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Great Australian Run Günther Weidlinger überraschte in Melbourne

Ein toller Sieg bei den Männer und eine kranke Top-Läuferin, die nicht starten konnte.

Great Australian Run +
Foto: photorun.net

Günther Weidlinger beeindruckte am Sonntag in Melbourne.

In Down Under war Günther Weidlinger ganz oben: Der Österreicher sorgte beim Great Australian Run in Melbourne am Sonntag für eine dicke Überraschung. Er gewann das 15-km-Rennen in flotten 43:01 Minuten und ließ dabei unter anderen den Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru hinter sich. Einen unerwarteten Ausgang nahm bei regnerischem Wetter auch das Frauenrennen. Hier setzte sich die Australierin Nikki Chapple in 50:18 Minuten durch. Pech hatte Irina Mikitenko (TV Wattenscheid), die kurz vor dem geplanten Abflug nach Melbourne eine fiebrige Erkältung bekam. Die aktuelle World Marathon Majors-Siegerin musste deswegen auf die Reise und den Start verzichten.

„Ich habe mich von Beginn an gut gefühlt und habe deshalb das Tempo frühzeitig etwas forciert“, erklärte Günther Weidlinger, der sich bereits auf dem zweiten Kilometer gemeinsam mit Sammy Wanjiru (Kenia) und dem Australier Collis Birmingham an die Spitze setzte. Im Laufe des Rennens fielen zunächst Wanjiru und dann auch Birmingham zurück. Weidlinger dagegen konnte auf dem letzten 5-km-Abschnitt noch zulegen. Er absolvierte dieses Stück in 14:16 Minuten. Collis Birmingham wurde schließlich mit 18 Sekunden Rückstand hinter dem 31-jährigen Österreicher Zweiter. An Wanjiru, der erst 36 Stunden vor dem Rennen in Australien eingetroffen war, lief auch noch Martin Dent (Australien) vorbei, der in 44:00 Dritter wurde. Der Kenianer belegte in 44:20 Rang vier.

Nach einem verkorksten ersten halben Jahr erlebt Günther Weidlinger nun einen tollen Herbst. Akribisch hatte er sich auf sein Marathon-Debüt in Wien im April vorbereitet. Doch bei seinem 2:12:39-Stunden-Rennen konnte er nicht sein 100-prozentiges Leistungsvermögen abrufen. Weidlinger lief mit einem Verletzungsproblem, das zudem nicht richtig diagnostiziert worden war. Zunächst nahm man an, es handele sich um einen Leistenbruch. Umsonst wurde er dann an der Leiste operiert. Diagnostiziert wurde dabei ein angeblicher Ermüdungsbruch im Becken, doch auch das war falsch. Es handelte sich um eine Muskelansatzentzündung im Becken.

Durch die Fehldiagnosen hatte Günther Weidlinger viel Trainingszeit verloren. Dann jedoch gelang ihm ein erstaunliches Rennen beim Commerzbank Frankfurt-Marathon. Vor gut einem Monat stellte er am Main mit 2:10:47 einen österreichischen Marathonrekord auf und belegte in dem hochklassigen Feld Rang zehn. Nun siegte er in Melbourne und verfehlte die europäische Jahresbestzeit des Iren Martin Fagan über 15 km um nur vier Sekunden.

Bei den Frauen hatte sich die 28-jährige Nikki Chapple in der Mitte des Rennens von den bis dahin führenden Benita Willis (Australien) und Fernanda Ribeiro (Portugal) lösen können. Sie lief im zweiten Teil noch einen großen Vorsprung heraus und gewann in 50:18 Minuten vor der vermeintlichen Favoritin Benita Willis. Die Cross-Weltmeisterin des Jahres 2004 wurde in 51:15 knapp vor der Britin Helen Clitheroe (51:17) Dritte. Rang vier belegte Fernanda Ribeiro mit 51:41.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
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30.11.2009
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