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Jungle Marathon Brasilien 260 Kilometer durch Brasiliens Dschungel

Christoph Harreither wagte sich an einen der härtesten Ultra-Marathons der Welt und kämpfte sich durch den brasilianischen Dschungel.

Christoph Harreither Jungle Marathon +
Foto: Christoph Harreither

Christoph Harreither wagte sich an den Jungle Marathon quer durch Brasilien.

Der Jungle Marathon über 260 Kilometer durch den brasilianischen Teil des Amazonas gehört laut dem Nachrichtensender CNN zu den härtesten Ausdauerwettbewerben weltweit. BBC World Service stellt sich die Frage, ob dieser Lauf nicht der gefährlichste auf unserem Planeten ist. Diesen Aussagen wollte ich auf den Grund gehen.

Christoph Harreither hat seine Erlebnisse fotografisch festgehalten. Viele seiner Bilder vom Jungle Marathon finden Sie in der Bildergalerie über und unter diesem Artikel.

In der Vorbereitung sprang ich ergänzend zu meinem intensiven Lauftraining regelmäßig ins Wasser, da auf der Agenda dieses Wettkampfes etliche Schwimmpassagen durch die Sümpfe und Flüsse des brasilianischen Regenwaldes standen. Mein Rucksack war wieder voll von Büchern, um meinen Rücken auf die kommende Belastung vorzubereiten. Wieder musste ich bei diesem Wettkampf die gesamte Verpflegung und Pflichtausrüstung für sieben Tage mitschleppen. Mit voller Montur überquerte ich im Training mehrmals die Donau. Ich sorgte damit für gute Unterhaltung unter den Badegästen. Meine Hitzebeständigkeit erprobte ich im Hochsommer während eines Laufes mit Rainer von Nizza nach Ventimiglia. Bergauf gings auf die Rax und lauftechnisch anspruchsvoll durch die Ötschergräben. Die „Dschungelkilometer“ holte ich mir im Wienerwald.

Startschuss zum Jungle Marathon – ohne Aklimatisierung

Der Jungle Marathon begann offiziell am Donnerstag, den 1. Oktober und sah zwei Tage für die Akklimatisierung im Basislager vor. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch noch bei einer wichtigen Firmenveranstaltung in Frauenkirchen (Burgenland). Gerald, mein Arbeitskollege, brachte mich am Freitag EOB (End of Business) direkt vom Veranstaltungsort zum Flughafen. Der Anzug blieb im Auto. Es gab keinen Dress Code für die kommenden Tage im brasilianischen Dschungel. Knapp 30 Stunden später saß ich in einem Jeep am Eingang des Tapajós Nationalparks bei Santarém und trat die dreistündige Fahrt durch den Dschungel ins Basislager an. Nach Einbruch der Dunkelheit war ich dort. Ich war völlig erschöpft bevor es erst richtig losging. Ab in die Hängematte! Morgen musste ich früh aufstehen!
Jungle Marathon Christoph Harreither im Wasser +
Foto: Christoph Harreither

Manchmal ging es beim Jungle Marathon stundenlang durchs tiefe Wasser.

Schwerer Start

5:00 Uhr. Raus aus der Hängematte! Nahrungsaufnahme, ein letzter Equipment-Check und ab zur Startlinie, die sich am Ufer des Flusses Tapajós, einem bedeutenden Nebenfluss des Amazonas, befand. Ich war unter den 40 Teilnehmern der einzige Österreicher. Die Strecke sollte heute zwar nicht so lang, aber technisch sehr anspruchsvoll werden. Ein erster Vorgeschmack also. Es ging sofort bergauf. Rein in den Dschungel! Das erste „Rivercrossing“ und ein Sumpf. Dichter Regenwald, ständiges bergauf und bergab. Überall Hindernisse in Form von querliegenden Bäumen und dichten Sträuchern. Einen Rhythmus hier zu finden war unmöglich, zudem war es sehr heiß und feucht.

Schon zu Beginn gab es ein erstes Problem

Ich spürte einen Stich in der Hüfte! Sofort überprüfte ich den Schmerzverlauf bei unterschiedlicher Belastung. Besser wurde es nicht. Aber auch nicht schlechter. Mal schauen wie sich das entwickelt.

Endlich das erste Nachtlager. Die einzigen Gedanken: Ruhe und Nahrung. Um 18:30 Uhr wurde es finster und der Dschungel erwachte. Ich hatte das Gefühl jedes einzelne Tier wollte hier lautstark sein Statement abgeben. Die Anrainer der A23 in Wien sind einer vergleichbaren Lautstärke ausgesetzt. Aber dies hier war der Ruf der Wildnis. Es gefiel mir sehr gut.

„The next stage is very tough“, meinte unser Race Director Shirley beim Briefing am Abend. Um etwa 18:00 Uhr bekam ich wie aus heiterem Himmel heftige Magenschmerzen. Hoffentlich gingen die bald weg! Meine Nervosität stieg. Sie blieben die ganze Nacht. Ich konnte kein Auge zu tun. In dieser schrecklichen Nacht war ich dreimal kurz davor alles hinzuschmeißen und auszusteigen.
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Autor: Christoph Harreither 20.11.2015
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