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Dokumentarfilm Herbstgold Dabei sein ist alles? Von wegen!

„Herbstgold“ erzählt die Geschichte von fünf Sportlern zwischen 80 und 100. Ein Interview mit Regisseur Jan Tenhaven.

Herbstgold: Jiri Soukup mit Crew +
Foto: Jan Tenhaven

Hochspringer Jiri Soukup. Im Hintergrund die Herbstgold-Crew.

Der Dokumentarfilm „Herbstgold“ von Jan Tenhaven (ab 8. Juli 2010 im Kino) erzählt die lebensbejahende Geschichte von fünf Leichtathleten im Alter von 80 bis 100 Jahren. Ihr Ziel: Die Weltmeisterschaft in Lahti in Finnland. Wir sprachen mit Regisseur und Drehbuchautor Jan Tenhaven.

Beim renommierten HotDocs Festival in Toronto gewann der Film Anfang Mai den Filmmakers Award: Eingeladene Regisseure, deren Filme in der offiziellen Auswahl des Festival liefen, kürten „Herbstgold“ zum besten Film. Zudem belegte er in der Zuschauerwahl Platz 4 von mehr als 170 gezeigten Filmen.


Jan Tenhaven +
Foto: privat

Regisseur und Drehbuchautor Jan Tenhaven

RUNNER’S WORLD: Wie entstand die Idee, Senioren-Sport und die Senioren-WM zum Filmthema zu machen?

Jan Tenhaven: Die Idee zu diesem Film hat sich bei mir in den letzten Jahren entwickelt. 2006 habe ich zum ersten Mal gelesen, dass es überhaupt Senioren-Weltmeisterschaften gibt. Der Artikel stellte die WM leider eher als Freakshow dar, trotzdem fand ich das Thema ungemein spannend. Daraufhin habe ich mir die Senioren-WM 2007 in Riccione in Italien angesehen und war begeistert von der Atmosphäre dort, mit welcher Ernsthaftigkeit, Leidenschaft und Lebenslust die alten Menschen ihrem Sport nachgehen und Leistungen bringen wollen. Es geht um viel mehr als nur den Sport, es geht um Lebenslust.

Wie war die Atmosphäre bei den Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland) 2009? Auf den Fotos sieht es recht familiär aus...

Die Senioren-Weltmeisterschaft ist eine Großveranstaltung mit 5.000 Teilnehmern, alles läuft ganz offiziell. Wir hatten hauptsächlich mit den ältesten Sportlern zu tun, auch wenn der Großteil der Athleten jünger ist, man kann schließlich ab 35 teilnehmen. Aber unsere Intention war es nicht, einen Film über die Senioren-WM zu machen, sondern einen über sehr alte Menschen, die Sport treiben. Gerade in diesen Altersklassen 80+ kennen sich alle. Sie reden trotz unterschiedlicher Sprachen aufeinander ein, manchmal in brockenhaftem Englisch, meist mit Gesten, verstehen sich aber doch. Oft geht es bei Ihnen jedoch darum, wer denn diesmal alles nicht mehr dabei ist.

Und das Zuschauerinteresse?

Obwohl die Veranstaltung eine offizielle WM war, war das Zuschauerinteresse etwas traurig, oft saßen nur ein paar Dutzend Menschen auf den Tribünen. Das waren dann meist Bekannte oder Familienangehörige der Sportler oder die Athleten, die gerade keinen Wettkampf hatten. Einigermaßen voll war es nur bei den 100-m-Läufen. Die WM findet leider weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
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Autor: Britta Heinemann 09.06.2010
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