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Was ist Lauftherapie? Therapie in Laufschuhen

Nach dem Laufen fühlt man sich besser. Lauftherapeuten setzen diesen Effekt professionell ein. Ein Interview mit Prof. Weber, Gründer des Dt. Lauftherapiezentrums.

Laufgruppe in der Lauftherapie +
Foto: DLZ

Die Leitidee von Lauftherapie ist, den einzelnen Menschen darin zu unterstützen, präventiv selbst für die eigene Gesundheit zu sorgen.

Jeder Läufer kennt das: Nach dem Laufen geht es einem besser. Man fühlt sich frisch. Professionell genutzt und gefördert wird dieser Effekt von Lauftherapeuten: Das Deutsche Lauftherapiezentrum bietet dazu bereits seit 1991 eine Ausbildung an. RUNNER’S WORLD sprach mit Professor Dr. Alexander Weber, dem Gründer des Deutschen Lauftherapiezentrums und Leiter der Ausbildung von Lauftherapeuten.

RUNNER’S WORLD: Was muss man sich denn unter Lauftherapie vorstellen? Wird dabei die Psychiater-Couch gegen Laufschuhe getauscht?
Alexander Weber:
In gewissem Sinne ja, jedenfalls wenn man bei Therapie an die klassischen Psychotherapien denkt. Elemente daraus sind durchaus auch beim Laufen beobachtbar. Aber das Laufen wirkt viel breiter auf den Menschen: Die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele werden dabei angesprochen – aber der Ansatz erfolgt über den Körper.

Wer sind denn die Lauftherapeuten, die Sie bislang ausgebildet haben?
Alexander Weber:
Es handelt sich dabei ja um eine Aus- und Weiterbildung, die nebenberuflich über die Dauer von etwa eineinhalb Jahren absolviert wird. Und die angehenden Lauftherapeuten kommen aus den unterschiedlichsten Berufen – viele haben sich beruflich schon vorher mit gesundheitlichen Aspekten beschäftigt. Da ist vom Lehrer über den Sozialarbeiter, den Arzt, den Sportartikelverkäufer und den Firmenchef alles dabei. Das Gemeinsame ist natürlich das Interesse am Laufen – und am Menschen. Was der einzelne Lauftherapeut aus der Lauftherapie macht, ergibt sich weitgehend aus seinem individuellen, besonderen Profil.

Was ist denn die Voraussetzung, um diese Ausbildung absolvieren zu können? Wer kann, wer darf sich zum Lauftherapeuten ausbilden lassen?
Alexander Weber:
Die Zugangsvoraussetzungen beziehen sich auf die berufliche Ausbildung – hier sind psychosoziale Aspekte zu berücksichtigen – die eigene Lauferfahrung und das allgemeine Profil des Bewerbers. Wir schauen uns jede Bewerbung genau an und sprechen mit den Bewerbern.
Prof. Dr. Alexander Weber +
Foto: privat

Prof. Dr. Alexander Weber.

Und wie arbeiten Lauftherapeuten?
Alexander Weber:
Das Deutsche Lauftherapiezentrum gibt es jetzt bereits seit fast 27 Jahren, bisher wurden mehr als 500 Lauftherapeuten ausgebildet: Entsprechend groß ist das Tätigkeitsfeld. Einige sind mit der Lauftherapie sehr erfolgreich hauptberuflich unterwegs, die meisten nebenberuflich. Und die generelle Einstellung gegenüber der Lauftherapie ist mittlerweile sehr förderlich. Die Leitidee von Lauftherapie ist, den einzelnen Menschen darin zu unterstützen, präventiv selbst für die eigene Gesundheit zu sorgen. Diesen Ansatzpunkt hat das Deutsche Lauftherapiezentrum von Anfang an verfolgt – und der Ansatz ist jetzt aktueller denn je, und er wird mehr und mehr unterstützt.

Von wo kommt diese Unterstützung?
Alexander Weber:
Etwa von Krankenkassen, bei denen aktuell ein großer Umdenkprozess stattfindet. Beispiel: Die BKK vor Ort ersetzt zum Beispiel jedem Mitglied die Kurskosten, wenn es regelmäßig an einem 12-wöchigen Lauftherapiekurs unter Leitung eines fachkundig ausgebildeten Lauftherapeuten teilnimmt. Dem Beispiel folgen weitere Krankenkassen. Oder im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung: bereits in vielen Großbetrieben wird die Lauftherapie eingesetzt – für die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) wird künftig hoher Bedarf an qualifizierten Lauftherapeuten sein.

Gibt es auch staatliche Unterstützung?
Alexander Weber:
Ja, durchaus. Einerseits für die Ausbildung zum Lauftherapeuten. Andererseits zeigen sich seit kurzem sehr moderne Ansätze. So ist kürzlich ein Lauftherapeut staatlich zertifiziert worden: Er darf jetzt sozusagen mit „staatlichem Segen“ als Lauftherapeut arbeiten. Das ist ein sehr begrüßenswertes Zeichen und eine Anerkennung.

Weitere Informationen zur Lauftherapie:
www.lauftherapiezentrum.de
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23.12.2014
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