Ultraschalluntersuchung beugt Ermüdungsbruch vor
Überbelastungen im Training können bei Läufern zu Stressfrakturen führen. Nach einer aktuellen Studie können drohende Ermüdungsbrüche mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung erkannt werden.
Ermüdungsbrüche können mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung erkannt werden.
„Überlastungsschmerzen sind vor allem bei professionellen Langstreckenläufern und ambitionierten Amateuren keine Seltenheit“, berichtet Dr. med. Rainer Berthold, Facharzt für Orthopädie aus Wetzlar und Leiter des Arbeitskreises Bewegungsorgane der DEGUM. Eine exakte Diagnose sei jedoch nur mittels Kernspintomografie möglich, so Berthold. „Sie macht die Stressreaktion des Knochens und eventuelle Mikrofrakturen sichtbar.“ Die Kernspintomografie sei allerdings kostspielig und stehe vielen Ärzten nur begrenzt zur Verfügung. Eine kostengünstige Alternative, mit der sich früh wertvolle Hinweise auf einen Ermüdungsbruch finden ließen, biete eine Untersuchung mit einem Gerät zur therapeutischen Ultraschallanwendung. Das Gerät, das in vielen Sportarztpraxen beispielsweise zur Behandlung von Gelenkschmerzen eingesetzt wird, gibt über einen Sender hochfrequente Schallwellen auf das erkrankte Gewebe ab. „Die dadurch ausgelösten Mikrovibrationen provozieren bei Sportlern mit Stressfrakturen leichte Knochenschmerzen, ähnlich denen, die auch bei der Überlastung im Training auftreten“, erklärt Berthold.
Sportmediziner aus Griechenland haben die Ultraschalluntersuchung jetzt an 113 Hochleistungssportlern mit vermuteter Stressfraktur erprobt. Von den 110 Sportlern mit einer Stressverletzung zeigten 90 auch mit der Ultraschallanwendung eine Schmerzreaktion. Nur in einem Fall wurde ein Verdacht in der Ultraschallanwendung durch die Kernspintomografie nicht bestätigt.
Dr. Berthold sieht in der Untersuchung auch einen „pädagogischen“ Wert. Viele hochmotivierte Leistungssportler sähen nicht ein, dass ihre Schmerzen einen drohenden Ermüdungsbruch anzeigen, solange auf normalen Röntgenbildern kein Bruchspalt zu sehen ist. Dies sei jedoch erst der Fall, wenn es zu spät ist. „Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung könnten die Sportler davon überzeugen, dass eine Anpassung des Trainings oder gar eine Trainingspause der einzig richtige Weg sind, um einen drohenden Knochenbruch und seine langfristigen Folgen zu vermeiden“, so Berthold: „Je früher die Stressverletzungen diagnostiziert und behandelt werden, desto geringer sind die Auswirkungen auf die sportliche Karriere der Betroffenen.“
Quelle: PM, 24.10.2012, Informationsdienst Wissenschaft
