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Einlagen Sind Einlagen sinnvoll?

Viele Laufschuhe haben eine herausnehmbare Innensohle, doch wann ist der Tausch mit einer Einlage sinnvoll?

Beinachsenstellung +
Foto: Hersteller

Geometrie: Die Einlage korrigiert den Fuß und auch die Beinachsenstellung.

Die Vielfalt an Einlagen für Laufschuhe hat sich in den letzten Jahren extrem vergrößert. Es gibt immer mehr Modelle, die als Ersatz für die Original­einlegesohle des Laufschuhs empfohlen werden – sei es, um die Dämpfung zu erhöhen oder um die Stützwirkung zu verbessern. Gleichzeitig, darauf weist der Orthopäde Markus Walther von der TU München hin, hat sich die Betrachtungsweise deutlich geändert: Früher wollten Orthopäden mit Einlagen „krankhafte Stellungen“ des Fußes korrigieren, heute weiß man, so Walther, dass die Wirkweise nicht nur den Fuß korrigiert, sondern den gesamten Bewegungsablauf beeinflusst. Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob Läufer eine Einlage wählen, um den Komfort im Laufschuh zu verbessern, oder ob eine Fußerkrankung beziehungsweise -fehlstellung behandelt werden soll. Letzteres erfordert eine ärztliche Diagnose und die Begutachtung und Einlagenversorgung durch einen Orthopädietechniker. Walther: „Ein gesunder Läufer braucht zunächst einmal keine Einlage.“

Der Biomechaniker Lutz Graumann aus Weyarn verweist darauf, dass Einlagen eigentlich jedem ambitionierten Läufer verschrieben werden, der unter Fuß­beschwerden oder Überlastungsschäden leidet. „Leider“, so Graumann, „ bekämpft dies so gut wie nie die Ursache der Beschwerden.“ Es sei erwiesen, „dass ein Großteil der auftretenden Schmerzen auf eine zu schwache Hüft- und Gesäßmuskulatur zurückzuführen ist.“ Viel schlimmer noch: „Viele Sporteinlagen sind schlecht gemacht“, sagt Graumann, sie passen nicht zum Fuß und schon gar nicht zum Schuh, in den sie eingelegt werden. Und auch Markus Walther warnt: „Die Erhebung unter dem Vorfuß (Pelotte) wird zur Zeit sehr kritisch diskutiert. Sie behindert möglicherweise die Kraftübertragung im Vorfuß.“
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Kunststücke: Hochwertige Einlagen bestehen oft aus mehreren Schichten mit verschiedenen Dämpfungs- und Stützmaterialien.

Einig sind sich die Spezialisten bei ihren Ratschlägen: Viel wechseln! „Immer wieder die Laufschuhe und Gewölbestützen variieren“, sagt Graumann, „und den Fuß vor dem Laufen zum Beispiel mit einer Tennisballmassage massieren.“ „Die ein oder andere Laufeinheit auch ohne Einlagen absolvieren“, empfiehlt Walther, selbst passionierter Läufer. „Eine gut trainierte und kräftige Fußmuskulatur ist deutlich weniger auf die Einlage angewiesen.“

In unserem Experteninterview mit Prof. Markus Walther und Dr. Lutz Graumann verraten sie Vor- und Nachteile von Einlagen in Laufschuhen.
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Autor: Urs Weber 08.03.2010
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