich – als Medical Director des Berlin-Marathons fungiert, des drittgrößten Marathons weltweit. Bereits seit 2000 wirkt der gebürtige Hamburger im Medical Team des Veranstalters SCC-Running mit. Auch damals waren die Strukturen der medizinischen Versorgung vor und rund um den Marathon schon wegweisend, und Brechtel perfektionierte sie gemeinsam mit dem Berliner Sportwissenschaftler Jürgen Lock noch einmal.

„Es gibt wohl keine andere Laufveranstaltung der Welt, bei der die Läufer so gut abgesichert sind wie in Berlin“, resümierte selbst Dave Bedford unlängst bei seinem Besuch zum 36. Berlin-Marathon. Dazu muss man wissen, dass Bedford immerhin der Veranstalter des London-Marathons ist, und das ist der größte Marathon der Welt.

Den Zugang zum Laufen hat Brechtel aber nicht über die Wissenschaft gefunden, sondern über den aktiven Sport. Als Mittelstreckenläufer gehörte der gebürtige Hamburger, der für den Hamburger SV startete, Mitte der Achtzigerjahre zur deutschen Spitzenklasse (800-Meter-Bestzeit: 1:47,76 Minuten, 1500 Meter: 3:40,03). Sein Brot verdient der Arzt in der Abteilung für Sportmedizin an der Berliner Humboldt-Universität, wo er fast ausschließlich rund um den Ausdauersport forscht. „Als ehemaliger Leistungssportler spreche ich dieselbe Sprache wie die, die ich untersuche, und die, für die ich forsche“, sagt der 45-jährige, der es liebt, ganz nah dran an den Athleten zu sein. So kommt es, dass Brechtel zusätzlich zum „Nebenjob“ als Medical Director des Berlin-Marathons zuletzt auch als Chefarzt der Leichtathletik-Weltmeisterschaft tätig war. 150 Mitarbeiter musste er dort führen, die sich darum kümmerten, dass die circa 2.000 Athleten und deren Trainer fit blieben. In ähnlicher Mission war er übrigens auch schon 2006 im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft im Einsatz sowie mehrere Jahre als Mannschaftsarzt der Ruder-Nationalmannschaft.

In seiner Freizeit geht Brechtel auch heute noch am liebsten laufen – sofern er es einrichten kann. Für eine Teilnahme am Berlin-Marathon wird er allerdings in den kommenden Jahren wohl nie Zeit finden. Da hat er Anderes zu tun: Er schaut den Läufern beim Zieleinlauf ganz tief in die Augen und hofft, dass er möglichst wenigen Erste Hilfe leisten muss.

Text: Martin Grüning
29.06.2010
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