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Heinrich Seegenschmiedt Strahlende Erfolge

Marathonläufer Heinrich Seegenschmiedt behandelt typische Läufererkrankungen mit einer Strahlentherapie.

Heinrich Seegenschmiedt +
Foto: Marcus Vogel

Seegenschmiedt rät: "Wenn die Behandlung des Orthopäden über drei Monate nichts verbessert, empfiehlt sich die Strahlentherapie."

Die heilende und schmerzlindernde Wirkung von Röntgenstrahlen bei Entzündungen wurde bereits kurz nach ihrer Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts in der Medizin wissenschaftlich belegt und ­genutzt. In der Euphorie über die Heilungserfolge wurde die Methode allerdings zu undifferenziert angewandt, führte manchmal zu Tumorbildungen und kam so in Verruf. „In den westlichen Staaten setzte man ganz auf entzündungshemmende Medikamente, nur im Osten Europas hielt sich die Röntgenreizbestrahlung noch“, sagt Professor Michael Heinrich Seegenschmiedt, Facharzt für Strahlentherapie und Radioonkologie am Strahlenzentrum Hamburg. Das änderte sich Anfang der 90er-Jahre, als bessere Geräte und niedrigere Strahlendosierungen zu einer Renaissance der Methode führten. Seegenschmiedt hat daran mit zahlreichen Forschungsarbeiten und Publikationen, darunter einem Standardwerk zur Radiotherapie gutartiger Erkrankungen, einen entscheidenden Anteil.

Für welche läufertypischen Verletzungen kommt die Bestrahlung infrage? Der passionierte Sportler Seegenschmiedt nennt da vor allem Entzündungen im Fersenbereich (Plantarfasziitis, Fersensporn, Achillessehnenreizung), im Knie (Kniegelenkserguss) und in der Hüfte (Schleimbeutelentzündung). Seegenschmiedt, der das Laufen erst mit 46 entdeckte, mit 50 den Marathon unter drei Stunden finishte und seinen 51. Geburtstag beim 100-Kilometer-Lauf in Biel feierte, kennt den Behandlungserfolg aus der Arzt- und aus der Patientenperspektive: „Meine Achillessehne ist die Achillessehne. Da hat mir die Bestrahlung sehr geholfen“, so der fünffache Vater. Gegenüber einer medikamentösen Behandlung haben die Strahlen den Vorteil, dass sie zielgenau das entzündete Gewebe treffen können, dort die Durchblutung anregen und so den Abbau der Entzündung im Gewebe beschleunigen. „Bei Medikamenten müsste eigentlich immer ein Magnet mitgeliefert werden, damit der Wirkstoff da ankommt, wo er hinsoll“, scherzt Seegenschmiedt.

Er will den Orthopäden keine Konkurrenz machen, sondern ihr Angebot ergänzen: „Wenn deren Behandlung über drei Monate nichts verbessert, dann empfiehlt sich eine Strahlentherapie.“ Sie zählt zu den Regelleistungen der Krankenkassen und besteht typischerweise aus zwei Serien mit bis zu zehn Bestrahlungen, zwischen denen sechs bis acht Wochen pausiert wird. „Die Erfolgsquote liegt zwischen 60 und 80 Prozent“, erklärt See­genschmiedt. „Bei Entzündungen im Fersenbereich sind unsere Chancen am besten.“

Die Gefahr von Nebenwirkungen der Strahlendosis, 3 bis 10 Gray, hält sich in über­schau­baren Grenzen: Das Tumor­risiko erhöht sich an der bestrahlten Stelle – und
auch nur dort – um 0,1 bis 0,3 Prozent in­nerhalb der folgenden 30 Jahre. „Wer sich in ein Auto setzt“, sagt Seegenschmiedt, „geht ein hundertmal höheres Risiko ein.“

Text: Frank Hofmann
23.06.2011
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