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Leser-Reporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger 2.450 Kilometer von der Hallertau nach St. Petersburg

Leser-Reporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger sind Teil eines unglaublichen Teams von Läufern, die gemeinsam die rund 2.450 Kilometer lange Strecke von der Hallertau nach St. Petersburg liefen.

Etappenlauf nach St. Petersburg +
Foto: Manuela Heger

In drei Lauf-Etappen führte das Laufabenteuer von Leser-Reporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger von der Hallertau nach St. Petersburg.

2.450 Kilometer, drei Etappen und drei Läufer-Teams

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Tour entstand bereits 2009, als Läufer aus der Hallertau sich während des Partnerstädtelaufs von Geisenfeld nach Jämijärvi in Finnland kennenlernten. Dort fassten sie den Entschluss, die zweitgrößte Stadt Russlands, St. Petersburg, „laufend“ zu erreichen. Aus dieser Idee wurde, im wahrsten Sinne des Wortes, ein langer Weg ...

Wieder zu Hause von Jämijärvi, schmiedeten die Lauffreunde intensiv an den Reiseplänen. Im November 2011 beschloss die Gruppe, die gut 2.450 Kilometer nach St. Petersburg in drei Etappen aufzuteilen. Im Mai 2012 starteten dann zwölf Personen in zwei Fahrzeugen, um die ersten 800 Kilometer von Geisenfeld/Hallertau, über Tschechien und nach Opole in Polen zu bewältigen. In sechs Zweier-Teams (ein Läufer/ein Radfahrer) liefen sie am Tag bis zu 160 Kilometer.

Die zweite Etappe folgte ein Jahr später, im Mai 2013, wo die etwas kleinere Gruppe (8 Pers.) in Opole startete. Die 800 Kilometer lange Strecke ging über Lodz, Warschau, Augustow und sollte nach insgesamt fünf Tagen in Vilnius/Litauen beendet werden.

Lesereporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger auf dem Weg nach St. Petersburg

Leser-Reporterinnen Uschi Kremer und Manuela Heger sind zwei von insgesamt sieben Läufern, die an der dritten Etappe, dem großen Finale nach St. Petersburg im Juni 2014 teilnahmen. „840 Kilometer sind es von Vilnius in Litauen nach St. Petersburg, die wir in nur 5 Lauftagen zu bewältigen haben“, berichtet Manuela. Uschi und sie haben die Streckenplanung (teilweise Abschnitte des R 1 – Europa-Radwegs), Organisation der Hotelübernachtungen und auch die Beantragung des russischen Visums übernommen. Das Abenteuer beginnt mit einer zweitägigen Anreise in einem gemieteten 9-Sitzer Kleinbus, vollgepackt mit drei Klapprädern und Gepäck für Laufbekleidung und Lebensmittel, wie Müsliriegel, Obst und Wasser. „Die baltischen Länder sind für uns kein Problem, was uns an der russischen Grenze erwartet, wird noch spannend“, mutmaßt sie.

Tag 1: Platzende Autoreifen

Am Sonntag, 8. Juni 2014, um 8 Uhr geht das erste Team am Stadtrand von Vilnius auf die Laufstrecke. Drei Teams laufen in Begleitung eines Radfahrers abwechselnd jeweils Streckenabschnitte von 50 – 75 Kilometer. Es ist sonnig-warm und noch nicht viel Verkehr auf der Straße. Das Frühstück besteht aus Keksen und Kaffee an einer Tankstelle, denn im Hotel war es nicht möglich zu frühstücken. Uschi und Peter sind beide im ersten Team. Ihr Tagespensum ist in 5 – 6 Stunden zu Ende. Dann wird der fünfte Läufer Timo M., nachdem er 23 Kilometer gelaufen ist, beide zurückfahren und in Moletai abholen, sowie Manuela und ihren Partner Rob, die als zweites Team von Bedzai zurückgelaufen sind. Dabei erleben Uschi und Peter, wie in unmittelbarer Nähe der Reifen eines heranfahrenden Autos platzt. Glück gehabt!

Manuela und Rob laufen einer bedrohlichen Gewitterfront davon, werden trotzdem zweimal nass. „Es ist doch hügeliger, als wir gemeint haben“, sagte Rob, „der Radfahrer muss mit nur 3 Gängen auf dem Klapprad gehörig in die Pedale treten“. An unzähligen Blumenwiesen, Wäldern und dünnen Besiedlungen vorbei - eine wunderbare Laufstrecke. „Ich habe noch nie so viele Störche gesehen, einmal waren es 30 Störche auf einem Feld“, berichtet Manuela.

Um 18 Uhr erreichen sie Akniste, ein kleines Dorf an der lettischen Grenze. Nach kurzer Irrfahrt finden sie das Hotel. Peter H. und sein Freund Hartmut L. sitzen schon vor dem Hotel. Leider ist das Hotel verschlossen und keiner anwesend. Müde und hungrig ist die Stimmung gereizt und unsicher. Ein Telefonat mit dem Hotel lässt alle wieder lachen, denn alles im grünen Bereich, ein Hotelangestellter kommt gleich und sie können in ihre Zimmer - sie sind allerdings die einzigen Gäste. Das Restaurant im Hotel hat am Sonntag geschlossen – kein Abendessen! Doch das Problem wird gelöst, indem die Mutter der Hotelfachangestellten für uns kocht. Super! Das anschließende Abendessen auf der Terrasse besteht aus einer riesigen Menge traditionell gekochtem Fleisch mit Salat, Kartoffelbrei, Bratkartoffel und Sauerkraut. Vorab noch eine kräftige Suppenbrühe. Lecker. Glücklich, satt und zufrieden können wir ab 23 Uhr schlafen gehen, obwohl es noch nicht ganz dunkel ist, eben „Weiße Nächte“ in Lettland.
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Autor: Uschi Kremer und Manuela Heger 16.07.2014
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