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Gobi March 2014 250 km durch die Wüste Gobi in China

Christoph Harreither lief beim "Gobi March 2014" 250 km durch die kargen Steppen der Wüste Gobi. Er brachte faszinierende Bilder vom Ultralauf mit.

Gobi March 2014 Highlightbild +
Foto: Christoph Harreither

Ein beeindruckend schöner Sonnenaufgang gibt Christoph Harreither Kraft für eine weitere Etappe beim Gobi March 2014.

Dritter Extremlauf des 4 Deserts-Events

Als meine Tochter fünf Jahre alt war gingen wir zu Allerheiligen auf den Friedhof. Zwischen den Gräbern stehend, zeigte sie plötzlich mit ihrem Zeigefinger auf ein Grab und rief: „Schau Papi! Da liegt Deine Wüste begraben!“ - Sie meinte die letzte Ruhestätte der Familie Gobi. Fünf Jahre später trat ich dann wirklich meine Reise zur dritten Wüste meiner 4-Deserts-Serie an. Meine Laufleidenschaft führte mich diesmal in die Gobi in Nordwestchina. Hart an der Grenze zu Kasachstan.

Für diejenigen, die vom 4 Deserts noch nie gehört haben, hier eine kurze Erklärung: Bei dieser Veranstaltung rennen Extremsport-Liebhaber, wie ich es bin, durch vier faszinierende Wüsten: Atacama Crossing in Chile, Sahara Race in Ägypten, Gobi March in China und das Finale findet in der Eiswüste der Antarktis statt. Jedes einzelne Rennen ist 250 km lang und muss innerhalb von sieben Tagen bewältigt werden. Kaum verwunderlich also, dass das 4 Deserts zu den zehn härtesten Ausdauer-Wettbewerben der Welt gehört. Das bedarf Einiges an guter Vorbereitung: Neben speziellem Training, stellt auch die Ausrüstungsfrage eine besondere Herausforderung da. Alles außer dem Zelt muss man selbst auf dem Rücken mitnehmen.

Christoph Harreither hat faszinierende Fotos von seinem 250-km-Lauf durch die Wiesen und kargen Steppen der Wüste Gobi mitgebracht. Wir präsentieren sie in der Fotogalerie über diesem Artikel.

Beschwerlicher Start

Nach einer langen beschwerlichen Anreise nach China, war es am Morgen des 1. Juni 2014 endlich so weit! Das Warten hatte ein Ende. Es ging nun endlich los! Aufgrund gewaltiger Stürme in den höheren Lagen war die Strecke des ersten Tages länger als ursprünglich geplant. Doch der erste Tag lief gut. Geschafft, aber froh, kam ich am Abend im Camp an. In der Nacht fand ich dann jedoch kaum Schlaf, denn es war bitterkalt. Und auch in der Nacht des zweiten Tages fiel es mir schwer den Körper warm zuhalten. Hinzu kam, dass meine Verdauung streikte. Und das schon am zweiten Tag. Noch 160 Kilometer lagen vor mir. Ich fühlte mich nicht wirklich gut...
15082014 Wüstenlauf Gobi March +
Foto: Christoph Harreither

Christoph Harreither nach dem 250 km langen Wüstenrennen überglücklich im Ziel.

Am dritten Tag ging es in die Berge. In höheren Lagen begann ein starker Regen, der in Hagel überging. Ganz oben fiel sogar Schnee. Das hatte ich nicht erwartet. Die Strecke wurde aufgrund der gefährlichen Bedingungen geändert. Als Draufgabe meldete sich mein rechtes Knie. Ich freute mich, als wir gegen Abend endlich das Camp erreichten, wo beeindruckende mongolische Jurten unser Nachtlager darstellten. Doch leider waren meine Knieschmerzen auch am nächsten Morgen nicht besser. Ich fragte mich, ob ich es bis ins Ziel schaffen werde. Gelenkprobleme können ein schnelles „Aus“ bedeuten. Eine bewährte Methode half mir vorerst: Ohrstöpsel rein, Musik an und den Körper mit positiven Gedanken durchfluten lassen. Ich konnte die Schmerzen etwas ausblenden und genoss die Landschaft, die viele Highlights bot. So traf ich auf meiner Strecke sogar auf Wildpferde! Nordwestchina ist eine der wenigen Regionen der Welt, wo es diese überhaupt noch gibt.

Gobi March 2014: Zwischen Schmerzen und großer Freude

Glücklich war ich als ich den höchsten Punkt meines Laufs auf über 3.000 m Seehöhe endlich erreichte. Das Tien Shan Gebirge, die „Himmlischen Berge“ mit einer Kette von 7.000ern, sind mehr als doppelt so lang wie die Alpen! Beeindruckend! Als es dann wieder bergab ging, rebellierte jedoch mein Knie erneut. Auch bei der nächsten Tagesetappe musste ich feststellen: Mein Knie wollte einfach nicht mehr. Außerdem war ich extrem müde. Noch einmal galt es einen großen Berg zu bezwingen. Irgendwie meisterte ich auch diesen Lauf: Gegen 23:00 Uhr hatte ich die schwierigste Etappe geschafft. Wir erreichten das letzte Camp in beeindruckender Lage direkt am See! Traumhaft! Nach einer bitterkalten Nacht, konnte ich die letzten 15 Kilometer am letzten Tag kaum erwarten! Ich hatte genug. Als ich endlich das Ziel erreichte, war ich überglücklich. 250 Kilometern durch die Gobi! Grenzenlose Freude machte sich breit.

Qualifiziert für den letzten Lauf des 4 Deserts

Nach der jordanischen Wüste im Jahr 2012 und der Atacama in Chile im Jahr 2013 war die Gobi mein drittes Wüstenabenteuer meiner 4 Deserts-Serie. Nun bin ich qualifiziert für das große Finale am südlichsten Rand unser Erde: Dem Lauf durch die Eiswüste in der Antarktis!
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Autor: Christoph Harreither 20.08.2014
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