Top Themen: Firmenlauf | Hindernisläufe | Individuelles Coaching | Laufkalender | Laufen | Lauf eintragen

Kalahari Augrabies Extreme Marathon 250 Kilometer durch die Wüste

Christoph Harreither begab sich auf die Spuren der Buschmänner und lief 250 Kilometer durch die Kalahari.

15012015 Wüstenlauf Kalahari Extreme Marathon +
Foto: Christoph Harreither

Christoph Harreither lief 250 Kilometer durch die Kalahari. Nebenbei fotografierte der das Rennen durch die Wüste.

Im Nordwesten Südafrikas - hart an der Grenze zu Namibia - findet einer der weltweit ältesten Wüstenläufe statt. 6 Etappen - 250 Kilometer - Wasser und Zelt werden bereitgestellt - alles übrige muss in den Rucksack.

Ende Oktober flog ich über Dubai nach Johannesburg. Sechs Stunden Aufenthalt in Dubai reichten, um meinen Reisepass zu verlieren und ihn dann eine Viertelstunde vor Boarding für den Flug nach Johannesburg wieder zu finden. Die erste Challenge war überstanden.

Am nächsten Morgen ging's dann mit einem kleinen Jet weiter nach Upington, wo sich eine Busstunde entfernt im Augrabies Falls Nationalpark unser „Basislager“ befand. Eine sehr schöne Umgebung!

Gefahren in der Wüste: Kobras, Skorpione, Leoparden

Beim Frühstück hatten wir dann die erste Begegnung mit dem Wildlife: Affen und murmeltierartige Wesen waren überall im Camp anzufinden. Wer also könnte da draußen in der Kalahari unangenehm werden? Sicher Schlangen! Dort findet man nämlich leider sehr giftige, wie Kobras und Puffottern. Auch eine Menge Skorpione, Spinnen und ähnliche Krabbeltiere sind in der Kalahari wohnhaft. Genauso der Leopard.

Und dann ist da noch der afrikanische Strauß. Der größte Vogel der Welt, der nicht fliegen kann, bevorzugt - wie wir - das Laufen. Sein Highspeed: bis zu 70 km/h. Mit seinem gestreckten Fuß kann ein Strauß einen Löwen töten. Er ist auch für Menschen nicht ungefährlich.
15012015 Wüstenlauf Kalahari Extreme Marathon +
Foto: Christoph Harreither

Ein Spitzenläufer: Der Strauß wird bis zu 70 km/h schnell.

Die 1. Etappe der 250 km Kalahari Augrabies Extreme Marathon

Am Samstag, den 1. November 2014, um 9:00 Uhr stand ich mit siebzig anderen am Start. Wieder einmal war ich der einzige Vertreter Österreichs. Rein in die Wüste!

Gleich zu Beginn eine sehr abwechslungsreiche und technisch anspruchsvolle Strecke: Sand, Geröll und Steinplatten waren der Untergrund. Zum Teil führte uns unsere Kletterei entlang des Oranje Rivers.

Dann - ein Fußballplatz. Und die dazugehörigen Spieler. Die bereiteten uns einen sehr netter Empfang! Aber: Bei dieser Hitze Fußball spielen? Ach ja, wir liefen ja auch.

Endlich kam das erste Etappenziel. Das war ein ordentlich heißer Einstiegstag. Im Zelt war wenig Platz für die müden Läufer. Am Abend gab es dann einen brutalen Wolkenbruch! Ein schweres Gewitter tobte über uns. Angenehm war das nicht.

Ähnlich erging es uns am Abend der zweiten Etappe, denn es gab wieder ein gewaltiges Gewitter, das uns fast die Zelte wegfegte.

Tag 3: 40 Kilometer Sand und Steine

Am nächsten Tag ging es dann noch gezeichnet von der unruhigen Nacht weiter. Diesmal standen 40 Kilometer auf dem Programm. Der Untergrund wurde felsiger, zum Teil gab es spitze Steine und Sand. Das war keine gute Kombination.

Nach der Anstrengung erreichten wir endlich das Etappenziel! Aber morgen wird es wieder hart: 70 Kilometer warten. Deswegen war die Aufgabe, erst einmal ordentlich zu regenerieren.
15012015 Wüstenlauf Kalahari Extreme Marathon +
Foto: Christoph Harreither

Die Läufer mussten durch Sand und über Steinplatten.

Start zur langen Etappe: 70 Kilometer

Ein ganzer Tag in der Kalahari wartete. Und es sollte sehr heiß werden. Aber es gab eine tolle Pflanzenwelt zu sehen! Und viele Dornen. Ein Sturz konnte fatale Folgen haben. Außerdem war es ein perfektes Terrain für Schlangen. Eine Kobra wurde am Wegesrand gesichtet, ihr Biss kann tödlich sein. Man musste also besonderes Augenmerk auf den Weg legen. Und das waren endlose Trails!

Um die Mittagszeit wurde die Hitze unerträglich. Ein äußerst schwieriger Abschnitt begann. Und dann habe ich mich auch noch verlaufen. Da wurden aus den 70 einige Kilometer mehr …

Schließlich neigte sich der vierte Tag dem Ende zu. Die Hitze ließ nach und ein zum Schreien schöner Abend begann. Die Strapazen des Tages machten sich dennoch bemerkbar. Alles tat weh. Jedes Rascheln in den Büschen erhöhte den Puls, da waren ja auch Leoparde zu Hause.

Ich war sehr froh, die lange Etappe hinter mich gebracht zu haben. Am nächsten Tag galt es, die halbtoten Körper wiederzubeleben. Eine 45-Kilometer-Etappe stand bevor. Und es sollte wieder sehr heiß werden.

Hitze und der Untergrund sind extrem fordernd

Es ging los: 45 Kilometer voll ausgesetzt in der extremen Hitze der Kalahari. Wir mussten wieder ein wenig bergsteigen. Nicht enden wollende Wege auf sehr weichem Untergrund in der unerträglichen Hitze machten das Laufen zu einer wirklichen Herausforderung. Trotzdem war der Boden recht spannend: Lauter kleine Kakteen. Und auch Spuren vom Strauß waren überall.

Dieser sechste Tag war sehr schwer. Bei den Wettkämpfern waren deutliche Spuren der zu Ende gehenden Woche erkennbar.

Am nächsten Tag ging es dann noch einmal über Steinplatten und durch tiefen Sand Richtung Ziel. Nun war es nicht mehr weit. Die Stimmung war kurz vor dem Höhepunkt.

Ein Affe im Camp

Da gibt es noch eine kurze Geschichte, die erzählt werden muss:

Als ich - wieder zurück im Camp - aus der Dusche stieg, stand plötzlich am Eingang unseres Apartments ein Affe. Der war nicht gerade klein. Langsam näherte er sich meinem kleinen Säckchen mit Fleisch. Während der Gauner sich dieses schnappte, schaute er sich im Raum um. Waren da vielleicht weitere spannende Dinge? Es gab nur ein Problem. Ich stand vor all den anderen Leckereien, die auf meinem Rucksack lagen und versperrte ihm daher den Weg. Er verließ mit seinem bereits erworbenen Fleischsäckchen unser Apartment durch den Haupteingang - ich hinterher. Der Affe bog um die Ecke und drang über das Fenster wieder in das Apartment ein. Jetzt war er drinnen und ich draußen. Er schnappte sich das zweite Diebesgut und war weg. Ausgetrickst!

Christoph Harreither hat beeindruckende Fotos von seinem 250-km-Lauf durch die Kalahari mitgebracht. Sie finden die Bilder in der Fotogalerie über und unter diesem Artikel.
Jetzt noch besser laufen: aktuelle Lauftipps, News und Tests >>

Autor: Christoph Harreither 19.01.2015
Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
Mehr zu Laufevents
2.662 Läufer über die Halbmarathon-Distanz
Nikolauslauf Tübingen

Foto: Tomás Ortiz Fernandez

Schon in die 41. Runde ging der Nikolauslauf Tübingen 2016. Sabrina Mockenhaupt und Jens Z... ...mehr

Lokalmatadoren tauschen Streckenrekorde
Nikolauslauf Regensburg 2016 Philipp Pflieger, Florian Orth, Simon Boch

Foto: Norbert Wilhelmi

Die beiden Läufer der LG Telis Finanz Regensburg, Philipp Pflieger und Simon Boch entrisse... ...mehr

Tolle Stimmung bei Jubiläumsveranstaltung
Kölner Nikolauslauf 2016

Foto: Wolfgang Steeg

Über 2.500 Teilnehmer liefen beim 20. Kölner Nikolauslauf bei frostigen Temparaturen durch... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>250 Kilometer durch die Wüste
(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG